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Marktleugast
Wirtschaft

Stadtsteinacher Oberland leistungsstark und lebenswert

Das Stadtsteinacher Oberland präsentierte sich bei der 3. LQN-Gewerbeschau als leistungsstarke und lebenswerte Region.
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Eine gute Kopfhaut konstatierten die Damen des Marktleugaster Friseursalons Petrik dem Hofer Landrat Oliver Bär. Im Bild (von links) Nicole Rektorschik, Anita Buchner und Angela Petrik Foto: Matthias Trendel
Eine gute Kopfhaut konstatierten die Damen des Marktleugaster Friseursalons Petrik dem Hofer Landrat Oliver Bär. Im Bild (von links) Nicole Rektorschik, Anita Buchner und Angela Petrik Foto: Matthias Trendel
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Das Oberland ist eine lebenswerte Gegend. Es hat noch immer eine gute wirtschaftliche Grundstruktur, gestützt auf ein tüchtiges, innovatives und kompetentes Handwerk. Das zeigte sich bei der dritten LQN-Gewerbeschau am Wochenende in der Dreifachturnhalle in Marktleugast.


"Unser Oberland kann was und lebt"


"Unser Oberland kann was und lebt", gab Bürgermeister Franz Uome bereits bei der Eröffnung das Motto vor. Sein besonderer Dank galt dem LQN-Arbeitskreis "Wirtschaft" und dem daraus stammenden vierköpfigen Organisationsteam um Koordinator Reiner Meisel. Bei letzterem konnte man beinahe die berühmten Steine vom Herzen fallen hören. Rund vier Monate Vorbereitung lagen hinter ihm und seinem Team.

Meisels größter Dank galt i den Ausstellern und Gastronomen, "ohne die eine solche Schau überhaupt nicht möglich wäre". Pfarrerin Heidrun Hemme aus Grafengeahig und Pater Silvester aus Marienweiher stellten die Schau und ihre Besucher unter den Segen Gottes.


Landrat löst Versprechen ein


Landrat Klaus Peter Söllner, neben seinem Hofer Kollegen Oliver Bär Schirmherr der Veranslatung, löste sein Versprechen ein. Er jonglierte mit Jugendlichen Fußbälle um die Wette, wobei er aufgrund seines Alters und der doch schon vorhandenen körperlichen Beeinträchtigungen natürlich keine Chance hatte. Als wahrer Rastelli zeigte sich da Leon Träder mit 275 ununterbrochenen Ballkontakten vor Lukas Färber, Elias Motschenbach und Jakob Rektorschik.

Alle Teilnehmer erhielten Fußbälle, um weiter an ihrer Kickerkarriere feilen zu können.

Das Zwischenfazit der Aussteller fiel am Samstag naturgemäß etwas verhalten aus. Der Besucheransturm war noch gemäßigt. Das änderte sich allerdings schon am Sonntagvormittag. Wolfgang Lattus vom gleichnamigen Textilwerbungsunternehmen aus Marktleugast zeigte sich mit den Gesprächen dennoch zufrieden und freute sich über einige spezielle Anfragen. Karin Dietzel von der Firma Vivenso-Wasserstaubsauger aus Grafengehaig machte die Besucher gerne auf die Vorteile der Luftreinigung in Wohnungen aufmerksam.


Besondere Benefizaktion


Über interessante Gespräche an seinem Stand zu der maßgenauen Anfertigung von Naturholzmöbeln freute sich Schreiner Denny Friedrich aus Marienweiher. Am Stand von Christian Schramm von der Firma Hörath-Heizungsbau aus Marienweiher drehte sich viel um Pelletsöfen oder Umrüstungen bestehender Anlagen von Öl auf Erdgas. Unter anderen wird ja der Grafengehaiger Ortsteil Eppenreuth an das Erdgasnetz angeschlossen.
Rege Unterhaltungen führte auch Stefanie Trammer vom Rad-Shop aus Marktleugast. Viele fragten nach E-Bikes, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Eine besondere Benefizaktion hatte sich René Rödel einfallen lassen, der bereits zum dritten Mal bei der Gewerbeschau dabei war. Mit einer Verlosung von Sachpreisen sammelte er Geld für das am 1. Mai abgebrannte Feuerwehrhaus in Weidmes.Bis Samstagabend waren da schon fast 500 Euro zusammengekommen.
"Es war wieder eine gelungene Sache", kommentierte LQN-Vorsitzender Hermann Dörfler die Veranstaltung.


Überschaubares Interesse an Ausbildungsschau


Überschaubar war das Interesse von angehenden Schulabgängern an der Ausbildungsmesse im Rahmen der LQN-Gewerbeschau. 19 der Aussteller hatten spezielle Informationen und Kontakte für angehende Azubis vorbereitet.

LQN als Interessengemeinschaft der Gemeinden zwischen Presseck und Helmbrechts will die Kommunen zwischen den Zentren Hof und Kulmbach beleben mit dem Ziel, möglichst in den Heimatorten zu arbeiten und zu leben.

Helmbrechts ausgenommen lebt das "Oberland" selbst vor allem durch kleinere aber sehr vielfältige Handwerksbetriebe. Die Landflucht vor allem junger Leute verursacht aber einen Teufelskreis: weniger Leute, weniger Nachfrage, weniger Firmen, weniger Arbeitsstellen, weniger Leute ...


Fachkräftesuche immer schwieriger


Dabei gibt es nach wie vor starke Unternehmen, die im Oberland produzieren. Für sie Fachkräfte zu finden, wird immer schwieriger. Deshalb setzen Betriebe darauf, selbst auszubilden.

Nach dem Niedergang der Textilindustrie in Oberfranken haben Textilberufe derzeit eher ein nicht so positives Image, sagte Personalleiter Markus Schuberth von Schöpf in Stammbach. Das Unternehmen produziert hochbelastbare Gewebe, die nicht nur, aber vor allem für Massenverkehrsmittel gebraucht werden, und sucht Auszubildende zum Produktions- und Industriemechaniker. In Helmbrechts bietet der Textilveredler Knopf's Sohn eine Lehre in eben diesem Metier an, genauso wie Theodor Fritsche, der technische Textilien bis hin zu Schutzanzügen für Polizei und Feuerwehren herstellt.


Schule in Plauen


Die Kunststoffverarbeiter Stewo in Helmbrechts hat ein junges Team auf der Suche nach Auszubildenden als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schleifen und Fräsen ist das Metier von Friedlein in Helmbrechts, ein guter Platz für angehende Werkzeugmechaniker.

Erst im März diesen Jahres hat Christian Hain in Kupferberg seine Sanitär- und Heizungsfirma mit jetzt fünf Beschäftigten angefangen. Bau und Heizungsbau laufen gut, und er hielt schon mal Ausschau für Auszubildende in seiner "Alten Schlosserei".

Ein ganz anderes Problem hat Birgit Rodler. Ihre AFW-Creativ-Stickerei in Marktleugast-Mannsflur wurde mehrfach ausgezeichnet, floriert und bildet aus. Ihre Auszubildenden müssen jedoch zur Berufsschule im Blockunterricht nach Plauen; eine schulische Begleitung in Münchberg gibt es nicht mehr. Die Ausbildungsmisere hat auch ein schulisches Strukturproblem.

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