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Stadtsteinach
Initiative

Stadtsteinach: Die Jugend packt selbst mit an

Die Stadtsteinacher Stadträte freuen sich über das Engagement des Nachwuchses: Jonas Gleich stellte dem Gremium in der Sitzung am Montagabend die Pläne des Jugendparlaments für die Neugestaltung der Skateranlage vor.
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Adrian Schramm, Jonas Gleich und Annie Bauerschmidt (von links) gehören zum harten Kern des Stadtsteinacher Jugendparlaments und wollen mit ihren Ideen die Freizeitangebote verbessern. Im Juli werden sie bei der Neugestaltung des Skaterplatzes mitanpacken. Foto: Dagmar Besand
Adrian Schramm, Jonas Gleich und Annie Bauerschmidt (von links) gehören zum harten Kern des Stadtsteinacher Jugendparlaments und wollen mit ihren Ideen die Freizeitangebote verbessern. Im Juli werden sie bei der Neugestaltung des Skaterplatzes mitanpacken. Foto: Dagmar Besand
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Nicht über die Jugend, sondern mit der Jugend reden möchten die Mitglieder des Stadtsteinacher Stadtrats. Im vergangenen Jahr haben Jugendsprecherin Karin Witzgall (SPD) und ihr Stellvertreter Harald Hempfling (CSU) deshalb die jungen Leute erstmals ins Rathaus eingeladen. Aus dieser Initiative hat sich ein Jugendparlament entwickelt, dessen Mitglieder jetzt gerne selbst mit anpacken möchten, um die Angebote für Kinder und Jugendliche im Stadtgebiet zu verbessern und zu erweitern.


Alle sollen sich wohlfühlen


Jonas Gleich haben die Jugendlichen zu ihrem Sprecher gewählt, und in dieser Eigenschaft durfte er am Montagabend in der Stadtratssitzung dem Gremium die Ideen und Wünsche der Stadtsteinacher Jugend vorstellen. "Unser größtes Projekt ist der Skaterplatz", sagte der 17-Jährige. "Wir möchten ihn gerne gemeinsam mit den Skatern schöner gestalten und eine neue Atmosphäre schaffen, in der sich auch die Jüngeren wohlfühlen."

Dass die Jugendlichen bei der Aktion auch selbst Hand anlegen, versteht sich für Jonas Gleich und seine Mitstreiter von selbst. "Wir sind inzwischen ein harter Kern von zwölf Leuten, die dauerhaft mitarbeiten wollen." Es solle eine Gemeinschaftsaktion für alle Jugendlichen werden und dazu beitragen, mit dem Negativ-Image aufzuräumen, das durch die chaotischen Zustände und Sachbeschädigungen im vergangenen Herbst entstanden ist.

Noch im Juli ist ein Arbeitseinsatz geplant: Rasen mähen, das ehemalige und vom Bauhof schon vorgereinigte Buswartehäuschen frisch streichen, einen Grillplatz einrichten, die Mountainbike-Rampe vom Unkraut-Wildwuchs befreien.

Darüber hinaus hat das Jugendparlament gemeinsam mit den Jugendsprechern noch weitere Aktionen geplant: Am 8. August gibt es in Verbindung mit der langen Badenacht im Freibad ein Open-air-Kino mit "Der Fluch der Karibik", und beim Schulfest wollen sich die Jugendlichen für das Thema Suchtprävention engagieren. "Wir könnten uns auch mal Besuche im Nachmittagsunterricht in den Schulklassen vorstellen, um uns vorzustellen und andere Jugendliche fürs Mitmachen zu begeistern", so Jonas Gleich.

Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) zeigte sich ebenso wie alle Stadträte sehr angetan vom Engagement der Jugendlichen. "Das ist eine super Sache und zeigt, dass unsere Jugend motiviert ist und sich einsetzt." Den Jugendlichen versprach er, "dass wir eure Impulse ernsthaft aufnehmen, auch wenn wir nicht immer alles umsetzen können."

