Thurnau
Gemeindeentwicklung

Thurnau bekommt ein neues Baugebiet

In Thurnau wird ein 22 000 Quadratmeter großes Neubaugebiet geschaffen. Erschlossen wird es von einem privaten Investor.
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22 000 Quadratmeter groß ist das Baugebiet, das im Anschluss an das Awo-Seniorenheim in der Kirschenallee (Bild) ausgewiesen werden soll. Foto: Alexander Hartmann
22 000 Quadratmeter groß ist das Baugebiet, das im Anschluss an das Awo-Seniorenheim in der Kirschenallee (Bild) ausgewiesen werden soll. Foto: Alexander Hartmann
Bauplätze sind in Thurnau rar - die Nachfrage nach Grundstücken ist allerdings groß. Verständlich, dass die Freude der Thurnauer Gemeinderäte in der Sitzung am Montagabend groß war. Mit der Aufstellung des qualifizierten Bebauungsplanes "Wohnbaugebiet Alte Allee" und der Änderung des Flächennutzungsplanes wurde nämlich ein wichtiges Projekt auf den Weg gebracht: Im Anschluss an das Awo-Seniorenheim in der Kirschenallee mit Blickrichtung Döllnitz soll ein 22 220 Quadratmeter großes Baugebiet ausgewiesen werden. Ein für die finanziell sehr klamme Gemeinde erfreulicher Aspekt: Der Markt muss kein Geld in die Hand nehmen - die Erschließung nimmt ein privater Investor vor.


700 bis 950 Quadratmeter

Architektin Syndia Weigand-Räse vom Kronacher Büro HTS stellte das Projekt vor, das von der Jarosch Forstverwaltung vorangetrieben wird. Wie die Architektin mitteilte, können elf Einfamilienhäuser auf Grundstücksgrößen zwischen 700 und 950 Quadratmetern errichtet werden. Auf zwei Grundstücken seien Gebäude für einen "gesundheitlichen Aspekt" vorgesehen, so Weigand-Räse.

Was sich dahinter verbirgt, erläuterte gestern Clemens Ulbrich, der das Projekt für die Forstverwaltung betreut. Es sei ein Ziel der Manfred-Jarosch-Stiftung, den Gesundheitsaspekt zu fördern. Das sei der Hauptbeweggrund gewesen, die Fläche in Thurnau zu erschließen.


Geriatrie im Blick

Fest stehe, dass zwei Gebäude für den geriatrischen Bereich, sprich die Alters- oder Altenmedizin, genutzt werden sollen. Betreute Wohnmöglichkeiten für Senioren oder auch die Betreuung Demenzkranker wären beispielsweise denkbar. "Wir sind noch in der Findungsphase und stehen mit mehreren Betreibern im Gespräch", so Clemens Ulbrich.

Da in Thurnau Bauplätze benötigt werden ("Das hat uns der Bürgermeister deutlich gemacht"), habe sich die Fortsverwaltung entschieden, neben der Geriatrie auf dem Areal auch Wohnbebauung zu ermöglichen. Über den Realisierungs-Zeitplan könne er noch keine konkreten Angaben machen. Nach der Aufstellung des qualifizierten Bebauungsplanes folge jetzt erst einmal die Auslegungsphase der Baupläne. Wenn alles reibungslos verlaufe, könnte die Erschließung im Herbst in Angriff genommen werden. Es ist laut Ulbrich das Ziel, dass mit der Bebauung der Parzellen im kommenden Jahr begonnen werden kann.

Die Freude darüber, dass Grundstücke zur Verfügung gestellt werden, war im Gemeinderat groß. Es sei für den Markt ein Glücksfall, dass ein privater Investor die Maßnahme in Angriff nehme, sagte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU).


Bäume sind gefallen

Dass die Awo als Nachbar bei den Planungen mit ins Boot geholt werden sollte, wünschte sich Dietmar Hofmann (SPD), der es bedauerte, dass für das Projekt "Alte Allee" bereits drei Bäume geopfert worden sind.
Die Ausgleichsflächen sollten nicht wie derzeit geplant auf Kasendorfer Gemeindegebiet, sondern in Thurnau geschaffen werden, forderte Veit Pöhlmann (FDP). Pöhlmann begrüßte es, dass in Zeiten, in denen das Bauen noch erschwinglich sei, ein solches Angebot unterbreitet werde.

Wir haben schon lange nach so etwas Ausschau gehalten", stellte Erwin Schneider für die FW-ÜWG fest. Dass ein Generationen-Spielplatz auf dem Areal eingerichtet werden könnte, regte sein Fraktionskollege Detlef Zenk an. Es mache Sinn, die Fläche über die Kirschenallee zu erschließen, betonte Jürgen Kieslich für die CSU.
"Welche Bedeutung das Projekt des privaten Investors für Thurnau hat, machte Bürgermeister Bernreuther abschließend noch einmal deutlich: "Ich freue mich, dass wir die Leute, die nach Baugrund suchen, im Rathaus bald nicht mehr wegschicken müssen."

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