Stadtsteinach
Konzert

Stadtsteinacher Adventszauber in St. Michael

Der Musikverein Stadtsteinach bot am Freitagabend in St. Michael ein beeindruckendes "Konzert für die Seele".
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Das Blasorchester begeisterte. Mit von der Partie war auch der elfjährige Posaunist Julian Heinz. Fotos: Klaus Klaschka
Das Blasorchester begeisterte. Mit von der Partie war auch der elfjährige Posaunist Julian Heinz. Fotos: Klaus Klaschka
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Ein "Konzert für die Seele" kündigte Klaus Zahner, der Vorsitzende des Musikvereins Stadtsteinach, an. Und der sechste "Stanicher Adventszauber", der besinnlich, pathetisch bis heiter war, wurde dann am Freitagabend in St. Michael tatsächlich ein Konzert für alle möglichen Seelenregungen.

Es begann hymnisch mit dem "Gloria in excelis deo", das die "Original fränkische Trachtenkapelle" spielte, und endete still mit dem "Prayer of the Children" (Gebet der Kinder), das die Männer des Chors "Akustica" anstimmten. Kurt Bestor hatte das "Gebet der Kinder" in den 1990er-Jahren geschrieben und damit seine Eindrücke aus dem Jugoslawien-Krieg verarbeitet, die er auf seiner zweijährigen Missionsreise als Mormone erlebt hatte.
Es geht darin um die Hoffnung von Kindern im Kriegselend, wenn sie ihre Augen "himmelwärts zum Licht" richten und darum bitten, dass sie wenigstens von liebevollen Arme empfangen werden, wenn sie "unbekannte Straßen weg von zu Hause" führen.

Wolfgang Bobek wies auf den gerade jetzt wieder aktuellen Bezug dieses Liedes hin. Bobek führte durch das Programm, nicht nur mit Ansagen der einzelnen Stücke - er erläuterte auch, worum es bei jeweils ging.


Starke Ensembles

Der Stadtsteinacher Musikverein ist musikalisch ziemlich breit aufgestellt: Zum einen gibt es das Blasorchester, die "Original fränkische Blaskapelle", die unter der Leitung von Christoph Hohlweg nicht nur, aber am liebsten böhmische Blasmusik spielt. Zum anderen ist da der Chor "Akustika", der unter der Leitung von Jörg Schmidt Chormusik pflegt, die sich vom Repertoire der traditionellen Gesangvereine unterscheidet. Beide Ensembles sind jeweils über 30 "Mann" stark, die Mitglieder zwischen 13 und fast 70 Jahre alt.
Hinzu kommt noch eine Bläserklasse mit derzeit zwölf und eine Chorklasse mit 25 Kindern. Diese bekommen neben den üblichen Musikstunden zusätzlich Instrumental- beziehungsweise Gesangsunterricht an der Grundschule.


Der junge Posaunist

Eine Gruppe der Bläserklasse hatte beim Adventskonzert ihren ersten Auftritt vor großem Publikum. Unter der Leitung von Daniela Ott meisterten der Nachwuchs diesen - freilich bei etwas reduziertem Tempo und mit kleiner Unterstützung von schon geübten Mitgliedern aus der Kapelle - recht respektabel. Der elfjährige Julian Heinz hat binnen kurzer Zeit bereits den Sprung aus der Bläserklasse als vollwertiges Mitglied ins Blasorchester geschafft.

Die Trachtenkapelle gab sich beim "Adventszauber" - die Zugabe ausgenommen - gar nicht böhmisch, sondern eher symphonisch mit Musik von Eric Clapton und dem witzigen "Instant Concert" von Harold Walters, das musikalische Reißer von Schuberts Militärmarsch bis hin zu "Down by the Riverside" in gut drei Minuten zusammenfügte. Aber auch "The Rose" war zu hören, das Bette Midler einst weltberühmt gemacht hat.


Die Pop-Ballade

Herausragend im Programm war "Music (was my first love)" von John Miles, jene fast opernhafte Pop-Ballade, in der langsame pathetisch-sentimentale mit schnellen 7/4-Passagen wechseln. Christoph Hohlweg dirigierte extrovertiert, riss damit jeden Musiker aber mit. Das Orchester spielt rhythmisch und mit breiter Dynamik. Dezenter führte Jörg Schmidt den Chor mit leichten Fingerzeigen und der Suche nach Blickkontakt. "Akustika" hat zahlenmäßig mehr weibliche Mitglieder, klang aber ausgewogen. Das ist eine Frage der Chor-Disziplin. So schaffte man Standards wie "Josef, lieber Josef mein" oder auch harmonisch verzwickte Arrangements wie die Pop-Balladen "You raize me up", "Dust in the Wind" und das "Halleluja" von Leonhard Cohen. Am Klavier begleitete in bewährter Weise Sophie Angermann.


Der Jahresabschluss

Den bereits sechsten "Adventszauber" bezeichnete Pfarrer Wolfgang Eßel am Freitag in St. Michael als "Fixpunkt in unseren Weihnachtsvorbereitungen." Das Konzert war am Sonntagabend in der Basilika Marienweiher noch einmal zu hören. Damit beschloss der Musikverein Stadtsteinach das Jahr 2015, in dem er mehr als 20 Auftritte absolviert hat.
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