Kulmbach
Burggeflüster

So nicht, mein Herr!

Was ist das Schlimmste, wenn man eben noch ganz schnell eine Besorgung mit dem Auto machen muss? Richtig, keinen Parkplatz zu finden!
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Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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So erging es mir erst vergangenen Freitag. Mit hektischem Blick auf die Uhr bin ich durch die Stadt gekurvt, immer Ausschau haltend nach der einen Lücke. Mit etwas Glück hab' ich noch eine freie Bucht gefunden und bin quasi aus dem noch fahrenden Auto Richtung Ziel gehechtet. Ein kleiner Tages-Triumph, der mir, als ich zehn Minuten später zurückkam, vermiest werden sollte.

Schon von weitem sah ich einen Herrn mit verschränkten Armen vor meinem Auto stehen. "Gehört etwa Ihnen das Auto hier?", fuhr er mich an. Offenbar hatte ich bei meiner stressbedingten Parkplatz-Panik den Abstand zum Nebenauto etwas unterschätzt und der entsprechend miesgelaunte Herr konnte seine Fahrertür nicht mehr optimal öffnen.

Mit hochrotem Kopf entschuldigte ich mich überschwänglich und beeilte mich wegzufahren. Über seine Bemerkung, ich könnte froh sein, dass er mir mein Auto nicht absichtlich verbeult habe, wunderte ich mich schon. Doch dann sagte er etwas, was mich sämtliche Schuldgefühle und Scham über den Haufen werfen ließ: "So was passiert eben, wenn Frauen einparken."

Der "Girl's Day", bei dem junge Mädchen selbstbewusst und frei von Vorurteilen in "Männerberufe" schnuppern sollen, ist noch nicht einen Tag vorbei, schon wird man mit einem der plattesten und dümmsten Klischees konfrontiert, die man einer Frau entgegenbringen kann. Da frag' ich mich, wer sich da schämen sollte ...
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