Kulmbach
Stadtrat

Stadtbus Kulmbach: Alles soll besser werden

Kulmbach will sich mit dem Landkreis darauf verständigen, den ÖPNV gemeinsam zu organisieren. Der künftige Partner ist aber offenbar nicht begeistert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Stadt Kulmach will den ÖPNV nicht mehr alleinverantwortlich organisieren, sondern ab 2019 wieder gemeinsam mit dem Landkreis. Foto: Archiv/Katrin Geyer
Die Stadt Kulmach will den ÖPNV nicht mehr alleinverantwortlich organisieren, sondern ab 2019 wieder gemeinsam mit dem Landkreis. Foto: Archiv/Katrin Geyer
+1 Bild
Nach dem Willen des Kulmbacher Stadtrats soll der Stadtbusverkehr komplett neu organisiert werden. Ab 2019 will die Stadt den ÖPNV, für den sie seit 1994 selbst zuständig ist, in die Verantwortlichkeit des Landkreises übergeben. Dadurch erhofft man sich eine Verbesserung auf der ganzen Linie - auch für die Fahrgäste.


Mit der Großbaustelle fingen die Probleme an

Mit der Großbaustelle am Zentralparkplatz fingen die Schwierigkeiten an. Jede Menge Beschwerden über den Stadtbusverkehr schlugen im Rathaus auf. Der Grund: der veränderte Fahrplan und die Aufgabe der gewohnten Streckenführung als gegenläufige Acht.

"Nach vielen Jahren des reibungslosen Ablaufs traten drei Problemfelder auf", sagte OB Henry Schramm (CSU) in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Erstens sei laut Busunternehmen Schütz wegen der Bauarbeiten an der Tiefgarage der bisherige gegenläufige 30-Minuten-Takt der Innenstadtlinie nicht mehr zu halten gewesen. Zweitens müsse der Fahrpreis angepasst werden: 1,65 Euro - davon 45 Cent Zuschuss der Stadt - seien nicht mehr ausreichend. Und drittens werde durch das neue EU-Recht ab 2018 eine europaweite Ausschreibung vorgeschrieben.


OB will mit Schütz weitermachen

Dies alles habe dazu geführt, so der Oberbürgermeister, das komplette System zu überdenken. Nach seinen Vorstellungen sollte die 2018 auslaufende Konzession mit der Firma Schütz um ein Jahr verlängert werden, damit 2019 die gemeinsame Ausschreibung mit dem Landkreis erfolgen kann. Dafür brauche man die Zusage des Busunternehmens ("Ich würde gerne mjt Schütz weitermachen") und die Zustimmung der Regierung von Oberfranken.

Nach Ansicht von Ingo Lehmann (SPD) hält sich beim künftigen Partner die Begeisterung in Grenzen: "Im Wirtschaftsausschuss war die Freude der Landkreisführung alles andere als spürbar."


Eine Frage der Finanzen

Kein Wunder, denn auf den Landkreis dürften höhere Kosten zukommen. Vom jährlichen Zuschuss über 212.000 Euro des Freistaats fließen bisher nur knapp 30.000 Euro in die Kasse der Stadt, die für ihren Stadtbus dann noch mal 167.000 Euro drauflegt.

Schramm stellte grundsätzlich fest, dass in Bayern die Landkreise für den ÖPNV zuständig sind. Durch die Verknüpfung der beiden System ab 2019 ergäben sich Synergieeffekte und Verbesserungen.


Nur Herold hat Bedenken

Die große Mehrheit bezeichnete den Schramm-Plan als "zukunftsweisende Entscheidung" (Frank Wilzok/CSU). Einwände hatte einzig Hans-Dieter Herold (Die Grünen). Er plädierte dafür, einen wichtigen Bestandteil der Daseinsvorsorge selbst zu regeln. Außerdem äußerte er Zweifel, dass die Mindeststandards erhalten bleiben: "Wir müssen uns nicht einbilden, dass die anderen Gemeinden große Lust haben, den Stadtbusverkehr mitzufinanzieren."


Höferänger: Kleines
Baugebiet geplant

Nach Protesten war vergangenes Jahr der Plan der Firma Vogel, Unterzettlitz, gescheitert, in Höferänger ein großes Baugebiet mit 22 Häusern zu realisieren. Wie es jetzt aussieht, soll eine kleine Lösung kommen. Darüber will die Stadt am Dienstag, 7. März, bei einer Bürgerversammlung im Hotel "Dobrachtal" informieren; Beginn 18 Uhr.

In der Stadtratssitzung wurden keine Details bekanntgegeben. Aber es zeichnet sich ab, dass am Nordrand des Dorfes eine Teilfläche mit sechs Häusern bebaut werden soll. Die Verkehrserschließung - auch der Baustellenverkehr - würde über die Dorfstraße und die obere Zufahrt Am Anger erfolgen.

Grünes Licht gab der Stadtrat für eine Bauvoranfrage der Spedition Murrmann, die im Spiegel 12 ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten, Tiefgarage und 29 Stellplätzen bauen will. Die Tage des "Schwanenbräukellers" - ein Relikt der Kulmbacher Braugeschichte - sind damit gezählt. Der denkmalgeschützte Bierkeller muss aber erhalten werden.


Frank Wilzok:
"Extreme Sauerei"

Hundehalter in der Blaich, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner bei der Bushaltestelle der Schule nicht wegräumen, kritisierte Frank Wilzok (CSU). "Eine extreme Sauerei, die Fotos erspare ich Ihnen", schimpfte er. Frauchen und Herrchen sollten die Haufen in einer Tüte abtransportieren.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren