Untersteinach
Musik

Tango-Konzert in Untersteinach voller Dramatik und Leidenschaft

Clementina Culzoni ist zauberhaft - und sie hat eine gewaltige Stimme. Im Nu verwandelte sie das neue Untersteinacher Gemeindehaus in einen "verruchten" Tangoschuppen, einige Tänzer wagten sich sogar aufs Parkett.
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Mit der argentinischen Bomba Leguero begleitete sich Clementina Culzoni selbst. Foto: Sonja Adam
Mit der argentinischen Bomba Leguero begleitete sich Clementina Culzoni selbst. Foto: Sonja Adam
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Die Wiege des Tango liegt in Argentinien. Zunächst galt er als anrüchig und wurde nur in Rotlichtbars getanzt. Doch trotz des schlechten Rufes hat er einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten. Die besten Tangotänzer wurden "Garufa" genannt. "Sie bekamen die schlampigsten Frauen", verriet Clementina Culzoni.


Bomba Leguero im Gepäck


Die Künstlerin kam mit dem Argentinier Claudio Duverne und dem Bandoneon-Spieler Jürgen Karthe nach Untersteinach. Und Clementina Culzoni ließ all die verschiedenen Facetten des Tangos aufleben - traurig, dramatisch, leidenschaftlich. Vor einigen Jahren hatte sie in der Untersteinacher Kirche bereits die "missa criolla" gesungen, seitdem macht sie auch mit ihrem Tango-Programm regelmäßig Station.

Diesmal testete sie das Gemeindehaus auf seine Tangotauglichkeit. Im kurzen Kleidchen geizte Clementina nicht mit Reizen und erweckte Tango mit viel Sex-Appeal zum Leben. Ein absoluter Höhepunkt war der Einsatz der typisch argentinischen Bomba Leguero, einer Trommel, die aus einem Baumstamm gefertigt und mit Ziegen- und Kuhfell bespannt wird. Clementina sorgte mit diesem Instrument für tolle Stimmung. "Früher hat man sich mit so einer Bomba in den Bergen verständigt, heute gibt es ja Handys", scherzte sie. Mit viel Charme und Zwischenmoderationen schaffte es die Künstlerin immer wieder, viel Wissenswertes über die südamerikanische Lebensart zu vermitteln.


Ganz Mutige wagten sich aufs Parkett


Neben traditionellen Tango-Rhythmen boten Clementina und ihre beiden Begleiter auch Weisen von Astor Piazolla. Ssogar ein Walzer und ein Carnavalito erklangen.

Mit lauten "Otra, otra, otra"-Rufen - also dem Wunsch nach Zugaben - verabschiedete das Untersteinacher Publikum Clementinah. Dann wurde die Tanzfläche frei für die eingefleischten Tango-Fans. Unter den Zuhörern waren einige, die richtig Spaß am Rhythmus hatten und die die Gelegenheit nutzten, um übers Parkett zu schweben. Für Nicht-Tango-Tänzer hatten die freiwilligen Helfer des evangelischen Gemeindehauses kleine raffinierte Köstlichkeiten mit "Tango-Flair" zubereitet.
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