Kulmbach

Was sagt das Netz zum geplanten 50/50-Taxi in Kulmbach?

Auf der Facebook-Seite der Bayerischen Rundschau wird das im Landkreis angedachte Nahverkehrs-Projekt von vielen begrüßt. Es gibt auch Diskussionspunkte.
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Eine flexible Nahverkehrslösung für Jugendliche, die nachts nach Hause wollen: Das 50/50-Taxi bald auch in Kulmbach?
Eine flexible Nahverkehrslösung für Jugendliche, die nachts nach Hause wollen: Das 50/50-Taxi bald auch in Kulmbach?
Er wurde über 90 Mal geliked, mehrere Male geteilt und heiß diskutiert: Der Facebook-Post der Bayerischen Rundschau zum 50/50-Taxi, das jungen Kulmbachern, die am Wochenende zu später Stunde eine Fahrgelegenheit suchen, eine flexible Nahverkehrslösung bieten soll. Die Idee, die dahinter steckt: Jugendliche bezahlen nur die Hälfte der Taxirechnung, den Rest übernimmt der Landkreis Kulmbach.


Die Kooperations-Planung

Bereits 2014 hatte sich die Junge Union (JU) dafür eingesetzt, jetzt hat die CSU-Nachwuchsorganisation in einer Pressemitteilung erklärt, dass sich das Projekt in Vorbereitung befindet. Wie Landrat Klaus Peter Söllner (FW) in der Folge mitgeteilt hat, ist beim 50/50-Taxi eine Kooperation mit dem Landkreis Lichtenfels angedacht, der die Nahverkehrslösung bereits eingeführt hat.

Auf Facebook sehen viele Nutzer das 50/50-Taxi positiv. Kommentare wie "(In) Lichtenfels und Umgebung gibt es das schon lange, und es ist richtig klasse. Gruß ehemalige Kulmbacherin" oder "Wäre endlich mal etwas Sinnvolles" zeigen das. Viele verlinken auch ihre Freunde im Kommentar und freuen sich auf den nächsten Partyabend, bei dem die Frage der Heimfahrt dann schon geklärt sei.


Weshalb nur für Jugendliche?

Die meisten Kommentatoren begrüßen das 50/50-Taxi - viele sind offenbar jedoch älter als die Zielgruppe, die zwischen 16 und 24 Jahre alt sein soll. Und genau hier liegt einer der größten Diskussionspunkte. Ein Facebook-Nutzer schreibt: "Weshalb (nur) für Jugendliche von 16 bis 24 Jahren? Andere "ältere" Menschen haben dann automatisch mehr Geld?! Geht man davon aus? Selbst wenn ich es mir leisten kann(!), würde ich auch dann keine 15 Euro für 3 Kilometer zahlen wollen!"

Ist das Taxifahren zu teuer? Ein Nutzer verteidigt das Gewerbe und die Preise. Kosten für die Versicherung, Wartung und TÜV - da sammle sich einiges an, was sich auch im Fahrpreis niederschlagen müsse.


Nur eine Rückmeldung

Die Bayerische Rundschau hat versucht, mit einigen Kommentatoren in Kontakt zu treten, um ausführlicher über das Nahverkehrs-Projekt zu sprechen. Nur eine Rückmeldung ist gekommen. Von einem jungen Mann, der anonym bleiben will. Er erklärt, dass es schon längst Zeit für die Einführung des 50/50-Taxis sei. Zur Begründung führt er an: "Weil viele Jugendliche gerade im Alter von 16 bis 20 Jahren noch in der Ausbildung sind und sowieso nicht viel Geld übrig haben."

Er selbst fahre selten Taxi. Es sei ihm zu teuer, sagt der junge Mann, der auch einen Sicherheitsaspekt anführt, der für das 50/50-Taxi spreche. Er glaubt, dass junge Leute dann öfter Taxi fahren und nicht übermüdet oder unter Alkoholeinfluss selbst nach Hause fahren würden. Ein Aspekt, den auch die Junge Union in ihrem an den Landkreis Kulmbach gerichteten Antrag angebracht hat. "Uns geht es in erster Linie darum, Disco-Unfälle zu vermeiden. Gerade Fahranfänger unterschätzen die nächtlichen Fahrten, das zeigen alle Unfallstatistiken", erklärt dazu Kreisvorsitzender Patrick Kölbel.
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