Mainleus

TSC Mainleus: Alles hört auf sein Kommando

Mit Robert Bosch steht seit kurzem ein Offizier an der Spitze des Klubs. Was er bei dem großen Sportverein vorhat und was sein neues Amt für die Bürgermeisterwahl bedeutet, erklärt er im Gespräch mit inFranken.de.
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Steht seit kurzem an der Spitze des TSC Mainleus: Robert Bosch. Fotos: Stephan Tiroch
Steht seit kurzem an der Spitze des TSC Mainleus: Robert Bosch. Fotos: Stephan Tiroch
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Beim TSC Mainleus hört jetzt alles auf sein Kommando: Robert Bosch, der als Major bei der Bundeswehr in Hof seine Brötchen verdient, ist vor kurzem zum neuen Vorsitzenden des Sportvereins gewählt worden. Der 35-Jährige, der für die CSU im Gemeinderat und im Kreistag sitzt und als zweiter Bürgermeister seinen Vorgänger beim TSC, Dieter Adam, vertritt, hat kein leichtes Amt übernommen.

Drei Kandidaten

Apropos Bürgermeister: In einem Jahr wird in Mainleus gewählt. Und - so spekulieren wir mal - CSU-Mann Bosch gilt neben Günther Stenglein (Freie Wähler) oder Jürgen Karg (SPD) als einer der potentiellen Kandidaten. Dabei sollte Boschs Engagement beim TSC Mainleus kein Nachteil sein, im Gegenteil: Heinz Hugel (CSU), Werner Grampp (SPD) und Dieter Adam (Freie Wähler) waren alle TSC-Vorsitzende - und Mainleuser Bürgermeister...

Robert Bosch erklärt im Interview bei inFranken.de, was er bei dem großen Sportverein mit seinen 477 Mitgliedern vorhat. Und was sein neues Amt für die Bürgermeisterwahl bedeutet.

Wird der Ton beim TSC Mainleus jetzt militärisch?
Robert Bosch: Nein, wird er nicht. Aber der TSC und mein Arbeitgeber haben viel gemeinsam: die Kameradschaft, das Wir-Gefühl oder die Bereitschaft, füreinander einzustehen - das braucht man alles auch im Sport. Und der Erfolg hat - hier wie dort - immer viele Väter.

Liegen wir völlig falsch, wenn wir meinen, dass Sie das Amt des TSC-Vorsitzenden dafür prädestiniert, als Bürgermeister ins Mainleuser Rathaus einzuziehen?
Das weiß ich nicht. Aber wenn Sie Heinz Hugel, Werner Grampp und Dieter Adam anführen, dann gibt's es auch ein Gegenbeispiel: Heiner Friedlein. Er war langjähriger und erfolgreicher TSC-Vorsitzender - und er ist noch kein Bürgermeister.

Sie haben in jungen Jahren eine Reihe von politischen Ämtern, dazu Familie und Beruf. Was hat Sie motiviert, sich auch noch den TSC Mainleus anzutun?
Es stimmt, ich stehe seit einigen Jahren in anderen Bereichen in der Verantwortung. Nun hat man mich gefragt, ob ich als Vorsitzender beim TSC kandidieren würde. Ich habe zugesagt, weil ich gerne Verantwortung übernehme. Nicht mehr die Generation meines Vaters, sondern meine Generation muss jetzt die Verantwortung tragen. Es gibt aber auch ein persönliches Band zum Sportverein: Ich habe in der Jugend des TSC Fußball gespielt. Das schafft eine besondere Verbindung.

Der TSC Mainleus ist kein ganz einfacher Verein. Zum Beispiel die rückläufigen Mitgliederzahlen. Macht Ihnen das Sorgen?
Das ist nichts anderes als bei allen Vereinen. Man muss sich auf die Situation einstellen. Jede Generation hat ihre Herausforderungen. Mit der Mannschaft, die jetzt gewählt wurde, kann man den Verein gut führen. Und der TSC wurde bisher auch gut geführt. Wir haben fast 180 Mitglieder, die unter 18 Jahren sind. Das heißt für uns, dass der Verein nicht nur eine 105-jährige Geschichte, sondern auch eine Zukunft hat. Da bin ich ganz optimistisch.

Die Fußballer sind abgestürzt in die A-Klasse, nachdem sie vorher viele Jahre zu den Top-Vereinen im Landkreis Kulmbach gehörten. Wo soll die Reise hingehen?
Die Vergangenheit kann ich nicht so gut beurteilen. Das Ergebnis spricht aber für sich: Die Veränderungen haben sich ausgezahlt - der Erfolg und der Spaß am Spiel sind wieder zurückgekehrt. Das war wohl in der Vergangenheit nicht so. Die erste Mannschaft ist in der A-Klasse 6 immer noch ungeschlagen. Ich würde sagen, die Fußballer sind auf dem richtigen Weg, und ich hätte nichts dagegen, wenn es in der nächsten Saison einige Derbys - zum Beispiel gegen den FC Schwarzach und den SV Motschenbach - in der Kreisklasse geben würde.

Bereiten Unterhalt und Bewirtschaftung des Sportheims dem Verein Probleme?
Wir haben ein sehr schönes neues Sportheim, das ich als eine langfristige Investition sehe. Ich will den Verein so nachhaltig führen, dass wir auch in 25 Jahren noch unsere Freude an einem gepflegten Sportheim haben. Derzeit ist es ein lebhafter Treffpunkt - auch abseits vom Sportbetrieb.

Wo es seit Jahren gut läuft, sind die Tennis- und die Turnabteilung? Da müssen Sie nicht viel machen, oder?
Beim Turnen bringt Zumba einen großen Zulauf. Die Tennisabteilung, die heuer ihr 25-Jähriges feiert, hat immer wieder Erfolge zu verzeichnen. Aber auch beim Jugendfußball geht es aufwärts. Thomas Bergmann federführend, viele Betreuer und Trainer haben da was auf aufgebaut. Auf diese Kinder, die heute zehn sind, können wir in zwanzig Jahren wieder bauen.




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