Viel gesehen hat Michael Neininger (37) von seiner neuen Heimatstadt Kulmbach noch nicht, aber er freut sich auf die Arbeit in Oberfranken. Der 37-jährige Mediziner ist der neue leitende Abteilungsarzt für Nuklearmedizin am Klinikum.

Krankenkassen zahlen nicht


"Wir sind froh, dass wir einen neuen leitenden Abteilungsarzt gefunden haben, vor allem so einen qualifizierten", sagte Herbert Schmidt. Besonders auf dem Gebiet der Positronen-Emissions-Tomographie ist Neininger Spezialist, so Schmidt, der auf ein grundlegendes Problem in diesem Bereich hinweist. Das Klinikum Kulmbach sei das einzige in Oberfranken, das diese PET-Untersuchungen durchführen könne. Allerdings würden diese nicht von den Krankenkassen bezuschusst, schon gar nicht im ambulanten Bereich. Deshalb müssen die Kosten über die Fallpauschalen finanziert werden.
"Wir setzten das PET im stationären Bereich ein", so Schmidt. Zwar kostet eine Untersuchung zwischen 1200 und 1600 Euro, doch mit Hilfe des Verfahrens kann festgestellt werden, ob Tumore noch lebendige Tumorzellen enthalten. Gegebenenfalls könne dann eine Chemotherapie frühzeitig beendet werden. Das kann im Gegenzug immense Kosten einsparen.
"Auch bei der Alzheimer Diagnostik und in der Herzdiagnostik ist die PET-Technik sehr hilfreich", erklärt der neue leitende Abteilungsarzt Michael Neininger und hat auch gleich einen Wunsch. "Mein Traum wäre, ein neues Gerät anzuschaffen. Aber das kostet zwischen einer und 1,4 Millionen Euro", gibt Neininger offen zu.
Michael Neininger möchte sich seinen Start von dem Dilemma der Kosten, die überall in Deutschland ein Problem seien, nicht vermiesen lassen. "Die Nuklearmedizin in Kulmbach ist auf einem sehr hohen Niveau. Ich bin sehr positiv überrascht", sagte er.
Neininger wohnt derzeit noch im Personalwohnheim des Klinikums, ist auf Wohnungssuche für sich und seine Partnerin. "Ich möchte auf jeden Fall in Kulmbach etwas finden. Es gefällt mir hier", so der leitende Abteilungsarzt.
Schon am ersten Tag hat sich der Mediziner auf dem Segelflugplatz umgesehen, denn Segelflug ist sein großes Hobby. Der Arzt taucht außerdem gern und hat ein Faible für Barockmusik.
Beruflich ist er sehr ambitioniert. "Ich habe immer an Gefäßfunktionen geforscht", erzählt Neininger über seinen Hintergrund. Er hat sich durch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen bereits einen Namen in der Branche gemacht und möchte seine Erkenntnisse in Kulmbach einbringen.
Landrat Klaus Peter Söllner, Vorsitzender des Zweckverbands Klinikum Kulmbach, begrüßte den neuen leitenden Abteilungsarzt und freute sich, dass man ihn für das Kulmbacher Haus habe gewinnen können: "Wir hoffen, dass Dr. Neininger die Nuklearmedizin in eine gute Zukunft führt", so Söllner.