Peesten
Rockmusik

Von Kochlöffeln im Kinderzimmer zu Drumsticks auf der Bühne

Am 20. Februar feiern zwei Altrocker aus der Region ein Wiedersehen. Dann heißt es im "Nepomuk" wieder "Rock im Wald".
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Vollen Körpereinsatz zeigen die Musiker der "Hatchets" mit (von links) Franz und Wenzel Weintritt sowie Jochen Uhlig bei ihren Live-Konzerten. Davon können sich die Fans am 20. Februar im "Nepomuk" in Altenkunstadt überzeugen.  Foto: Stephan Stöckel
Vollen Körpereinsatz zeigen die Musiker der "Hatchets" mit (von links) Franz und Wenzel Weintritt sowie Jochen Uhlig bei ihren Live-Konzerten. Davon können sich die Fans am 20. Februar im "Nepomuk" in Altenkunstadt überzeugen. Foto: Stephan Stöckel
Der eine legte mit der Gruppe "Euroschäck" den Grundstein für die oberfränkische Punkmusikszene, der andere seinen drei Söhnen den Rock'n'Roll in die Wiege. Die Rede ist von Brandy Schäck aus Peesten und von Peter Weintritt ("Weak Willies") aus Bayreuth, die seit über 30 Jahren befreundet sind.


"Der Musik verfallen"


Auch Peters Sohn Franz bedeutet das Urgestein der Kulmbacher Musikszene viel: Er kennt "Euroschäck" aus den Erzählungen seines Vaters. Im vergangenen Jahr habe er die Band in der Bayreuther "Schokofabrik" endlich einmal live gesehen. "Es war super! Brandy ist der Musik verfallen und engagiert sich sehr für die heimische Szene. Solche Leute braucht man, damit die Livemusik nicht ausstirbt."

Am Samstag, 20. Februar, können Brandy und Franz in der Altenkunstadter Kleinkunstkneipe "Nepomuk" ein Wiedersehen feiern.
Das "Rock-im-Wald"-Team, bei dem sich das Punk-Rock-Urgestein aus Peesten seit Jahren ehrenamtlich engagiert, hat ein Festival auf die Beine gestellt, bei dem auch die "Hatchets" mit von der Partie sind (siehe Infobox).


Ein Blick zurück


Rückblende: Wir schreiben die 80er-Jahre. Während in der Bierstadt Kulmbach der Underground-Bär steppte, herrschte in der Wagnerstadt in punkto drei Akkorde eher tote Hose. "Kulmbach hatte eine viel lebendigere Szene", erinnert sich Schlagzeuger Ralf Irmler von den "Weak Willies", der kurz auch bei "Euroschäck" gespielt hat. "Ed Bergmann und ich hatten ihn in der Bayreuther Discothek ,Butterfly' kennengelernt", erzählt Brandy.

Vier Jahre nach der "Euroschäck"-Gründung schlug 1986 die Geburtsstunde der "Weak Willies". Inzwischen rocken auch die drei Söhne von Peter Weintritt. Franz (Gesang und Gitarre) und Wenzel (Schlagzeug) spielen unterstützt von Jochen Uhlig (Bass und Gesang) bei den "Hatchets",Valentin bei der "Rolling Chocolate Band".
"Unser Dad hat uns als Kinder mit Kassetten versorgt, auf denen die Beatles, die Ramones oder Chuck Berry zu hören waren. Sie liefen in unserem Kinderzimmer rauf und runter. Dazu spielten wir mit Kochlöffeln und Tennisschlägern", erzählt Franz Weintritt.

Aus der Kinderzimmerband ist inzwischen eine ausgewachsene und erstklassige Punkrockformation geworden, die beim Peestener Open Air vor zwei Jahren mit ihrer energiegeladenen Show begeisterte.


Rock'n'Roll-Gen vererbt


"Ich finde es toll, dass das Rock'n'Roll-Gen weitervererbt wurde. So bleibt die Szene immer lebendig", sagt Brandy. Mit seiner Kapelle "Euroschäck" würde er gerne einmal wieder mit den "Weak Willies" zusammenspielen. Warum? "Beide Gruppen sind altgediente Kultbands, die musikalisch auf einer Wellenlänge liegen."

Zunächst einmal freuen sich Franz Weintritt von den "Hatchets" und Brandy Schäck auf das Konzert im "Nepomuk" am 20. Februar. Mit der Kultkneipe verbinden sie nur gute Erinnerungen: Schäck feierte dort rauschende Jubiläumsfeten. Und auch Franz erinnert sich an wunderbare Abende: "Alles war top organisiert, der Sound war spitze und das Publikum super drauf! Was will man mehr?"


Das Programm


Am 20. Februar wird beim "Rock im Wald"-Festival im "Nepomuk" ab 20.30 Uhr gerockt, was das Zeug hält. Neben den "Hatchets" aus Bayreuth geht auch die Coburger Alternative-Metal-Band "Drown in Grace" an den Start. Top-Gruppe des Abends ist die amerikanische Gruppe "Wilson", die schon im Vorprogramm von Rockgiganten wie "Motörhead" zu sehen und zu hören war.

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