Kasendorf
Bluttat

Schaufel-Angriff gegen Kasendorfer: War es Mord?

Tatort Großheirath: Nach der tödlichen Attacke hat die Staatsanwaltschaft Coburg einen Bauarbeiter aus Thüringen in Haft genommen.
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Auf dieser Baustelle in Großheirath wurde ein 55-jähriger Kasendorfer mit einer Schaufel totgeschlagen. Der Tatverdacht gegen einen Mann aus Thüringen hat sich erhärtet. Foto: Rainer Lutz
Auf dieser Baustelle in Großheirath wurde ein 55-jähriger Kasendorfer mit einer Schaufel totgeschlagen. Der Tatverdacht gegen einen Mann aus Thüringen hat sich erhärtet. Foto: Rainer Lutz
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Sechs Wochen nach dem tödlichen Schaufel-Angriff auf einen Kasendorfer in Großheirath ist die Staatsanwaltschaft Coburg einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Auf Anfrage bestätigt Staatsanwalt Christian Pfab, dass der Tatverdächtige inzwischen in Untersuchungshaft sitzt. Das heißt, die Ermittlungsbehörde geht von einem dringenden Tatverdacht aus.

Was am 22. Juni auf der Baustelle genau geschah, ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. In Großheirath (Landkreis Coburg) wird die neue Firmenzentrale der Max Carl KG errichtet. Der Coburger Spezialist für Heizung, Klima und Sanitär siedelt auf ein 56 000 Quadratmeter großes Gelände um.
Das neue Gebäude mit 19 000 Quadratmetern Nutzfläche soll zum Jahresende bezogen werden.

Bei der Schaufel-Attacke erlitt der Kasendorfer schwerste Schädelverletzungen. Er wurde ins Krankenhaus nach Meiningen gebracht. In der Klinik starb der 55-Jährige am 2. Juli.

Der Arbeitgeber des Toten, die Angermüller Bau GmbH, die in Thurnau einen Zweigbetrieb hat, war mit Tiefbauarbeiten beauftragt. Dem Vernehmen nach hatte der 55-jährige Kasendorfer einen Bereich frisch asphaltiert, als der Fahrer eines anderen Unternehmens mit seinem Lastwagen genau dort reinfuhr und die Fläche ruinierte. Es habe einen Wortwechsel gegeben zwischen dem späteren Opfer aus dem Landkreis Kulmbach und dem Fahrer. Dieser habe aber nicht zugeschlagen, sondern ein anderer, zunächst unbeteiligter Bauarbeiter.


Mordmerkmal Heimtücke?

Warum hat der Mann die Schaufel als tödliche Waffe eingesetzt? Ist der Angriff von hinten erfolgt, was als Heimtücke und somit als Mordmerkmal auszulegen wäre? Was ist vor der Bluttat passiert? Hat es auch einen Streit zwischen dem 55-Jährigen und dem Verdächtigen gegeben?

Zum Tathergang und zum möglichen Motiv des Beschuldigten äußert sich die Staatsanwaltschaft nicht. "Wir sind mitten in den Ermittlungen. Es ist noch eine Reihe von Zeugeneinvernahmen erforderlich", so Pfab. "Ende September wissen wir mehr."

Jedenfalls konzentrieren sich die Ermittlungen auf den zunächst unbeteiligten Bauarbeiter. Es handelt sich laut Staatsanwalt um einen 38-jährigen Deutschen aus Thüringen. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. "Ja, der Verdacht gegen den Mann hat sich erhärtet", sagt Pfab.


"Mit Wucht gegen den Kopf"

In dem am 19. Juli ausgestellten Haftbefehl ist von einem "Schlag mit der Schaufel und mit Wucht gegen den Kopf" des Opfers die Rede. Ob es sich um einen heimtückischen Angriff handelte (darauf würden die Verletzungen seitlich hinten hindeuten), bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht. "Wir wissen auch nicht, warum sich der Beschuldigte eingemischt hat. Alle Leute auf der Baustelle, die etwas gesehen haben könnten, werden befragt, um den Ablauf zu klären."

Ermittelt wird wegen eines Tötungsdelikts. In Fragen kommen: Körperverletzung mit Todesfolge, fahrlässige Tötung, Totschlag oder sogar Mord. Auch dazu: kein Kommentar. Pfab: "Möglicherweise ergeben sich nach Abschluss der Ermittlungen noch andere Varianten. Eine abschließende Bewertung kann erst am Schluss erfolgen."

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