Stadtsteinach
Fernsehen

Schützenhilfe aus Stadtsteinach bei Jauch

Einen netten Fernsehabend wollten Pia Hempfling aus Stadtsteinach und ihre Schwester in den RTL-Studios in Köln-Hürth verleben. Doch dann standen sie plötzlich selbst vor der Kamera - als Publikumsjoker bei Günter Jauchs "Wer wird Millionär".
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Die Eintrittskarten zum Promi-Special von "Wer wird Millionär?" hebt sich Pia Hempfling aus Stadtsteinach sicherlich auf. Als Zuschauerin reiste Pia Hempfling in die RTL-Studios - doch dann kam sie plötzlich zu Fernseh-Ehren und ihre Schwester Ulla Rübensaal aus dem Landkreis Lichtenfels auch. Foto: Sonny Adam
Die Eintrittskarten zum Promi-Special von "Wer wird Millionär?" hebt sich Pia Hempfling aus Stadtsteinach sicherlich auf. Als Zuschauerin reiste Pia Hempfling in die RTL-Studios - doch dann kam sie plötzlich zu Fernseh-Ehren und ihre Schwester Ulla Rübensaal aus dem Landkreis Lichtenfels auch. Foto: Sonny Adam
Als Pia Hempfling mit ihrer Familie in die Fernseh-Studios nach Köln-Hürth fuhr, wollte sie einfach nur einmal hinter die Kulissen blicken. Sie wollte sehen, wie die großen Fernsehsendungen gemacht werden. "Wir haben eine Studioführung mitgemacht. Und ich war ehrlich ein bisschen überrascht, dass das Studio von ,Wer wird Millionär?' eigentlich gar nicht so groß ist. Da passen vielleicht 200 Leute rein, nicht mehr. Ich finde, im Fernsehen sieht das nach viel mehr aus", sagt Pia Hempfling.

Bei der Sendung, kämpften Comedy-Star Carolin Kebekus, Hundeflüsterer Martin Rütter, Tatort-Kommissar Richy Müller und Nachrichtensprecher Jens Riewa um die Million - für einen guten Zweck. "Bei einer Frage hatte der Martin Rütter ein Problem, und ohne zu überlegen stand ich als Publikumsjoker auf, weil ich mir wirklich 200-prozentig sicher war", erzählt Pia Hempfling.


Die Frage war: "Welches 1986 eingeführte Dokument muss bis zum 19.1.2033 eingetauscht werden?" "Ich wusste die Antwort schon, ehe ich überhaupt die Auswahlmöglichkeiten gehört hatte: das ist der rosa Führerschein", sagt Pia Hempfling. Gemeinsam mit etwa zwölf anderen Kandidaten bot sich die Stadtsteinacherin als Publikumsjoker an - und wurde ausgewählt. Plötzlich hatte sie das Mikro vor dem Mund und musste selbst mitspielen.

"Wir hatten uns etwa eine Woche vorher im Freundeskreis über Führerscheine unterhalten und wir haben dann alle unsere Führerscheine gezückt. Ich selbst habe ja schon die Führerscheinkarte, aber ich wusste ganz genau, dass bis 2033 der Führerschein ausgetauscht werden muss", erzählt Pia Hempfling und muss noch lachen. Denn auch im Freundeskreis wurde bei der Unterhaltung über den Führerschein viel gelacht - über die alten Führerscheinbilder.

"Als ich ausgewählt wurde, war das ganz witzig. Denn der Martin Rütter war ein bisschen hibbelig, es ging ja um einen guten Zweck", erzählt Pia Hempfling. Er hatte so seine Zweifel, ob sie denn kompetent sei. Und dann verriet Pia Hempfling ihren Beruf: Sozialpädagogin bei der AWO. Offen hatte Rütter gesagt, dass ihm eine Dame von der Führerscheinstelle lieber gewesen wäre. "Aber er hat dann gesagt, ich würde souverän wirken und hat meine Antwort auch wirklich eingeloggt - sie war natürlich richtig", lacht Pia Hempfling.

Am Tag nach ihrem Fernsehauftritt stand die ganze Region Kopf. Denn nicht nur viele Stadtsteinacher haben die Fernsehsendung geschaut, sondern auch in der AWO ist Pia Hempfling jetzt als Fernsehstar bekannt. "Ich wurde dauernd angesprochen. Man glaubt gar nicht, wie viele die Sendung gesehen haben. Zum Glück hat meine Antwort gepasst", sagt Pia Hempfling am Tag danach.


"Vill du fika?"

Dann schlug der Zufall schlug noch einmal zu. Denn nicht nur Pia Hempfling wurde als Publikumsjoker ausgewählt, sondern später bei den Fragen von Tatort-Kommissar Richy Müller wurde ausgerechnet Pia Hempflings Schwester Ulla Rübensaal drangenommen. Sie wusste nämlich die Antwort auf die Frage, wie man in Schweden eine Frau zum Kaffee einlädt. "Meine Schwester ist Hotelfachfrau und sie hatte einen schwedischen Gast kurz vorher und wusste genau, wie das heißt", lacht Pia Hempfling: "Vill du fika?" würde ein schwedischer Mann fragen, wenn er eine Frau zum Kaffee einladen will.

Mit Hilfe des Publikumsjokers kam Richy Müller übrigens sogar bis zur 500 000-Euro-Frage. Allerdings konnte ihm dann der Telefonjoker - Johannes B. Kerner - nicht weiterhelfen, und so nahm der Schauspieler die 125.000 Euro.

Insgesamt erspielten die vier Promis 439 000 Euro für einen wohltätigen Zweck. Und eine Stadtsteinacherin und eine Lichtenfelserin haben mitgeholfen.
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