Kulmbach
Winter

Schüler erfahren über die Gefahren auf dem Eis

Beim Eisregel-Training der DLRG lernten Schüler der Grundschule Melkendorf über die Gefahren auf dem Eis.
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Doris Schuster von der DLRG demonstrierte den Schülern, wie man eine eingebrochene Person am besten vom Eis rettet, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Dabei können auch Kleidungsstücke oder ein Schal zum Einsatz kommen. Foto: Jakob Weber
Doris Schuster von der DLRG demonstrierte den Schülern, wie man eine eingebrochene Person am besten vom Eis rettet, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Dabei können auch Kleidungsstücke oder ein Schal zum Einsatz kommen. Foto: Jakob Weber
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"Da wird einem gleich richtig warm", staunt Paul Zenker, nachdem ihn sein Klassenkamerad von der folienartigen Decke befreit hat. An der letzten Station des Eisregel-Trainings hatten die Schüler besonderen Spaß. Nachdem ihnen die Funktionsweise einer Rettungsdecke genau erklärt wurde, durften sie sich gegenseitig darin einwickeln, bis nur noch der Kopf zu sehen war.

Wie verhält man sich korrekt, wenn es zu einem Einbruch ins Eis kommt? Was ist zu beachten, wenn man in einem solchen Fall erste Hilfe leisten will? Claudia Schmidt, Schulleiterin der Theodor-Heublein-Schule in Melkendorf weiß, dass in diesem Bereich bei Vielen Unsicherheit herrscht.

Die Melkendorfer Schüler dagegen kennen sich auf diesem Gebiet nun bestens aus. In einem spielerischen Eisregel-Training wurde den Klassen bis zur vierten Jahrgangsstufe am Freitag die wichtigsten Regeln für mehr Sicherheit am Eis vermittelt. Geleitet wurde das Training von Jonas Bönsch und Doris Schuster vom Bundesfreiwilligendienst. Die Beiden sind Teil eines mobilen Teams der Präventionskampagne "Cool & Sicher!", die von der DLRG-Jugend Bayern in Zusammenarbeit mit der Versicherungskammer Bayern ins Leben gerufen wurde. Ziel der Aktion ist es, junge Menschen für die Risiken auf dem Eis zu sensibilisieren und sie auf Gefahrensituationen vorzubereiten.


20 Sekunden im Eiswasser

Konzentriert und mit großer Begeisterung hörten die Zweitklässler den beiden Eis-Spezialisten zu, die anhand von Geschichten und Bildern die Gefahren von Eisflächen veranschaulichten. An sechs unterschiedlichen Stationen in der Turnhalle konnten die Schüler die gelernten Lektionen ausprobieren und verinnerlichen. Auf einer großen Matratze, die eine Eisfläche verkörpern sollte, wurde zum Beispiel gezeigt, dass man sein Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche verteilen muss, um nicht einzubrechen - so übe man weniger Druck aus. An einer weiteren Station durften die Schüler versuchen, sich mit der korrekten Technik selbst aus einem Eisloch zu retten, wobei der eine oder andere an die Grenzen seiner Kräfte stieß.

Wie kalt sich Eiswasser überhaupt anfühlt, und was mit dem Körper passiert, wenn er mit starker Kälte in Kontakt kommt, erfuhren die Schüler an der nächsten Station. Dazu hielten sie ihre Hände für 20 Sekunden in eine wassergefüllte Kühlbox.

Eine kurze Zeit, aber schon drei bis fünf Minuten können ausreichen, um zu erfrieren, erklärte Doris Schuster. Mit einem Schal durften die Schüler später einen Klassenkameraden von einer Eisfläche retten. Falls kein Schal vorhanden ist, könne man aus mehreren zusammengeknoteten Kleidungsstücken auch eine Rettungsleine basteln, wie ein weiteres Experiment zeigte.


Schüler konnten viel lernen

Neben einer Menge Spaß konnten die Schüler aber auch einiges an Wissen mitnehmen: "Vieles habe ich davor noch nicht gewusst", sagt Jannes Gack nach dem Training. Zum Abschluss erhielt jeder noch einen Comic, der eine Geschichte von der Anwendung der Eisregeln erzählt.



Die Eisregeln der DLRG


1. Gehen Sie nicht gleich an den ersten kalten Tagen auf das Eis.

2. Achten Sie auf Warnungen im Radio und in der Zeitung.

3. Erkundigen Sie sich beim zuständigen Amt, ob das Eis schon tragfähig ist.

4. Betreten Sie Seen erst, wenn das Eis 15 Zentimeter dick ist.

5. Bei einem fließenden Gewässer muss das Eis mindestens 20 Zentimeter dick sein.

6. Gehen Sie nie alleine aufs Eis.

7. Helfen Sie anderen, wenn sie Hilfe brauchen.

8. Verlassen Sie sofort das Eis, wenn es knistert und knackt.

9. Wenn Sie einzubrechen drohen, legen Sie sich flach auf feste Eisschichten und bewegen Sie sich vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück in Richtung Ufer.

10. Retten Sie andere mit Hilfe eines Brettes, einer Leiter oder eines umgedrehten Schlittens, um das Gewicht zu verteilen.

11. Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein. Rufen Sie deshalb nach einer Rettung den Notarzt.

12. Wärmen Sie den Geretteten mit Decken und trockener Kleidung wieder auf und bringen Sie ihn in einen beheizten Raum. Versorgen Sie die Person mit heißen, zuckerhaltigen Getränken, auf keinen Fall mit Alkohol.
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