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Kasendorf
Prozess

Tödlicher Streit auf Baustelle: Vier Jahre Haft

In dem Prozess um den tödlichen Streit auf einer Baustelle im Kreis Coburg ist das Urteil verkündet worden - der Angeklagte muss vier Jahre in Haft.
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Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Till Wagler (rechts) am ersten Verhandlungstag. Foto: Archiv/Stephan Tiroch
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Till Wagler (rechts) am ersten Verhandlungstag. Foto: Archiv/Stephan Tiroch
In dem Prozess um den tödlichen Streit auf einer Baustelle im Kreis Coburg ist das Urteil verkündet worden - der Angeklagte muss vier Jahre in Haft. Das Landgericht Coburg hielt ihn am Mittwoch der Körperverletzung mit Todesfolge für schuldig, ging aber von einem minderschwerem Fall aus.

Eine Aussetzung zur Bewährung, wie es der Verteidiger des Angeklagten gefordert hatte, sei nicht möglich, so die 1. Große Strafkammer. Denn es sei ein Mensch gestorben, es sei Leid über die Familie gebracht worden.

Oberstaatsanwalt Martin Dippold hatte zuvor in seinem Plädoyer erklärt, der objektive Ablauf der Tat auf der Baustelle bei Großheirath stehe fest. Der Kasendorfer sei mit einer 1,6 Meter langen Schaufel am Kopf getroffen worden. Das sei als Totschlag zu werten, dem Angeklagte sei ein bedingter Tötungsvorsatz zu unterstellen, er habe die Folgen billigend in Kauf genommen.

Es sei dem Mann, so der Staatsanwalt, schlichtweg egal gewesen, was passiert.

Dennoch sei von einem minderschweren Fall auszugehen. Man müsse die Gesamtsituation sehen. Für den Angeklagten sei es demütigend gewesen. Das spätere Opfer sei auf ihn zugegangen,habe ihn angegriffen. Man müsse hier von einer tätlichen Beleidigung ausgehen.

Das Opfer habe im übrigen damit rechnen müssen, dass sich der andere auch körperlich wehre. Der Oberstaatsanwalt forderte daher eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen Totschlags in einem minderschweren Fall.

Der Verteidiger des Angeklagten, der Kronacher Rechtsanwalt Till Wagler, erklärte, auf der Baustelle sei eine Situation eskaliert. Daran sei der Kasendorfer schuld gewesen, er sei ein Heißsporn gewesen.

Seinem Mandanten sei kein bedingter Tötungsvorsatz vorzuhalten - man müsse von einer Körperverletzung mit Todesfolge ausgehen. Der Angeklagte sei kein typischer Täter, er lebe sozial eingeordnet, habe sich nie etwas zu Schulden kommen lassen.

Es seien fünf Minuten gewesen, die sein ganzes Leben verändert hätten. "Er hat etwas getan, was wer sich nicht hätte vorstellen können: Er hat einen Menschen umgebracht", so Wagler. Und weiter: "Es war ein Augenblicksversagen mit fatalen Folgen."

Ein Raunen ging durch den Gerichtssaal, als er eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit Strafaussetzung zur Bewährung wegen einer Körperverletzung mit Todesfolge forderte.

Der Angeklagte betonte in seinem Schlusswort, dass es ihm leid tue und er den Tod des Kasendorfers nicht gewollt habe.

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