Thurnau
Serenade

Sänger in Thurnau haben Urlaub im Sinn

Die Gesangvereine Hutschdorf, Grafengehaig und Ludwigschorgast boten im Thurnauer Schützenhaus Chormusik an einem Sommertag.
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Der Gesangverein Hutschdorf mit Dirigent Hans Georg Busch bei der Sommerserenade im Thurnauer Schützenhaus. Foto: Dieter Hübner
Der Gesangverein Hutschdorf mit Dirigent Hans Georg Busch bei der Sommerserenade im Thurnauer Schützenhaus. Foto: Dieter Hübner
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Zur "Sommerserenade" hatte der Gesangverein Hutschdorf ins Thurnauer Schützenhaus eingeladen. Mit seinen musikalischen Gästen, dem Gesangverein "Liederhort" Ludwigschorgast und dem Männergesangverein "Concordia" Grafengehaig wollte man Chormusik an einem Sommertag präsentieren.

Zugegeben: Es gab klimatisch angenehmere Orte, an denen man sich an diesem Sonntagnachmittag aufhalten konnte. Bürgermeister Martin Bernreuther bot spontan an, die nächste Veranstaltung dieser Art gleich im Freibad zu planen.


"Sie macht ihren Job so was von gigantisch gut"


Eine Freude für die beteiligten Sänger und die Besucher sind immer die Begrüßungsworte der Vorsitzenden Kathrin Dörfler (Originalton des Dirigenten: "Sie macht ihren Job so was von gigantisch gut"). Auch dieses Mal kam wieder ihre poetische Ader zum Vorschein: "Herzlich laden wir euch ein, heut' Nachmittag dabei zu sein. Mit unseren Liedern wollen wir auf Reisen gehen, und uns die schöne Welt ansehen."

"Wir haben bewusst kein bestimmtes Motto ausgegeben, weil wir niemanden in irgendein Schema drängen wollten. Jeder soll das singen, wozu er Lust und Laune hat", erklärte Chorleiter Hans Georg Busch anfangs. Und dennoch hatten angesichts des Sommers wohl alle das Thema "Urlaub" im Sinn. Denn die Sehnsucht nach Reisen und Wandertouren kam in der Liedauswahl aller drei Chöre zum Ausdruck.

So begann der gastgebende Chor mit "Schön ist die Welt, drum Brüder lasst uns reisen", um gleich bei einer "Morgenwanderung" mit Freuden der Sonn entgegen zu gehen, anschließend hoch über dem Berg, gleich hinter den Wolken "Die kleine Bergkirche" zu sehen, und dort ein "Ave Maria" erklingen zu lassen. Wolfgang Trottmann, Sänger, Klavierspieler und Chorleiter in einem, saß dabei am Keyboard.


Tanzbodenkönig legt Mazurka aufs Parkett


Der Grafengehaiger Chorleiter Harald Dietzel setzte mit seinem durch verschiedene Umstände etwas dezimierten Männerchor die Reise mit einem "Sommerlied" in die "Weite Welt" fort.

Gut aufgestellt präsentierte sich der "Liederhort" Ludwigschorgast (Leitung Alexander Thern). Nach seiner "Europareise", am Keyboard begleitet von Armin Schwieder, gelangten sie an "Peters Brünnele", bevor der "Tanzbodenkönig" eine Mazurka aufs Parkett legte.


Treue Mitglieder geehrt


In der Pause ehrte Vorsitzende Dörfler drei passive Mitglieder für jeweils 25 Jahre Treue zum Verein: Anita Lenz, Silvia Krusch und Andrea Wißlicen.

Den zweiten Teil begannen die Ludwigschorgaster mit "Weit, weit weg", dem zweitbesten Song von Hubert von Goisern, wenn man Insidern glauben darf. Bei "Wein nicht um mich, Argentinien" und "We have a dream" begaben sie sich auf die Musical-Ebene. Mit "The rose" als Zugabe bedankte sich der "Liederhort" für die Einladung.
Als Kontrastprogramm bot die "Concordia" die fränkischen Volkslieder "Waldeinsamkeit" und "Nachtigall, ich hör Dich singen". "Mit diesen zeitgenössischen Sätzen wollen wir zeigen, dass die Franken nicht nur derb, sondern dem weiblichen Geschlecht gegenüber auch zu herzlichen und innigen Gefühlen fähig sind", war dazu der Kommentar von Harald Dietzel.


"Die Gedanken sind frei"


Die Reise der Hutschdorfer ging weiter mit der "Ballade vom Löwenzahn", die der Chor seinem Mitglied Christa Zapf nachträglich zu deren 50. Geburtstag widmete. Mit "Rot ist der Wein" endete die Sommerreise in Spanien.

Danach schickte der Chor mit der Volksweise "Die Gedanken sind frei" die Besucher auf ihre ganz persönliche Reise. "Egal, wo, wie und was ihr denkt, es bleibt dabei: Die Gedanken sind frei", bedankte sich Kathrin Dörfler bei allen Mitwirkenden und den Besuchern, bevor alle gemeinsam "Kein schöner Land ..." anstimmten.


Mister "120 Prozent"


Hans Georg Busch hat in den 13 Jahren seiner Tätigkeit in Hutschdorf einen homogenen Klangkörper geformt, dem seine Freude und Begeisterung beim Singen anzusehen ist. Mit sieben bis acht Proben bereitet er den Chor auf ein solches Konzert vor. "Dabei fordert er immer 120 Prozent", verrät die Vorsitzende. "Aber damit gibt er uns auch Sicherheit bei unseren Auftritten. Wir wollen ihn nicht mehr hergeben."

Mit einer Altersstruktur von 15 bis 85 Jahren sind die Hutschdorfer einer der wenigen Chöre, die keine Nachwuchsprobleme haben. "Mit meiner ersten Reihe kann ich Bäume ausreißen. Es ist einfach schön, mit diesem Gesangverein zu arbeiten", gab der Chorleiter das Kompliment zurück.
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