Neuenmarkt
Umzug

Viel Lob für die neue Außenwohnanlage

Die neue Außenwohnanlage der Diakonie Neuendettelsau für Menschen mit Behinderung in der Ahornstraße in Neuenmarkt ist ein wahres Schmuckkästchen geworden, die ersten Bewohner sind bereits eingezogen. Ihr Fazit: "Wir fühlen uns hier sehr wohl!"
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Zimmernachbarn: Patrick Wohlrath (links) und Matthias Gleiche; rechts Martina Groß, die Leiterin der Außenwohngruppe. Fotos: Werner Reißaus
Zimmernachbarn: Patrick Wohlrath (links) und Matthias Gleiche; rechts Martina Groß, die Leiterin der Außenwohngruppe. Fotos: Werner Reißaus
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Seit Mai dieses Jahres wird das Haus Schritt für Schritt belegt, bis zur offiziellen Einweihung im Oktober dieses Jahres wird es wohl mit seinen 24 Plätzen vollständig besetzt sein.

Einer der ersten Bewohner ist Kai Sobotta (26), der hier aufgewachsen ist und zu seiner Großmutter in Hegnabrunn nach wie vor eine sehr enge Verbindung hat. Zuvor lebte Kai über fünf Jahre in einer behinderten Wohngruppe in Burgkunstadt. Die Eingewöhnung fiel ihm nicht sonderlich schwer, zumal er sehr kontaktfreudig ist. Besonders freut er sich auf einen Schulfreund Michael Müller aus Neuenmarkt, der im September einziehen und sein Zimmernachbar sein wird.

Kai Sobatta geht wie alle Bewohner der Wohnanlage "Ahornstraße" in die Werkstatt für Behinderte nach Himmelkron. Dazu wird er täglich um 6.30 Uhr mit dem Bus abgeholt und nach dem Arbeitsende auch wieder nach Hause gebracht.

Selbstversorgung ist das Ziel

Auch das Essen passt, wie er sagt. Momentan kommen die Speisen noch aus der Großküche in Himmelkron. Die Bewohner haben aber auch die Möglichkeit, selbst zu kochen, zu braten und zu backen. Erklärtes Ziel ist es, sich irgendwann von der Verpflegung autark zu machen.

Mit Tanja Haunschild (21) befindet sich auch eine junge Frau aus der Region in der Wohnanlage. Sie kommt aus Bayreuth und lebte zuvor vier Jahre in Himmelkron. Inmitten ihrer Stofftiere strahlt sie über das ganze Gesicht: "Es ist schön hier, ich fühle mich wohl." Das sagt sie mit einem Unterton der Traurigkeit, weil sie so gut wie keine familiäre Bande mehr hat. Lediglich ihr Bruder besucht sie hin und wieder. Ihre "Familie" sind ihre Betreuer in der Wohnanlage. Auch Tanja arbeitet in der WfB.

"Wie im Hotel"

Zu den neuen Bewohnern zählen ferner Patrick Wohlrath (23), der aus Rugendorf stammt, und Matthias Gleiche (22), der in Kauerndorf und Fölschnitz aufgewachsen ist. Patrick gerät regelrecht ins Schwärmen: "Mir gefällt es hier wie im Hotel." Der 23-Jährige geht gern spazieren, sammelt DVDs - gegenwärtig hat er über 800 Stück in seiner Sammlung. Momentan ist er damit beschäftigt, die Sauberhaltung seines Zimmers zu erlernen.

Matthias Gleiche kam ebenfalls über Himmelkron nach Neuenmarkt. "Mir gefällt es hier sehr gut. Das schöne Haus und auch das Lokmuseum." Der Bayern-Fan mag auch Tiere und fährt gern Fahrrad - entweder draußen oder im Fitnessraum.

Martina Groß, die Leiterin der Außenwohngruppe, freut sich natürlich, wenn sich ihre Schützlinge wohl fühlen. "Wir haben mit fünf Personen angefangen. So schön wie die neue Wohnanlage auch ist: Wir müssen alles ganz neu organisieren."

Wie sie erzählt, wurden die Zimmer gemeinsam mit den Bewohnern eingerichtet. "Wir haben versucht, mit ihnen Aufgaben, Lernziele und einen ganz normalen Tagesablauf zu erarbeiten."

Martin Brendel, einer von vier Mitarbeitern, hat ähnliche Erfahrungen gemacht: "Die Arbeit hier ist im Vergleich zum normalen Heimbereich ganz was anderes. Es ist alles so weitläufig, man hat Platz ohne Ende. Es ist für uns eine neue Herausforderung."

Seine Kollegin Susanne Wehrfritz sieht es ähnlich: "Das war für uns auch Motivation. Wir befinden uns hier eigentlich im Paradies. Die Bewohner sagen uns auch immer wieder, wie dankbar sie über ihr neues Zuhause sind."

Die Nachbarn eingeladen

Was dem Team um Martina Groß besonders wichtig war: "Wir haben die Nachbarn zu uns eingeladen, damit die uns kennenlernen. Das ist alles sehr positiv verlaufen."

Alexandra Schuberth, die Leiterin der Offenen Hilfen, bekräftigt unterdessen noch einmal die Entscheidung, kleinere, dezentrale Wohneinheiten zu schaffen: "Im Schloss war es allein wegen baulicher Geschichten notwendig, eine andere Lösung zu schaffen. Das war allen Beteiligten klar."
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