Kulmbach
Bauschäden

Viele Brücken im Kreis Kulmbach gammeln vor sich hin

Im Landkreis Kulmbach sind 16 von 37 staatlichen Brücken marode. Landtagsvizepräsidentin Inge Aures von der SPD kritisiert eine "unverantwortliche Misswirtschaft der Regierung".
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Über den Friesenbach in Döllnitz führt eine der maroden Staatsstraßen-Brücken im Landkreis Kulmbach. Foto: Stephan Tiroch
Über den Friesenbach in Döllnitz führt eine der maroden Staatsstraßen-Brücken im Landkreis Kulmbach. Foto: Stephan Tiroch
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Knapp ein Drittel der staatlichen Brücken in Oberfranken ist marode - im Landkreis Kulmbach sind es über 40 Prozent: Das geht aus der Antwort des bayerischen Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Landtagsvizepräsidentin Inge Aures aus Kulmbach spricht von "unverantwortlicher Misswirtschaft der Staatsregierung".

Insgesamt, so Aures, geht es in Bayern um 1192 Brücken von Staatsstraßen, die sanierungsbedürftig sind. Die SPD-Politikerin ist entsetzt: "Was die CSU-Regierung hier mit den Brücken treibt, ist versteckte und verschleppte Staatsverschuldung. Wenn zum Beispiel in Oberfranken 164 von 533 Brücken, also rund 30 Prozent, sanierungsbedürftig sind - und davon 28 mit beeinträchtigter oder erheblich beeinträchtigter Verkehrssicherheit, dann kann man nicht fassen, dass die Staatsregierung hier nichts tut."


Dreimal Note 5

Im Landkreis Kulmbach seien alleine 16 von 37 Brücken sanierungsbedürftig. Mit der Schulnote 5 (nicht ausreichend) sind drei Brücken in sehr schlechtem Zustand: über die Schorgast (Staatsstraße 2182) Kauerndorf, über den Streitmühlbach (St 2182) Himmelkron und über den Roten Main (St 2190) Katschenreuth. Die Schäden an folgenden Brücken (Schulnote 4) müssen kurzfristig behoben werden: über den Roten Main (neben St 2190) Katschenreuth, über Flutmulde 1 (neben St 2190) Katschenreuth, über den Reuthbach (St 2189) Neuenreuth, über den Friesenbach (St 2689) Döllnitz, über Flutmulde 2 (neben St 2190) Katschenreuth, über Flutmulde 4 Katschenreuth (St 2190), über Flutgelände (St 2190) Kasendorf, über Flutmulde 5 (St 2190) Katschenreuth, über Flutmulde 6 (St 2190) Katschenreuth, über den Friesenbach (St 2189) Kasendorf, über den Bahnhof (St 2183) Neuenmarkt, über den Haselbach (St 2183) Harsdorf und über Flutgelände (St 2183) Schlömen.

Tatsächlich saniert werde aber nur ein Bruchteil: in Oberfranken gerade mal 22 Brücken, im Landkreis Kulmbach lediglich die Friesenbachbrücke Kasendorf (Staatsstraße 2190) mit Kosten von 50.000 Euro.


"Sicherheit gefährdet"

"Für eine Staatsregierung, die sonst immer das Ziel der Entschuldung vor sich herträgt, ist das ein Armutszeugnis. Hier wird die Sicherheit der Menschen gefährdet und die Verschuldung einfach den künftigen Steuerzahlern aufgebürdet", so Aures.

Im Gegensatz zum vorherigen Doppelhaushalt sei auch der Betrag für Brückeninstandhaltung gesunken: "Von vormals rund 30 Millionen Euro sind nur noch insgesamt 23,3 Millionen übrig geblieben", sagt Aures. "Hier muss im Interesse der Verkehrsteilnehmer und der Steuerzahler generell nachgebessert werden."


Freie Wähler: Bayern zehn Jahre hinterher

Laut Bayerischer Staatszeitung kritisieren auch die Freien Wähler die Regierung. Deren stellvertretender Fraktionsvorsitzender Thorsten Glauber, Forchheim, meint: "Der Sanierungsstau unserer Brücken spiegelt den schlechten Zustand der gesamten Verkehrsinfrastruktur wider. Mit der Reparatur hängt Bayern mehr als zehn Jahre hinterher."

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