Blaich

Weltniveau am Kulmbacher Krankenhausberg

Im Schatten des Klinikums entwickelt Update seit 40 Jahren IT-Lösungen für Textilunternehmen rund um den Erdball.
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Gegenwart und Zukunft: Geschäftsführer Friedrich J. Römer (rechts) scheidet im Juli beim Kulmbacher Softwarehaus Update Texware aus und arbeitet seinen Nachfolger Michael Schiffmann ein. Foto: Stephan Tiroch
Gegenwart und Zukunft: Geschäftsführer Friedrich J. Römer (rechts) scheidet im Juli beim Kulmbacher Softwarehaus Update Texware aus und arbeitet seinen Nachfolger Michael Schiffmann ein. Foto: Stephan Tiroch
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Wer in Kulmbach die Albert-Schweitzer-Straße hochfährt, hat nicht zwingend einen Operationstermin im Klinikum oder will dort einen Patienten besuchen. Es kann auch ein Manager sein, der mit einem Softwarespezialisten über ein IT-Problem sprechen will.

In der Kulmbacher Öffentlichkeit kaum bekannt, hat sich am Krankenhausberg ein Softwarehaus etabliert, das Kunden rund um den Globus betreut. Etwas versteckt neben der Krankenpflegeschule, entwickelt die Update Texware GmbH für mehr als 180 Textilfirmen maßgeschneiderte IT-Lösungen und Computerprogramme.

1977 ein Startup-Unternehmen, gegründet von Hans-Jürgen Päsler und Bernd Cyris (†), hat das Softwarehaus inzwischen 40 Jahre auf dem Buckel - und ist ständig gewachsen. "Wir haben 50 Mitarbeiter, in der überwiegenden Zahl Informatiker und Wirtschaftsinformatiker", erklärt Geschäftsführer Friedrich J. Römer.


Mitarbeiter übernehmen Firmenanteile

Im Jahr 2007 hat sich Update organisatorisch neu aufgestellt. "Die Mehrheit der Firmenanteile ging an eine Gruppe von Mitarbeitern. Das ist bis heute so geblieben", sagt Römer.

Schon 1999 hat man sich komplett auf den Textilbereich konzentriert. "Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab und bieten von der Garnerzeugung über die Konfektion mit Näherei und Schneiderei bis zum Textilhandel Softwarelösungen an. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal", betont Römer, dem seit 1. Januar ein Kollege zur Seite steht: Michael Schiffmann.

Ab Juli wird der 51-Jährige Hofer nach dem Ausscheiden Römers ("Ich bin weiter beratend tätig und bleibe Mitgesellschafter") die Geschäfte alleine führen. Schiffmann setzt auf Kontinuität und ist sich mit Römer einig: "Software ist unser Bier. In Kulmbach zu Hause - und weltweit unterwegs."


Weiter organisch wachsen

Schiffmann will am Standort Kulmbach "weiter organisch wachsen". Wie soll so was gehen? Der neue Geschäftsführer weiß, dass es der klassischen Textilwirtschaft nicht gut geht. "Aber viele Firmen verarbeiten technische Textilien. Da ist Deutschland führend", betont der promovierte Betriebswirt.

Technische Textilien werden nach seinen Worten unter anderem im Automobil- und im Flugzeugbau verwendet. Es gebe Textilfasern aus Glas zur Isolierung oder aus Basalt als Hitzeschutz. "Da ist Zukunft drin."


"Das Herzstück"

Bei Update sind sie sich ihrer Stärken bewusst. "Unsere Software ist komplett selbst entwickelt oder weiterentwickelt. Wir sind konzernunabhängig und müssen nicht bei Microsoft oder SAP anfragen", sagt Römer. "Wir haben hervorragende Entwickler und Projektleiter - das Herzstück unserer Firma."

Laut Schiffmann ("Viele Komponenten der Industrie 4.0 sind bei uns schon abgedeckt") schätzen die Kunden die Komplettlösungen vom Krankenhausberg oder den anderen Standorten in Nordhorn, Dortmund, Würzburg und Meerane. "Wir haben eine Standardsoftware, die 80 bis 90 Prozent abdeckt und die auf die Besonderheiten und Prozesse des jeweiligen Unternehmens angepasst wird", erklärt der neue Geschäftsführer. Ob Systempflege, Aktualisierungen oder Benutzerunterstützung - "softwaremäßig betreuen wir die Kunden vollumfänglich".

Den Kulmbacher Service nehmen Unternehmen in Europa, China, Indien, USA und Nordafrika genauso in Anspruch wie in Deutschland der Airbag-Hersteller GST in Maulburg/Südschwarzwald, Anker-Teppichboden in Düren/Eifel, der Schalproduzent Fraas in Wüstenselbitz oder Frottana in Großschönau/Ostsachsen.


"Kompetenter Partner"

Bei Deutschlands traditionsreichster Frottierweberei schätzt man die Zusammenarbeit mit dem Kulmbacher Software anbieter. "Ein zuverlässiger und kompetenter Partner", so IT-Leiter Lothar Schmidt von Frottana. Man habe mit Hilfe der Projektingenieure von Update "umfassende Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Prozesse auf allen Ebenen erreicht".

Das hört Geschäftsführer Römer gerne. Es ist für ihn die Bestätigung, dass er und sein Team richtig liegen: "Update Texware wurde in den letzten zehn Jahren ein erfolgreiches Unternehmen. Wir haben auch die Wirtschaftskrise gut gemeistert. "

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