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Kulmbach
Kommentar

Schwarz-Weiß mit vielen Zwischentönen

Mit den Bildern der Gräuel des Dritten Reichs im Kopf bekommt man Gänsehaut, wenn man bei "Er ist wieder da" sieht, wie leicht es Hitler heute haben könnte.
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In "Er ist wieder da" wird Adolf Hitler wird zum TV-Star, den alle nur für einen Comedian halten, obwohl er sich seit 1945 keinen Deut verändert hat. Foto: Constantin Film
In "Er ist wieder da" wird Adolf Hitler wird zum TV-Star, den alle nur für einen Comedian halten, obwohl er sich seit 1945 keinen Deut verändert hat. Foto: Constantin Film
Mit den Bildern der Gräuel des Dritten Reichs im Hinterkopf bekommt man eine Gänsehaut, wenn man im Film "Er ist wieder da" sieht, wie leicht es ein neuer Hitler heute haben könnte, das Volk zu manipulieren. Das zu sehen, ist ein wenig unheimlich - immerhin ist ein Teil der Szenen real.

Mit dieser Einschätzung stehen die Schüler der Fachschule für Heilerziehungspflege nicht allein da. Ihr Blick auf das Thema ist wohl auch deshalb besonders aufmerksam, weil sie ihr Berufsleben Menschen widmen wollen, die zu Hitlers Zeiten seiner Rassenideologie zum Opfer gefallen wären.

Gerade deshalb ist es positiv, dass die ganze Klasse sich zu Wort gemeldet und ihrem Unbehagen Ausdruck verliehen hat.
In unserer Diskussionsrunde entspann sich eine lebhafte, sehr kontroverse und emotionale Debatte mit einer wichtigen Erkenntnis: Schwarz-Weiß-Denken wird der Vielschichtigkeit des Themas nicht gerecht.

Es sind die Grautöne, die das Bild vollständig machen. Wäre Hitler offenkundig ein Monster oder ein lächerlicher Kasper gewesen, dann sähen seine Anhänger von damals heute aus wie Idioten. Während wir nachfolgenden Generationen uns entspannt zurücklehnen, denn wir sind natürlich schlauer: So einem würden wir nie nachgelaufen.

Die Generation unserer Eltern und Großeltern war aber auch nicht dumm. Viele sahen in Hitler einen zielstrebigen Politiker, der Charisma hatte, ihnen Hoffnung gab. Das ist ein Punkt, mit dem wir uns ziemlich schwertun. Aber es ist auch eine der Mahnungen des Films: Wir müssen wachsam sein, wem wir unser Vertrauen schenken. Und das im Zeitalter der allgegenwärtigen Medien-präsenz und der sozialen Netzwerke mehr denn je!
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