Wenn Kulmbachs Tauben frieren, fliegen sie mal schnell zur Sparkasse: Auf einem Fenstersims der Hauptstelle ist's nämlich gemütlich und warm. "Es ist wirklich so, dass wir für die Heizung der Vögel im Winter sorgen", bestätigt Vorstand Harry Weiß scherzhaft - und meint eine ernste Angelegenheit: Das Gebäude in der Fritz-Hornschuch-Straße aus den späten sechziger Jahren ist ziemlich verbraucht.
Was das laienhafte Auge von der Ferne kaum erkennt: Die Fenster sind schadhaft, der Naturstein hat sich an vielen Stellen zersetzt - und es gibt praktisch keine Dämmung. Die Büroräume heizen sich im Sommer stark auf, und im Winter geht viel Wärme verloren. "Wir waren gezwungen, etwas zu unternehmen", betont Weiß.
Herausgekommen ist eine energetische Sanierung des stadtbildprägenden Gebäudes, das ein modernes, markantes Aussehen bekommt. Das Haus wird nach dem Entwurf des Architekturbüros H 2 M fast komplett in Glas eingehüllt. Die Sparkasse Kulmbach-Kronach spart künftig 40 bis 50 Prozent des Energiebedarfs ein. Und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten werden deutlich verbessert. Die Kühlung der Büros wird durch Luft-Wärmepumpen erreicht.
Dafür nimmt die Sparkasse richtig Geld in die Hand: "Wir gehen von 7,5 Millionen Euro Netto-Baukosten aus", erläutert Weiß, "so bekommen wir unser Gebäude schnell dicht, warm und im Sommer deutlich besser klimatisiert." Man habe eine zukunftsweisende, architektonisch und optisch ansehnliche Lösung gewählt, alles mit dem Verwaltungsrat abgestimmt, "der voll dahintersteht".
Baubeginn wird im März sein, und die Arbeiten sollen bis Ende 2013 dauern. Vorgesehen ist, dass möglichst heimische Firmen zum Zuge kommen. Für Entwurf und Plan ist das Architekturbüro H 2 M, zuständig, für Ausschreibung und Bauleitung das Architekturbüro Drenske. Im Vorfeld sind drei Varianten gegeneinander abgewogen worden: Zwei kostengünstigere Planungen - Fenster austauschen und Dämmung auf dem Stein anbringen - hätten in der Gesamtbewertung schlechter abgeschnitten als die teuere Lösung. Der Schallschutz, die optische Wahrnehmung und vor allem der Taubenschutz wären unbefriedigend gewesen. Die Tauben (Weiß: "Nicht selten haben wir 200 bis 300 Tiere auf dem Dach") haben bei der Glashülle, die leicht von außen zu reinigen ist, keine Chance mehr, ihr Zerstörungswerk anzurichten.
Und aufwärmen müssen sich die Vögel künftig auch woanders.

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