Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia " in der Nacht zum 14. Januar hat auch Benedikt Grimmler schockiert. "Das ist eine Tragödie, die wohl vermeidbar war", sagt der gebürtige Stadtsteinacher, der jüngst selbst eine der größten Schiffskatastrophen der Geschichte wissenschaftlich beleuchtet hat.: den Untergang der Titanic vor 100 Jahren. In seinem im Bucher-Verlag erschienenen Buch räumt er mit den "50 populärsten Titanic-Irrtümern" auf.
BR: Herr Grimmler, am 14. April jährt sich der Untergang der Titanic zum 100. Mal. Das Schiff galt als unsinkbar. Vor wenigen Tagen ist das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf tragische Weise vor der italienischen Küste gekentert. Können Sie Parallelen erkennen?
Benedikt Grimmler: Parallelen sehe ich wenig, zumal man den Offizieren auf der Titanic überhaupt keine Vorwürfe machen kann. Sie haben sich damals so verhalten, wie man es in der Seefahrt von ihnen erwartet. Bei der "Costa Concordia" stellt sich ja indes die Schuldfrage.
Sie haben ein Buch über den Untergang der Titanic verfasst. Sind Sie ein Seefahrtsexperte?
Nein, ich habe mit der Schifffahrt nicht mehr zu tun als jeder andere Oberfranke. Ich bin, das muss ich zugeben, sogar relativ wasserscheu. Der Bucher-Verlag ist auf mich zugekommen. Er hat jemanden gesucht, der kulturwissenschaftlich interessiert ist und sich des Titanic-Untergangs annimmt.
Was ist aus Ihrer Sicht einer der größten Irrtümer?
Ohne Zweifel die Behauptung, dass sich Kapitän Edward J. Smith erschossen hat. Hinter dieser These stehen furchtbar viele Fragezeichen. Den Beweis, dass er sich tatsächlich erschossen hat, kann man nicht führen. Es gibt nur eine Schilderung, die halbwegs gesichert zu sein scheint und unter anderem vom überlebenden Funker Harold Bride bestätigt wurde: Der Kapitän soll demnach noch einmal die beiden Funker aufgesucht haben, um ihnen für ihre Arbeit zu danken und sie aufzufordern, das Schiff zu verlassen. Die Worte "Rette sich, wer kann" sollen da gefallen sein.
Das ganze Interview lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.