Die Musikalität wurde Stefanie Höhn in die Wiege gelegt. Beide Eltern sind Musiker und haben das Talent ihrer Tochter gerne gefördert. Dass die 17-Jährige es jedoch mit ihrem Können schon so weit gebracht hat, dass sie jetzt an der bayerischen Musikakademie in Alteglofsheim bei Regensburg die Prüfung für das Leistungsabzeichen in Gold (D3) bestanden hat, verdankt sie nicht nur ihrer Begabung, sondern auch ihrem Fleiß und ihrer Ausdauer im Üben - und der Routine, die sie sich als Nachwuchsflötistin im heimischen Musikverein Burghaig erworben hat.

Musikverein legt die Grundlagen


Im Musikverein ist Stefanies Mutter Elke Höhn für die Ausbildung des Nachwuchses zuständig. "Es ist ganz wichtig, dass man Kindern frühzeitig vermittelt, wie viel Spaß das Musizieren macht, und ihnen auch die Möglichkeit gibt, Instrumente auszuprobieren." Im Verein bietet die Bläserklasse Kindern diese Gelegenheit.
So gern Elke Höhn, die nicht nur als Ausbilderin im Verein, sondern auch als private Musiklehrerin tätig ist, unterrichtet - die eigene Tochter hat nicht bei Mama gelernt. "Da habe ich mich immer rausgehalten. Zwischen Eltern und Kindern klappt das selten gut", weiß die Mutter. Bei der Vorbereitung von Prüfungen und Auftritten kann die Tochter aber immer auf ihre Unterstützung zählen.

Nach Blockflöten- und Klavierunterricht begann Stefanie vor neun Jahren, Querflöte zu spielen. Erst kamen die Bronze- und Silberabzeichen, jetzt wagte sie sich an Gold-Prüfung. Wer die schaffen will, muss sein Instrument sehr gut beherrschen. Obwohl Stefanie die Musik sehr liebt und genug Ehrgeiz mitbringt, um ihre Ziele zu erreichen, brachte sie die Vorbereitung schon ab und zu an ihre Grenzen: "Ich habe ein halbes Jahr fast nur dafür geübt und gelernt, und manchmal hat mich das schon genervt, immer wieder dasselbe zu spielen."

Eigene Arrangements


Jetzt, wo es geschafft ist, freut sich Stefanie Höhn jedoch sehr über ihr Gold: "Das ist ein schöner Abschluss." Die 17-Jährige hat nämlich ihren Flötenunterricht beendet und widmet sich in ihrer Freizeit jetzt dem Gesang. Sie nimmt Unterricht, hat mit Theresa Wunder und Lisa Sesselmann das Vokalensemble "Endless Euphoria" gegründet und schreibt sogar dessen Arrangements selbst.

Für Stefanie ist klar: Beruflich führt kein Weg an der Musik vorbei. "Mein Traum ist es, auf der Musical-Bühne zu stehen", verrät sie, denn auch das Tanzen und die Schauspielerei liegen ihr. Musicaldarstellerin wäre deshalb der perfekte Beruf für sie.

Im nächsten Jahr wird die 17-Jährige am Caspar-Vischer-Gymnasium das Abitur machen und danach an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg studieren. Der Start dort dürfte ihr leicht fallen, denn die Gold-Prüfung des Musikbundes entspricht in etwa den dortigen Anforderungen.

"Für mich ist das eine Gelegenheit, mich zu orientieren, wie es danach weitergehen soll", sagt Stefanie. Die Berufsfachschule ist gut geeignet als Vorbereitung auf das Studium an einer Hochschule. Sich dort dann durchzusetzen und letztlich wirklich zum Musical-Star zu werden, ist nicht einfach: "Man hat viel Konkurrenz. Es ist ein harter Job."

Wenn es mit der Bühne nicht klappt, könnte sich Stefanie auch eine Karriere im Regiebereich vorstellen. "Ich warte mal ab, wie sich das entwickelt."
Flöte wird Stefanie allerdings weiterhin spielen - im Musikverein Burghaig. Schon seit drei Jahren gehört sie dort zum Orchester. "Im Verein zu musizieren, ist etwas ganz anderes als das Solospiel, aber es macht genauso viel Spaß", sagt die Schülerin "Ich mag die Gemeinschaft, und wir unternehmen zusätzlich zu den Proben und Auftritten viel im Verein."

Noch Plätze in der Bläserklasse


Damit der Verein langfristig eine gute Zukunft hat, bildet er seinen Nachwuchs selbst aus. 2010 startete die erste Bläserklasse, aus der sich das Jugendvororchester entwickelt hat. Dieses Jahr im Oktober beginnt die zweite Bläserklasse. Elke Höhn leitet die beiden Ensembles. Bei den Holzblasinstrumenten gibt es schon etliche Interessenten, doch für Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren, die gerne noch ein Blechblasinstrument erlernen möchten, sind noch Plätze frei. Instrumente stellt der Verein leihweise zur Verfügung. Interessierte können sich bei Ausbilderin Elke Höhn, Telefon 09221/924000 melden.