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Tolles Rezept für einen klaren Kopf

Jugendreporterin Rebecca Dörnhöfer ist zwölf Jahre alt und lebt gerne gesund. Sie orientiert sich dabei an den Regeln des heilkundigen Pfarrers Kneipp.
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Unsere Jugendreporterin Rebecca Dörnhöfer ist zwölf Jahre alt und besucht die Montessori-Schule in Mitwitz. Sie ist ein großer Kneipp-Fan. Täglich geht sie zum Wassertreten. Foto: Dagmar Besan d
Unsere Jugendreporterin Rebecca Dörnhöfer ist zwölf Jahre alt und besucht die Montessori-Schule in Mitwitz. Sie ist ein großer Kneipp-Fan. Täglich geht sie zum Wassertreten. Foto: Dagmar Besan d
Pfarrer Sebastian Kneipp hat gewusst, was Körper, Geist und Seele gut tut. Im 19. Jahrhundert entwickelte er ein Gesundheitskonzept, das auf fünf Säulen beruht: Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter und Lebensordnung. Seine Lehren können auch dem modernen Menschen helfen, gesund zu bleiben oder wieder zu werden.


Kneippen ist auch was für Kinder


Viele denken, Kneipp-Tipps sind nur etwas für ältere Leute. Aber das stimmt nicht. Gesund will man doch auch sein, wenn man jung ist! Ich finde die Empfehlungen sehr gut, weil sie das Immunsystem stärken. Wenn es mir nicht gut geht, probiere ich lieber natürliche Sachen, um wieder fit zu werden, statt Tabletten zu nehmen. Wenn ich Bauchschmerzen habe, hilft mir meistens ein frischer Kamillentee - mein Lieblingstee.

Ich habe in meiner Schule viel über die Gesundheitslehre von Pfarrer Kneipp gelernt. Ich besuche die 7. Klasse der Montessori-Schule in Mitwitz. Kneipp-Anwendungen sind bei uns fester Bestandteil des Unterrichts. Unsere Schule ist inzwischen sogar offiziell eine Kneipp-Schule.

Zum Bereich Lebensordnung gehören tägliche Rituale wie zum Beispiel der Morgenkreis in unserer Schule, bei dem wir den Tag besprechen, oder eine abendliche Lesestunde zu Hause. Im Sommer wie im Winter kneippt man unter anderem durch Tau- oder Schneetreten und stärkt so das Immunsystem. Beim Tautreten läuft man morgens früh, wenn der Tau noch auf dem Gras liegt, barfuß durch das Gras, im Winter durch den Schnee. Danach sollte man sich auf jeden Fall warme Socken anziehen, sonst erkältet man sich und erreicht das Gegenteil von dem, was man wollte.

Wenn man Kneipp hört, denkt man sofort ans Wassertreten. Das mache ich auch sehr gern. Regelmäßig durch kaltes Wasser zu waten, zum Beispiel in einem Bach oder in einem Becken, regt den Kreislauf an. Wenn es draußen so heiß ist wie in dieser Woche tut es außerdem einfach gut .

Vor ein paar Tagen hatte ich einen heftigen Bluterguss. Geholfen haben mir Quark-Umschläge und kaltes Wasser. Wir haben zu Hause im Garten einen Pool. Das ist für mich natürlich sehr praktisch.

Das Beste ist: Seit ich regelmäßig kneippe, bin ich viel besser in der Schule! Ich mache zum Beispiel zwischendurch mal kalte Armbäder. Das ist super, erfrischt und hilft mir beim Lernen. Danach kann ich mich viel besser konzentrieren.

Frische, gesunde Ernährung gehört zu Kneipp. Kein Fastfood, sondern selbst gekochtes Essen und als Pausenbrot vielleicht keine Schokolade sondern lieber mal ein Apfel. Kräuter runden das Essen prima ab.


Die Geschichte mit der Kuh


Und wer war nun dieser Sebastian Kneipp, von dem wir das alles gelernt haben? Er lebte von 1821 bis 1897. Von seinen Eltern wurde er immer nur Bastl genannt. Bastl wollte Pfarrer werden, aber seine Familie war arm und die Ausbildung teuer. Um sich das nötige Geld zu verdienen, hütete er Kühe. Eines Tages verletzte sich eine Kuh, und Bastl beobachtete, dass sie immer wieder in einen Fluss und wieder hinaus stieg. Abends war die Verletzung verheilt.

Viele Jahre später, als er das Gymnasiums absolviert hatte, Theologie studierte und sich auch mit Pflanzenheilkunde beschäftigte, erkrankte er schwer, und die Ärzte wussten nicht, wie sie ihm helfen konnten. Da erinnerte er sich an die Geschichte mit der Kuh. Nun ging er jeden Morgen zu einem Fluss in der Nähe und watete im kalten Wasser. Daraufhin wurde er wieder gesund und half mit seinen Methoden auch vielen anderen Menschen. Die Wasserkur wurde durch ihn berühmt und ist allgemein anerkannt.
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