Gebührender Anlass war die Einladung vom Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Wolfgang Heubisch (FDP), zu einem Empfang im Ministerium.
Diebisch gefreut hat sich Alex Kintzel über das Lob des Ministers, "dass wir aus dem Norden des Freistaates eine klasse Musik machen". Und ihre Freundin Anna Ströhlein aus Weißenbach ergänzt: "Der Minister hatte sich ja bei seiner kurzfristigen Stippvisite selbst ein Bild von der Leitungsfähigkeit der Untersteinacher Blasmusik machen können. Und unser Vorsitzender Lothar Huber informierte den Staatsminister über die Nachwuchsarbeit."

Radiosender und FC Bayern


In vollbesetzten Reisebus starteten die Musiker bereits um 6.30 Uhr zur München-Tour. Erste Station in Oberbayern machten sie beim Radiosender Antenne Bayern. Weiter ging es zum Club- und Trainingsgelände des FC Bayern München an der Säbener Straße.
Im persönlichen Gespräch mit dem Staatsminister hielten dann die Untersteinacher Vorsitzenden Lothar Huber und Siegfried Köber mit den augenblicklichen Problemen sowie Rechtsunsicherheit und mit den Forderungen der Künstlersozialkasse nicht zurück. "Hier gilt es von der Politik klarzustellen, was Sache ist", forderte Köber.

Kritisches Schreiben


Die beiden übergaben dem Staatsminister Heubisch ein Schreiben mit folgendem Wortlaut:
"Wir möchten den heutigen Besuch wahrnehmen, um auf bestimmte Umstände hinzuweisen, mit denen sich Musikvereine herumschlagen müssen. In jüngster Zeit ist das Problem mit der Künstlersozialkasse im Rahmen der Künstlersozialabgabe hochgekocht. Der Vereinszweck der meisten Vereine zielt auf eine Basisausbildung hin, um zu einer kulturellen Bereicherung des örtlichen Geschehens beizutragen. Wir möchten, dass der Gesetzgeber eine saubere juristische Trennung zwischen gewerblich orientierten Anbietern und Musikvereinen definiert, egal wie der Verein die Ausbildung seiner Mitglieder organisiert.
Ein weiteres Problem ist die Behandlung der Vereine aus steuerlicher Sicht. Es kann nicht angehen, dass die Überschüsse aus dem Wirtschaftsbetrieb mit den Verlusten des ideellen Bereichs nicht verrechnet werden können. Die wirtschaftlichen Aktivitäten stehen immer im Zusammenhang mit der Finanzierung der Vereinszwecke. Es kann sein, dass die Liquiditätsabflüsse aus dem ideellen Bereich in einigen Gegenden (Süd-Westen der Bundesrepublik) mit einem hohen Spendenaufkommen ausgeglichen werden, wobei in unserer Gegend ist dieses Verhalten nicht erkennbar ist. Hier kann ein Verein nur überleben, wenn er Eigenrotation - das ist das 110-Prozent-Ehrenamts-Engagement - entwickelt. Letztendlich führt die aktuelle Behandlung zu einer Besteuerung der Ehrenamtstätigkeit, wahrscheinlich um den Ehrensold bestimmter Personen zu finanzieren.
Auch die GEMA stellt sich für Vereine als permanente Bedrohung dar. Müssen schon die Noten mit überhöhten Gebühren beschafft werden, so fallen weitere Kosten (administrativer Aufwand und direkte Abgaben) an, wenn Stücke in der Öffentlichkeit aufgeführt werden. Es ist sicherlich richtig, dass geistiges Eigentum eine bestimmte Zeit zu schützen ist und nur über den Erwerb von Verwertungsrechten nutzbar sein soll. Die Schutzzeiträume kommen aber aus einer Zeit, als niemand nur annähernd die Schnelllebigkeit unserer Zeit ahnte. Die Informationsgewinnung ist in der heutigen Zeit so hoch, dass die Wahrung der Schutzzeiträume einer Rechtsprechung von Vorgestern entspricht.
Die Vereine sind unseres Erachtens tragende Elemente der gewachsenen Kultur in Deutschland. Die Politik versucht offenbar ständig, diese Strukturen anzugreifen und zu demoralisieren. Wir, die Eltern und Verantwortliche werden alles tun, um Vereine am Leben zu halten. Das ist allemal besser als die massive Bezuschussung bestimmter öffentlicher Einrichtungen, die dann in Zeiten knapper Kassen ohne Pathos einfach geschlossen werden."