Plassenburg
Objekt des Monats

Totenmaske Friedrichs des Großen auf der Plassenburg

Im Armeemuseum Friedrich der Große schlummern spektakuläre Schätze. So kann die Totenmaske des 1786 verstorbenen Königs bestaunt werden.
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Die Totenmaske und das Testament Friedrichs des Großen ist auf der Plassenburg zu sehen. Foto: privat
Die Totenmaske und das Testament Friedrichs des Großen ist auf der Plassenburg zu sehen. Foto: privat
Als Friedrich der Große in seinem Sommerschloss Sanssouci am frühen Morgen des 17. August 1786 in den Händen des Kammerlakaien Strützky starb, war er 74 Jahre alt. Prinz Friedrich Wilhelm, der spätere König Friedrich Wilhelm III., schrieb: "Er war in dem Konzertsaal auf seinem Feldbett ausgestreckt, einen kleinen Hut auf dem Kopfe, der mit einer Serviette um das Kinn befestigt war; ferner hatte er einen alten blauen, seidenen Mantel um, unter welchem er noch ein Pelzhemde anhatte. Seine Füße und Beine waren mit großen Gichtstiefeln bekleidet; das rechte Bein war überaus dick geschwollen ..."

Der neue König, sein Neffe Friedrich Wilhelm II., hatte befohlen, dass man einen geschickten Wachspoussierer rufen sollte, damit er einen guten Abdruck vom Gesicht des Königs machen sollte. Man bestimmte dazu den Potsdamer Bildhauer Johannes Eckstein. Er machte einen Abdruck von Gips, indem er die Masse auf das Gesicht abdrückte. Die Büste, welche nach dieser Form gemacht wurde, glich ganz ungemein dem verstorbenen König, wie sein Leibarzt Dr. Selle feststellte.


Viele Kopie in Umlauf


Obwohl Eckstein keine offizielle Erlaubnis erhielt, ließ er die Totenmaske mehrmals kopieren, unter anderem zweimal in Wachs. Von dem Gipsmodell kamen im 19. Jahrhundert viele Kopien in Umlauf. Später hat man einen Gesichtsabguss zu einem kompletten Kopf ergänzt.

Der Totenmaske kommt insofern auch große Bedeutung zu, da sie neben dem Gemälde von Ziesenis, dem der König ausnahmsweise Modell saß, das einzige authentische Objekt ist, das Friedrich realistisch "nach der Natur" zeigt.


Auszüge aus dem Testament


Sechs Tage später, am 23. August, kam der Geheimrat von Hardenberg-Reventlow, der spätere Staatskanzler, nach Berlin und überbrachte Friedrichs persönliches Testament vom 8. Januar 1769, das er beim Herzog von Braunschweig als Testamentsvollstrecker hinterlegt hatte. Es ist von ihm persönlich in 33 Punkten handschriftlich in französischer Sprache abgefasst und enthält in deutscher Übersetzung unter anderem folgende Ausführungen:

1. Gern und ohne Klage gebe ich meinen Lebensodem der wohltätigen Natur zurück, die ihn mir gütig verliehen hat, und meinen Leib den Elementen, aus denen er besteht ...

2. Meinem lieben Neffen Friedrich Wilhelm, dem Thronfolger, hinterlasse ich das Königreich Preußen, die Provinzen, Staaten, Schlösser, Festungen, Munition, Zeughäuser, die von mir eroberten und ererbten Länder, alle Kronjuwelen, ... als Eigentum des Staates und allein dazu bestimmt, die Völker zu verteidigen oder ihnen Erleichterung zu verschaffen.


Zwei Tonnen Wein jährlich


Dann folgen Zuwendungen an die engsten Verwandten:

4. Der Königin, meiner Gemahlin, hinterlasse ich das Einkommen, das sie genießt und das um jährlich 10 000 Taler erhöht werden soll, zwei Tonnen Wein jährlich, freies Holz und das Wildbret für die Tafel ... Zugleich verlange ich von meinem Neffen, dass er ihr eine angemessene Wohnung im Berliner Schlosse überlässt und ihr mit der Ehrerbietung begegnet, die ihr als Witwe seines Onkels und als einer Fürstin zukommt, deren Tugend sich niemals verleugnet hat.

12. Meiner Schwester Amalie 10 000 Taler, ... eine Dose im Wert von 10 000 Talern aus meiner Schatulle, 20 Eimer Ungarwein und das silberne Tafelgeschirr, von dem meine Flügeladjudanten in Potsdam speisen.


Gesundheitlich angeschlagen


32. Bis zum letzten Atemzuge werden meine Wünsche dem Glück des Staates gelten. Möge er stets mit Gerechtigkeit, Weisheit und Stärke regiert werden!

Dieses ursprünglich nur dem engsten Familienkreis zugängliche Testament wurde fünf Jahre nach Friedrichs Tod im Oktober 1791 von einer namentlich nicht bekannten Person handschriftlich kopiert. Friedrich, der schon in jungen Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, war Jahrzehnte lang durch Gichtanfälle, Hämhorroiden sowie Magen- und Darmbeschwerden beeinträchtigt. Die Jahre des Siegenjährigen Krieges verbrachte er fast auschließlich im Felde, wenn man von der Zeit der Winterquartiere absieht. Übernachtungen in Schlössern blieben die große Ausnahme. Um nahe bei der Truppe sein zu können, nächtigte er in luftigen Zelten auf einem Feld-Klappbett. Diese Umstände führten zu einer schnellen Alterung, was ihn veranlasste, sechs Jahre nach Kriegsende dieses Testament abzufassen. Gegenüber engsten Vertrauten äußerte er mehrmals, dass er nicht mehr lange leben werde. Dass sein Ende erst 17 Jahre später kommen würde, war nicht vorauszusehen.


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