Glücklich über die Entwicklung der Jugendarbeit sind die beiden Jugendsprecher des Stadtrats. "Die Jugendlichen haben viele Ideen und arbeiten uns sehr gut zu", lobte Karin Witzgall. "Früher haben wir Projekte und Veranstaltungen geplant und den Jugendlichen gesagt: Das könnt ihr nutzen", so Harald Hempfling. Jetzt funktioniere das anders: "Die Jugendlichen machen, und wir unterstützen sie dabei. Was dabei herauskommt, wird dann auch entsprechend wertgeschätzt."


Ja zum Feiern, Nein zum Saufen


Wir geben in Sachen Jugendarbeit im Landkreis den Takt vor, freute sich Wolfrum. Das habe man schon bei der Zukunftswerkstatt gezeigt. Diese Auffassung teilt auch Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler: "Stadtsteinach ist nicht nur taktgebend für den Landkreis, sondern auch darüber hinaus, weil Initiativen hier über Jahre am Leben gehalten und weiterentwickelt werden. Das ist beispielhaft."

Ziegler war in der Stadtratssitzung zu Gast, um für die Re-Zertifizierung Stadtsteinachs als "HaLT"-Gemeinde zu werben. Das bundesweite Präventionsprojekt "Hart am Limit" will dazu beitragen, dass Jugendliche ausgelassen feiern können, ohne dass die Party in Komasaufen, Kampftrinken und Randale mündet. "HaLT"-Standorte, verpflichten sich, die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes konsequent umzusetzen, attraktive alkoholfreie Getränke anzubieten, für die Sicherheit der Gäste zu sorgen und als Veranstalter selbst Vorbild zu sein.

Dafür gibt es umfangreiche Unterstützung des Landkreises, beispielsweise Kontrollarmbänder nach Altersgruppen für Veranstaltungen, Ermäßigungen für die Ausleihe der Softbar und Schulungen.

Die Räte mussten von den Vorteilen nicht überzeugt werden: Sie sprachen sich einstimmig für eine Verlängerung um weitere drei Jahre aus.


MSC kämpft für Trial-Gelände


Mit der Bitte um Unterstützung hat sich der MSC Untersteinach an den Stadtrat gewandt. Der Verein plant ein Trial-Übungsgelände für das Jugendtraining auf einem Wiesengrundstück entlang der B 303 an der Gemeindegrenze zwischen Stadtsteinach und Untersteinach, neben der Photovoltaik-Anlage. Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren sollen hier auf das Fahrrad- und Motorradfahren vorbereitet werden - im Straßenverkehr und im Wettbewerb, so Vorsitzender Klaus Herold.

Die Räte haben mehrheitlich keine Einwände gegen das Vorhaben, da es die Stadtsteinacher Bürger nicht beeinträchtigt. Ob es realisiert werden kann, hängt allerdings nicht vom Stadtrat ab, machte Wolfrum deutlich. Notwendig sei eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung, Naturschutz und Bundesstraßenverwaltung sind an dem Verfahren beteiligt.

Das Staatliche Bauamt hat bei einer Voranfrage bereits Einwände erhoben: So darf die Zufahrt nicht über die neue Bundesstraße 303 erfolgen, wegen des bestehenden Bahnübergangs, der verkehrsgerecht ausgebaut werden müsste, ist eine Einigung mit der Deutschen Bahn erforderlich. Roland Wolfrum: "Wir stoßen das Verfahren an, aber es ist nun Hausaufgabe des Vereins, die beteiligten Stellen zu überzeugen und die Genehmigungen zu bekommen."

Grünes Licht seitens des Stadtrats gab es für das Bauvorhaben von Roland und Thomas Witzgall, die in der Knollenstraße 10c einen neuen Dachstuhl errichten wollen.



Weiterführende Links


Die Mitglieder des Stadtsteinacher Jugendparlaments haben eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, über die sich alle Jugendlichen und Interessierten über aktuelle Aktionen informieren können.
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