Kulmbach
Konzert

Stille Nacht im Tango-Gewand

Mit einem etwas anderen Weihnachtskonzert begeisterte das Damenorchester "Cappuccino" die Besucher in der Spitalkirche. Der Auftritt sorgte für so manches Aha-Erlebnis.
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Das Damenorchester "Cappuccino" begeisterte bei einem etwas anderen Weihnachtskonzert in der Spitalkirche. Von links: Katja Nowak-Lotze, Ursula Hägele (verdeckt), Brunhilde Schott, Anja Gimpel-Henning, Annette Kinateder, Simone Meisel und Ute Nolte. Fotos: Stephan Stöckel
Das Damenorchester "Cappuccino" begeisterte bei einem etwas anderen Weihnachtskonzert in der Spitalkirche. Von links: Katja Nowak-Lotze, Ursula Hägele (verdeckt), Brunhilde Schott, Anja Gimpel-Henning, Annette Kinateder, Simone Meisel und Ute Nolte. Fotos: Stephan Stöckel
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Ein ganz besonderer Cappuccino wurde am vierten Advent in der Spitalkirche "ausgeschenkt", und der mundete den Besuchern im rappelvollen Gotteshaus hervorragend. Für das Aroma, das man als erfrischend, frech, stark und vollmundig beschreiben kann, zeichneten keine Kaffeeröster verantwortlich, sondern ein Damenorchester gleichen Namens. Es servierte ein Weihnachtskonzert, das ein bisschen gegen den Strich gebürstet war, aber vom aufgeschlossenen Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

Das wohl bekannteste aller Weihnachtslieder, "Stille Nacht, heilige Nacht" macht für gewöhnlich seinem Namen alle Ehre, kommt ganz still und erhaben im romantischen Gewand daher.
Anja Gimpel-Henning (Klarinette), Ursula Hägele (Violine), Christine Hofmann-Niebler (Posaune), Katrin Horn (Piano), Annette Kinateder (Bassklarinette), Ruperta Mattern (Altsaxophon), Simone Meisel (Gitarre), Anette Mytzka (Flügelhorn), Ute Nolte (Oboe), Katja Nowak-Lotze und Brunhilde Schott (beide Querflöte) interpretierten den Klassiker im nonchalanten Tango-Gewand, was den Zuhörern ein Aha-Erlebnis bescherte.

Die unverwüstliche Weise "Jingle Bells" kam dank rhythmischer Raffinesse ebenfalls in einem ungewohnten Soundkleid daher. Es wurden Trommelstöcke, ein Tambourin und ein Glockenspiel eingesetzt, die einen reizvollen Kontrast zu den Blasinstrumenten bildeten.


Moderne Weihnachtsgeschichte

Originell war auch die Idee mit der Rahmenhandlung: Zwei Hirten, gespielt von Verena Küspert und Dieter Hägele, der für erkrankten Dekan Jürgen Zinck eingesprungen war, schlugen zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erzählten eine moderne Version der Weihnachtsgeschichte, die in einem witzig-frechen Ton daherkam, der Erinnerungen an Asterix ("Die spinnen die Römer") ebenso beinhaltete wie das Halleluia in bairischer Mundart, wie es der Münchner im Himmel von Ludwig Thoma anstimmt. Zugleich verknüpften sie ihr Krippenspiel mit einer Anmoderation der vom Damenorchester "Cappuccino" gespielten Titel.

Darunter befanden sich auch solche, die festlichen Glanz versprühten. Von der Empore herab erklang das berühmte "Joy To The World", das Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) komponiert hatte.


Publikum stimmt mit ein

In Liedern wie diesen spiegelte sich die Freude auf das kommende Weihnachtsfest wieder. Ob "Little Drummer Boy" mit Christine Hofmann Niebler als Trommler oder "Halleluja" von Leonard Cohen, das Hans Auer mit tiefer Stimme zum Besten gab - über eine Stunde lang reihte sich ein bekanntes Weihnachtslied an das nächste. Auch das Publikum stimmte immer wieder kräftig mit ein.

Den Schlusspunkt eines ideenreichen und erstklassigen Weihnachtskonzerts setzte ein vielstimmiger Publikumschor der inbrünstig jubilierte: "O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit".
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