Kulmbach
Hilfeleistung

THW Kulmbach: "Sehr anspruchsvoller Einsatz"

Das Kulmbacher THW rückte nach Weidenberg aus. Dort stützten sie ein einsturzgefährdetes Haus.
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Mit fünf Fahrzeugen rückte das Kulmbacher THW am Samstagnachmittag aus. Auf dem Kipper wurden u. a. die fünf Meter langen Holzbalken transportiert.
Mit fünf Fahrzeugen rückte das Kulmbacher THW am Samstagnachmittag aus. Auf dem Kipper wurden u. a. die fünf Meter langen Holzbalken transportiert.
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"Amtshilfe" im Nachbarlandkreis Bayreuth leistete am Samstag das Kulmbacher Technische Hilfswerk (THW). In Weidenberg drohte nach der Explosion einer Gasflasche das Wohnhaus eines landwirtschaftlichen Anwesens in der Birkenstraße einzustürzen. Der 49-jährige Hausbewohner hatte Glück im Unglück: Er wurde nur leicht verletzt, konnte sich ins Freie retten.

Die Druckwelle der Explosion hatte das Haus schwer beschädigt. Die Mauern waren von einer Vielzahl von Rissen durchzogen, der Giebel neigte sich gefährlich nach vorne - und im oberen Teil der Außenwand klaffe ein Loch. Es herrschte Lebens- und akute Einsturzgefahr!

Da das Kulmbacher THW über die Ausrüstung und das Know-how für derartige Spezialeinsätze verfügt, machten sich 20 Ehrenamtliche mit fünf Fahrzeugen auf den Weg nach Weidenberg zu einem der anspruchsvollsten Einsätze der vergangenen Jahre.



Nach kurzer Zeit ausgerückt

Das benötigte Material für derartige Fälle - 50 fünf Meter lange Balken, dazu Bohlen und Bretter - ist am THW-Standort in der Von-Linde-Straße eingelagert, so dass sich der THW-Konvoi schon kurze Zeit nach der Alarmierung um 14.55 Uhr nach der Beladung mit Sondersignalen zum Einsatzort aufmachte. Zusammen mit seinem Kollegen Michael Fiedler, Zimmerermeister bei der Firma Stenglein in Schmeilsdorf, übernahm Udo Wende vom Kulmbacher THW in Weidenberg die technische Einsatzleitung. Unterstützt wurden die beiden dabei von ihren Bayreuther Kollegen, die die Ausleuchtung der weiträumig abgesperrten Unglücksstelle übernahmen.

Wende, Technischer Zeichner bei der Firma Wiegel, und Fiedler war schnell klar, dass es ein brisanter Einsatz war. "Einige Deckenteile hatten keinen Kontakt mehr zum Mauerwerk, drohten abzustürzen. Hinzu kam der Giebel, der 20 Zentimeter nach außen ragte", berichtet der 37-jährige Kulmbacher. Zunächst galt es, die Decken im Erd- und Obergeschoss abzustützen.


Fassade gesichert

Nachdem diese Arbeiten erledigt waren, musste die Fassade gesichert werden. Hierfür bauten die Kulmbacher THW-Helfer eine riesige Schalung. Um diese an die Wand zu stellen, musste die Bayreuther Feuerwehr eigens einen Kran anfordern.

Zum Abschluss wurde die Holzkonstruktion mit Gurten an der Fassade befestigt, womit die Kulmbacher THW-Kräfte ihren "Dienstleistungsauftrag" für ihre Bayreuther Kollegen erledigt hatten. "Die Zusammenarbeit mit den Bayreuthern klappte vorzüglich", lobte Udo Wende. Für ihn und seine Kulmbacher Kollegen war der Einsatz um 0.30 Uhr beendet - nachdem das restliche Material am Standort Kulmbach wieder eingelagert war.
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