Stadtsteinach
Initiative

Stadtsteinach: Wo sind die Freunde der Nordeck?

Der einstige gräfliche Wohnturm der Burgruine Nordeck, der vermutlich auf das Jahr 1100 zurückgeht, hat den bisherigen Winter überstanden; den ersten Winter, seit das Bauwerk im Steinachtal mit einem Kostenaufwand von rund 350.000 Euro von den Bayerischen Staatsforsten gesichert worden ist.
Artikel drucken Artikel einbetten
Noch liegt sie im Winterschlaf, die sanierte Burgruine Nordeck. Künftig soll sich ein Freundeskreis um die Pflege und Attraktivierung der Anlage kümmern. Foto: Matthias Beetz
Noch liegt sie im Winterschlaf, die sanierte Burgruine Nordeck. Künftig soll sich ein Freundeskreis um die Pflege und Attraktivierung der Anlage kümmern. Foto: Matthias Beetz
+1 Bild
Monatelang hatten Baufirmen an der Ruine gearbeitet, um die im Mai 2012 festgestellte Einsturzgefahr des historischen Gebäudes zu bannen. Tonnenweise waren Steine von dem Gebäude abgetragen und durch neue ersetzt worden. Das Ziel: Das Mauerwerk der Burgruine so verfestigen, dass kein Wasser mehr eindringen kann, was bei Frost zu enormen Schäden führen würde. Das ist bis zum Herbst 2014 im Auftrag und auf Kosten der Bayerischen Staatsforsten gelungen, auf deren Grund die Ruine steht. Die Krone des Turms besteht aus einer wasserundurchlässigen Schicht.

Neue Geländer

Wie Fritz Maier, Leiter des Forstbetriebs Nordhalben und Bauherr bei dem Projekt, erläutert, sind noch kleinere Nacharbeiten vorgesehen. So werden neue Geländer angebracht, "um die Zugänglichkeit des Geländes rund um den Turm zu erhalten". In dem Bereich, wo der Zugang über die darunter befindliche Grotte verläuft, wird ein Sicherungsgitter installiert. Derzeit prüfen die Staatsforsten Fördermöglichkeiten.

Einziger Wermutstropfen: Die Gotte unter der Burg muss auf Dauer wegen Einsturzgefahr gesperrt bleiben. Die provisorische Absperrung wird durch einen dauerhaften Erdwall ersetzt.

Der Hinweis Maiers, dass für die künftige Pflege des Baudenkmals ehrenamtliche Initiativen notwendig sind ("Die Staatsforsten werden nicht die Gärtner der Nordeck werden"), ist in Stadtsteinach sehr wohl zur Kenntnis genommen worden.

Wie Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) betont, ist es Ziel der Stadt, "einen Freundeskreis mit Menschen aus Stadt und Land zu gründen, der sich in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Stadt und das Areal kümmert". Konkret bedeutet das, dass das Areal der Ruine von Wildwuchs freigehalten wird und kleinere Reparaturen erledigt werden, wenn sie denn anfallen.

Eine Auslichtung des Waldes rund um die Nordeck wird laut Wolfrum sicher nicht dazuzählen, auch wenn das immer wieder gefordert werde. Diese Flächen stehen streng unter Schutz und müssen unangetastet bleiben.

Ein andere Möglichkeit für den Freundeskreis, sich in die Attraktivierung der Nordeck einzubringen, sieht das Stadtoberhaupt in dem Projekt "Erlebnisachse Steinachtal", das zwischenzeitlich für ein Leader-Förderprogramm für die Jahre 2014 bis 2020 angemeldet wurde. Alle mittelalterlichen Gegebenheiten von der Stadtsteinacher Stadtmauer und Wohnbebauung über die Burgruine Nordeck bis hin zu den Kupferlöchern als historische Erzabbaustätten sollen darin aufgearbeitet und dargestellt werden.

Bei diesem Projekt möchte Wolfrum auch den Burgenforscher Joachim Zeune mit ins Boot holen, der vor der Turmsanierung die Bausubstanz der Nordeck untersucht und die Bauteile der Anlage zeitlich zugeordnet und historisch bewertet hat. Unter Umständen wäre es möglich, dass der Experte die Nordeck - natürlich nur visuell - im Originalzustand auferstehen lässt. Im Fall der Giechburg bei Scheßlitz ist das gelungen.

Allianz mit Presseck

Und noch ein Aspekt ist zwischenzeitlich geklärt: Die Stadt Stadtsteinach und der Markt Presseck, dessen Gemeindegebiet ebenfalls Teile des Steinachtals umfasst, wollen zusammenarbeiten und die "Erlebnisachse Steinachtal" mit der "Radspitz-Knock-Allianz" verbinden.

Was sich Roland Wolfrum und Fritz Maier vorstellen können, sind Veranstaltungen mit historischem Hintergrund an der Nordeck, die der Freundeskreis in Absprache mit Stadt und Staatsforsten organisiert.

Dass die Nordeck nach der "super gut gemachten Sanierung" wieder in einen Dornröschenschlaf verfällt, möchte Roland Wolfrum verhindern. Auch die mögliche Patenschaft des geplanten Förderkreises mit dem "Förderverein historischer Stätten Bad Berneck" sieht er als wichtigen Ansatz. "Ich nehme den Ball, den uns Fritz Maier zugespielt hat, jedenfalls gerne auf", sagt der Bürgermeister und verweist auf dessen Andeutung, dass weitere Sanierungsarbeiten an dem weitläufigen Bauwerk möglich werden könnten, wenn sich der Freundeskreis um das historische Bauwerk im Steinachtal kümmert...

Treffen nach Ostern

Ein erstes Treffen plant Roland Wolfrum für die Tage nach Ostern. Dazu werden von ihm neben Fritz Maier, Joachim Zeune und dem Förderverein historischer Stätten Bad Berneck alle Interessenten eingeladen, denen die Burgruine Nordeck am Herzen liegt.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren