Oberauhof
Naherholungsgebiet

WGK hat große Pläne für die Kieswäsch

Die WGK hat sich nicht nur Gedanken darüber gemacht, wie man der Gänse- und Blaualgen-Plage in dem Naherholungsgebiet Herr werden kann.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rainer Ludwig (Zweiter von links) ist Verwaltungsrat für das Naherholungsgebiet Oberauhof. Zusammen mit seinen WGK-Kollegen Ralf Hartnack (links) und Bürgermeister Stefan Schaffraneck (Zweiter von rechts) stellte der Stadtrat am Mittwoch die Pläne der WGK für die Kieswäsch vor. Foto: Jürgen Gärtner
Rainer Ludwig (Zweiter von links) ist Verwaltungsrat für das Naherholungsgebiet Oberauhof. Zusammen mit seinen WGK-Kollegen Ralf Hartnack (links) und Bürgermeister Stefan Schaffraneck (Zweiter von rechts) stellte der Stadtrat am Mittwoch die Pläne der WGK für die Kieswäsch vor. Foto: Jürgen Gärtner
+1 Bild
Auch wenn am Mittwoch noch dunkle Wolken über dem Naherholungsgebiet Oberauhof hingen und die Temperaturen kein Badefeeling aufkommen ließen: Die WGK macht sich Gedanken, wie man die "Kieswäsch" attraktiver gestalten kann - nicht nur in den Sommermonaten. Ideen gibt es viele - und die stellten die Kommunalpolitiker um den zuständigen Verwaltungsrat Rainer Ludwig bei einem Ortstermin vor. Ziel ist aber nicht nur eine Attraktivierung des Areals. Es gibt auch Pläne, um der Blaualgen- und Gänseplage Herr zu werden.


140 tierische Besucher

Rund 140 Nil- beziehungsweise Kanadagänse sowie ein Dutzend Schwäne bevölkerten das Gewässer (Rainer Ludwig: "Sie finden hier beste Bedingungen und haben ein enormes Brutaufkommen") und verschlechterten mit ihrem Kot die Wasserqualität.

Hinzu komme, dass es sich bei der "Kieswäsch" bislang um ein stehendes Gewässer
gehandelt habe und deshalb zu wenig Sauerstoff im Wasser war. All das hat nach den Worten von Rainer Ludwig die Blaualgenbildung unterstützt, die in der Vergangenheit für Schlagzeilen und ein Badeverbot gesorgt hatte.

Damit das nicht mehr passiert, wurden Rainer Ludwig zufolge schon verschiedene Maßnahmen ergriffen: So wurde ein Zaun entlang des Ufers aufgestellt. Mit dem Ergebnis: Die Tiere könnten nicht mehr an Land gehen - ein natürlicher Vergrämungseffekt. Die Wiesen- und die Wasserqualität im Uferbereich sei dadurch schon besser geworden, so Ludwig. Damit die Badegäste in den See können, sollen Zaunelemente versetzt oder entfernt werden, um den Zugang zu ermöglichen.

Zudem hat die Stadt Kulmbach das Grabensystem um den See von Pflanzen und Ablagerungen befreit. So kann Wasser von der Kieswäsch abfließen, während frisches Grundwasser nachströmt. Auch damit steige die Wasserqualität.

Ludwig appellierte ferner an die Besucher des Naherholungsgebiets, die Gänse nicht zu füttern. Jäger und Fischer würden sich zusätzlich geeignete Maßnahmen einfallen lassen, um den Gänsebestand zu reduzieren beziehungsweise zu verlagern.


Highlight für Region schaffen

Doch all diese Maßnahmen beziehen sich nur auf die Badegäste. Klares Ziel der WGK sei es allerdings, den Oberauhof ganzjährig zu nutzen und für Familien und Touristen interessant zu gestalten. "Es soll ein Highlight in der Region werden."

Dass das sogar mit nicht allzu großem Aufwand gelingen könne, davon zeigte sich WGK-Vorsitzender Ralf Hartnack überzeugt: Er kann sich auf den angrenzenden Wiesen einen Wohnmobilstellplatz vorstellen ("Das ist relativ einfach umzusetzen"), den Rundweg um den See sollte man ganzjährig für Radfahrer und Spaziergänger in Schuss halten und den Parkplatz mit LED- und solargestützten Lampen besser ausleuchten.

Für die Badegäste regte er ein Sonnendeck ebenso an wie die Wiederbelebung des Beachvolleyball-Feldes. Außerdem: "Einen Teilbereich am See könnte man auch mit Sand aufschütten und so einen Strand schaffen." Strandfeeling statt Liegewiese.

Auch an die Jüngsten hat er gedacht: Für die schlägt er einen "Matschspielplatz zum Austoben und Wohlfühlen" vor. Und warum nicht auch einen Hundestrand? "Den aber nicht im unmittelbaren Badebereich", betont Hartnack, der sich als Attraktion ferner einen Bootsverleih vorstellen kann - gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den Kioskbetreibern.


Seebühne und Events

Als weitere mögliche Attraktion nannte Hartnack eine Seebühne für Aufführungen. "Mit Blick auf die Plassenburg." Zusätzlich könne man noch den Blick auf Schloss Steinenhausen bei Melkendorf freilegen und wieder Events auf dem Kieswäsch-Gelände stattfinden lassen - See- und Sportfeste, wie es sie vor Jahren schon einmal gegeben habe.

Natürlich weiß Hartnack auch, dass die Umsetzung der Vorschläge Geld kostet. Deshalb werde nach Fördermitteln Ausschau gehalten, um möglichst wenig den Stadthaushalt zu belasten und die Ausgaben in einem vernünftigen Rahmen zu halten.

Viel Potenzial im Naherholungsgebiet sieht Kulmbachs Bürgermeister Stefan Schaffranek. Die Idee für einen Wohnmobilstellplatz bezeichnete er als ideale Ergänzung zum Stellplatz am Schwedensteg.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren