Thurnau
Millionenprojekt

Thurnauer Töpfermuseum erhält Förderbescheid

Es war ein freudiger Anlass, zu dem Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/OL) in das Thurnauer Töpfermuseum eingeladen hatte: Die Übergabe des Leader-Förderbescheides durch Leader-Manager Michael Hofmann über den stattlichen Betrag von 150.000 Euro.
Artikel drucken Artikel einbetten
Museumsleiterin Rosi Ebert, Klemens Angermann, Landrat Klaus-Peter Söllner, Hans-Friedrich Hacker, Leader-Manager Michael Hofmann, Bürgermeister Dietmar Hofmann und Sandra Bali (von links) freuen sich über den Startschuss für den Umbau des Töpfermuseums. Fotos: Rei.
Museumsleiterin Rosi Ebert, Klemens Angermann, Landrat Klaus-Peter Söllner, Hans-Friedrich Hacker, Leader-Manager Michael Hofmann, Bürgermeister Dietmar Hofmann und Sandra Bali (von links) freuen sich über den Startschuss für den Umbau des Töpfermuseums. Fotos: Rei.
+1 Bild
Die Übergabe bildete zugleich den Startschuss für eine umfassende Sanierung des Töpfermuseums, die bis zum April nächsten Jahres abgeschlossen sein soll. Insgesamt wird die Marktgemeinde Thurnau bis dahin rund 435.000 Euro in die Hand nehmen. Bürgermeister Dietmar Hofmann stellte fest, dass die stagnierenden Besucherzahlen und damit auch das Ausbleiben von Eintrittsgeldern ein hohes Defizit im Töpfermuseum verur-sachten. Die Einnahmen würden in Zukunft die Unterhaltskosten aber auch nicht decken, da gebe man sich in der Marktgemeinde keiner Illusionen hin.

Zugleich sei die Präsentation der Gegenstände nicht mehr ganz zeitgemäß: "Es ist kein Museum zum Anfassen. Aber welches Museum bietet sich da mehr an als ein Töpfermuseum?" fragte er. Hier könne man arbeiten und formen. Ganz nebenbei gelte es einen feuchten Keller zu sanieren, den man dann für Sonderveranstaltungen und die Museumspädagogik nutzen könnte.

Mit einem ganzheitlichen Konzept soll nun die Zukunft der Einrichtung langfristig gesichert werden. Für die dafür fälligen Gesamtkosten von 435.000 Euro gibt es einen Zuschuss von insgesamt 85 Prozent.

Bürgermeister Dietmar Hofmann: "Sandra Bali und Museumsleiterin Rosi Ebert haben ein Konzept mit dem Kurztitel ,Thurnau und das Kulmbacher Land als Töpfer- und Kunsthandwerkerregion' entwickelt, das die lokale Leader-Aktionsgruppe mit Landrat Klaus Peter Söllner an der Spitze und mehrere Fördergeber vollauf überzeugt hat. "Das ist eine tolle Geschichte, denn allein die geplante Heizung wäre uns teurer gekommen als jetzt unser Anteil für das ganzheitliche Konzept", freute sich der Bürgermeister. Er wies besonders darauf hin, dass man einen musemspädagogischen Bereich samt Tonwerkstatt und Brennofen schaffen werde. Das werde die Attraktivität der Einrichtung nachhaltig steigern.

Landrat Klaus Peter Söllner freute sich, dass man den Startschuss für ein großes Projekt im Rahmen der Leader-Konzeption geben könne: "Ich denke, dass das sicherlich die Strahlkraft von Thurnau als wunderschönes Töpferstädtchen in einer unglaublichen Weise erhöht."

Hans-Friedrich Hacker, der die Maßnahme auch als Architekt begleiten wird, bezeichnete die Sanierung als einen krönenden Abschluss: "Das sind wir der Geschichte von Thurnau schuldig."

Sandra Bali hat ein Konzept erstellt, mit dem "Thurnau und das Kulmbacher Land als Töpfer- und Kunsthandwerker-Region" bekannt werden soll. Wir haben sie gefragt, wie sie das anstellen will.

Wie groß ist die Freude, dass das Konzept jetzt in die Umsetzungsphase geht?

Sandra Bali: Sie ist natürlich immens groß, alleine deshalb, weil wir uns sehr lange damit beschäftigt haben. Ich habe ja schon 2010 mit der Erarbeitung des Konzeptes angefangen. Das hat bis jetzt gedauert, bis alle Informationen zusammengetragen wurden und wir auch alle Gelder beantragt haben. Nachdem es eine lange Vorlaufzeit war, ist es ein fantastisches Gefühl, dass es jetzt los geht und wir endlich zur Umsetzung des Ganzen von der Theorie in die Praxis kommen können.

Wer hat die Vorgaben für dieses Konzept geliefert?
Unsere Museumsleiterin Rosi Ebert hat sich an die Landesstelle für nichtstaatliche Museen gewandt, damit ihr geholfen wird, das Museum zu überarbeiten. Die Besucherzahlen sind zurückgegangen, und es musste etwas geschehen, das ist schon seit langer Zeit klar. Die Landesstelle ist dann auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich bereit wäre, ein Konzept zu erarbeiten. Das habe ich in enger Zusammenarbeit mit Rosi Ebert und mit der Landesstelle sowie der Servicestelle für Museen in Oberfranken gemacht. Dabei erhielt ich ganz hervorragende Unterstützung.

Seit wann besteht das Töpfermuseum?
Es wurde 1982 eröffnet und ist danach mehrmals überarbeitet worden. Das jetzt ist quasi die Vervollständigung des Ganzen. Es ist ja nicht eine Überarbeitung und Aktualisierung der Dauerausstellung. Ein großes Thema ist jetzt die Museumspädagogik, die gehört einfach zur musealen Arbeit dazu, um das Ganze auch praktisch zu vermitteln. Bisher mussten wir das immer ablehnen, weil wir einfach nicht die Räumlichkeiten dazu hatten. Ein weiterer größerer Punkt ist auch, dass wir ein Depot bekommen, damit wir überhaupt erst mal flexibel sind, um hier etwas zu verändern.

In der Sitzung des Marktgemeinderates war auch von einer "Entrümpelung des Museums" die Rede. Teilen Sie die Meinung?
Nein, auf gar keinen Fall! Es ist ja momentan ein sehr schönes und ein sehr liebenswürdiges Museum, also durchaus ein Museum mit Charme. Aber es gehört halt auch aktualisiert und überarbeitet. Entrümpeln ist vielleicht der falsche Ausdruck. Es wird schon gestrafft und zum Teil reduziert in den Exponaten, dass bestimmte Ausstellungsstücke etwas besser hervorgehoben werden. Aber im Großen und Ganzen schätzen wir nach wie vor jedes einzelne Exponat.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren