Kulmbach
Fremdenverkehr

Stellplatz für Wohnmobile in Kulmbach boomt

Der Wohnmobilstellplatz am Kulmbacher Schwedensteg boomt. Dagegen verzeichnen die Gastronomen und der Campingplatz in Stadtsteinach weniger Übernachtungen als im Vorjahr. Die Gründe sind unterschiedlich.
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Auch bei schlechtem Wetter ist der Kulmbacher Wohnmobilstellplatz gut besucht. Foto: Fabian Kluge
Auch bei schlechtem Wetter ist der Kulmbacher Wohnmobilstellplatz gut besucht. Foto: Fabian Kluge
"Wir können mit den Zahlen nicht zufrieden sein", resümiert Helmut Völkl. Der Leiter des Tourismus- und Verwaltungsservices der Stadt hat noch nicht analysiert, warum die Übernachtungszahlen in Kulmbach im ersten Halbjahr 2014 zurückgegangen sind.

Laut Völkl gibt es in Kulmbach vor allem zwei Arten von Gästen: "Es kommen Touristen, aber auch Geschäftsleute, was wir der guten Wirtschaft zu verdanken haben."

Die diesjährigen Quartalszahlen könnten unterschiedlicher nicht sein: "Vor allem die ersten drei Monate waren enttäuschend. Da waren es 2500 Übernachtungen weniger als im Vorjahr. Im zweiten Quartal hingegen konnten wir sogar ein leichtes Plus verzeichnen." Das Minus von Januar bis März, so der Tourismusexperte, könnte ein Indiz dafür sein, "dass die Zahl der Geschäftsreisenden, die in Kulmbach übernachtet haben, gesunken ist".
Beunruhigt ist Helmut Völkl ob des Rückgangs allerdings nicht: "In den letzten sieben Jahren konnten wir am Jahresende stets einen leichten Zuwachs an Übernachtungen verzeichnen."

Tourismus boomt weiterhin

Laut Völkl floriert der Tourismus dennoch in Kulmbach, was er mit einigen Zahlen verdeutlicht: "Weitere Daten, die für uns wichtig sind, fallen positiv aus. So konnten wir im ersten Halbjahr 2014 ein Plus von 13,5 Prozent im Bereich des Wohnmobilstellplatzes verzeichnen." Für das Gastgewerbe seien neben den Übernachtungsgästen auch die Tagesbesucher von Bedeutung. Diese könne man besonders gut an den Stadtführungen erkennen. "Dort konnten wir bislang zirka 8000 Teilnehmer begrüßen, was einen Zuwachs von über 26 Prozent gegenüber 2013 bedeutet."

Die Campingplätze im Landkreis haben derweil mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. "Mittlerweile wird nach gutem Wetter gereist, dadurch sind es weniger Gäste als 2013", erklärt Harry Hofmann, Pächter des Campingplatzes Stadtsteinach. Und auch die Hotelbranche ist von den konstanten Niederschlägen betroffen, wie Stephan Ertl, Eigentümer des Hotels Ertl, unterstreicht: "Das Wetter spielt natürlich eine Rolle. Hinzu kommt, dass Kulmbach ein Zweiturlaubsgebiet ist, das heißt, wenn der erste Urlaub zu teuer ausfällt, wird der zweite gestrichen. Die Monate Juli und August waren aber erfreulich - auch bedingt durch Bier- und Altstadtfest."

"Kulmbach ist einfach schön"

Der Regen prasselt unnachgiebig auf das Dach - doch das stört Dorothea und Heinrich Schanze aus Gudensberg in Hessen herzlich wenig. Ihnen gehört eines der zahlreichen Wohnmobile am Schwedensteg. Zirka drei Tage wird ihr Aufenthalt in Kulmbach dauern, sie zählen zu den Stammgästen. "Wir kommen immer wieder gerne hierher zurück", sagt Heinrich Schanze. Der Stellplatz bringe viele Vorteile mit sich und auch die Stadt selbst habe viele Vorzüge, so sind sich beide einig.

"Kulmbach ist einfach schön, hat eine tolle Altstadt und ist sehr vielseitig. Es liegt inmitten der Natur, man kann spazieren und wunderbar essen gehen", schwärmt das Ehepaar. "Es profitiert ja nicht nur die Stadt, sondern man trifft auch nette Leute. Da zahlt man gerne drei Euro - und gegen das schlechte Wetter gibt es ja ein gutes Buch."
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