Auf einem Bauernhof im Raum Kulmbach ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Dringende Verdachtsfälle gibt es auch in den Landkreisen Coburg, Bamberg und Bayreuth. Ein Krisenstab tritt zusammen und koordiniert einen gewaltigen Einsatz.

All das ist, zum Glück, nur ein simuliertes Ereignis - zu bewältigen von Mitarbeitern des Bayerische Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, von der Regierung von Oberfranken und aus den Kreisverwaltungsbehörden. Zwei Tage soll die Tierseuchenübung dauern, bei der auch Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im Einsatz sind.

Ziel der Übung ist es, die Zusammenarbeit, den Informationsaustausch sowie die dafür notwendigen Kommunikationswege zu erproben und zu optimieren. "Wir üben das Zusammenwirken aller an einem Tierseuchen-Geschehen beteiligten Organisationseinheiten mit dem Ziel, mögliche Schwachstellen zu erkennen", erläutert Andreas Koller, Leiter des Kulmbacher Veterinäramtes.

Ein großer Teil der Übung wird sehr realistisch ablaufen. So werden um die betroffenen Bauernhöfe Schutzzonen eingerichtet, die nicht mehr betreten werden dürfen. Die Kontrollbesuche in den Ställen werden in vorschriftsmäßiger Schutzkleidung absolviert. Auch die Information der Öffentlichkeit über die Medien wird simuliert.
In einigen wenigen Bereichen allerdings sehen die Beteiligten davon ab, gar zu realistisch zu agieren. So werden die im Ernstfall nötigen Straßensperren nur simuliert, um größere Verkehrsbehinderungen zu vermeiden. Und die übungshalber erkrankten Tiere, die im Ernstfall sofort getötet werden müssten, dürfen natürlich am Leben bleiben.

Die Maul- und Klauenseuche ist eine Virus-Erkrankung, die unter anderem Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine befällt. Sie gilt als hoch ansteckend, für den Menschen aber kaum gefährlich. Eine Behandlung befallener Tiere ist nicht möglich. Den letzten Fall von Maul- und Klauenseuche gab es in Deutschland im Jahr 1988.