Neuenmarkt
Baugebiet

Was passiert an der Steigengasse in Neuenmarkt?

Während die Gemeinde Neuenmarkt auf eine baldige Erschließung des Baugebiets "An der Steigengasse" hofft, haben Altanlieger immer noch Sorgen.
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Das Baugebiet "An der Steigengasse" in Neuenmarkt soll erweitert werden.  Foto: Archiv/Werner Reißaus
Das Baugebiet "An der Steigengasse" in Neuenmarkt soll erweitert werden. Foto: Archiv/Werner Reißaus
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Was wird aus dem geplanten Neubaugebiet "An der Steigengasse" in Neuenmarkt? Im Februar hatte eine Bürgerinitiative über 450 Unterschriften gegen die Ausweisung gesammelt und ein Bürgerbegehren angestrengt. Doch das hatte der Neuenmarkter Gemeinderat auf Empfehlung von Juristen nicht zugelassen. Seitdem ist es scheinbar ruhig geworden. Doch der Schein trügt, denn die Bürgerinitiative besteht noch.

Am Samstag um 10 Uhr ist eine Ortsbegehung im künftigen Neubaugebiet "An der Steigengasse" geplant. Mit dabei werden die Verantwortlichen des Bürgerbegehrens sein, aber auch Anwohner, Interessierte sowie Vertreter des Ingenieurbüros IBP und der Gemeinde Neuenmarkt. "Es sind noch etliche Detailfragen offen, die bei diesem Ortstermin geklärt werden sollen", sagt Steffen Auerswald, Mitglied der Bürgerinitiative, im Vorfeld.


"Sehr konstruktives Gespräch"


Es ist nicht das erste Treffen, das nach der Ablehnung des Bürgerbegehrens zwischen Kommune und Bürgern stattgefunden hat. "Wir haben uns vor wenigen Wochen schon einmal mit den Altanliegern und mit den Ingenieuren zusammengesetzt. Das war ein sehr konstruktives Gespräch", erklärt Zweiter Bürgermeister Alexander Wunderlich auf Nachfrage.

"Das Ingenieurbüro IBP macht einen sehr kompetenten Eindruck, aber unsere Fragen sind noch nicht komplett beantwortet", sagt dagegen Auerswald. "Es gibt uns noch. Wir sind noch nicht gestorben und wollen erst einmal abwarten, was sich am Samstag so ergibt. Wir wollen uns erst informieren", betont er.


Angst vor Überflutungen


Konkret geht es immer noch um die Befürchtungen der Altanwohner, dass ihre Grundstücke bei Starkregen überflutet werden könnten, wenn weitere Häuser an der Steigengasse gebaut werden. "Es steht noch immer die Befürchtung im Raum, dass der Gasgraben zur Entwässerung nicht ausreichen und sich das Wasser bei Starkregenfällen zurückstauen könnte. Das werden wir am Samstag anschauen und mit den Fachleuten besprechen", erklärt Wunderlich. "Ich bin froh, wenn es Einwände gibt. Es ist wichtig, dass sich die Bürger Gedanken machen und dass auch ihre Kenntnisse in die Planungen mit eingearbeitet werden", so Wunderlich, der derzeit Siegfried Decker vertritt.

Tatsächlich soll das Neubaugebiet von einem Graben umgeben werden, der zwischen siebzig Zentimeter und einem Meter tief sein soll. Das Wasser werde außerdem über eine Drainage abgeleitet, so Wunderlich. "Die Planungen sind auf ein hundertjähriges Hochwasser ausgelegt. Das wird alles seine Ordnung haben", ist er zuversichtlich, dass das Neubaugebiet noch in diesem Jahr erschlosssen werden kann. 25 Parzellen seien vorgesehen. "Wir haben schon 13 feste Interessenten", freut sich der Zweite Bürgermeister.


Große Nachfrage


Trotz der Schlagzeilen sei das Baugebiet äußerst beliebt. "Ich denke, das liegt an der Autobahnnähe. Wir haben auch Kindertagesstätte, Krippe und Hort. Ich denke, das Baugebiet wird sehr attraktiv sein", sagt Wunderlich. Andererseits verstehe er auch die Bedenken der Altanlieger. "In der Bauphase bringt so ein Neubaugebiet natürlich jede Menge Belastung mit sich. Das wissen wir. Aber letztlich wird das Neubaugebiet sogar für die Altanlieger eine Verbesserung bringen, weil dann nicht mehr so viel Wasser über die Felder in ihre Richtung fließen wird."

Der Bürgermeisterstellvertreter freut sich, dass in den vergangenen Wochen eine Annäherung zwischen Baugebietsgegnern und Gemeinde erfolgt ist. "Es ist immer besser, wenn man miteinander spricht und nicht übereinander", hofft er auf weitere konstruktive Gespräche.

Doch die Tatsache, dass das Bürgerbegehren im März aus formaljuristischen Gründen abgelehnt worden ist, wurmt die Vertreter des Bürgerbehrens noch heute. 454 Unterschriften hatten sie gesammelt und gefordert, dass vor der Ausweisung erst der Hochwasserschutz ertüchtigt werden müsse. Doch Juristen kamen zu dem Schluss, dass das Neubaugebiet und der Hochwasserschutz zwei getrennt voneinander zu behandelnde Themen sind. Daher verstieß die Formulierung des Bürgerbegehrens gegen das das sogenannte Koppelungsverbot. Die Ablehnung war die Folge.
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