Sie vermittelten neue Erkenntnisse über die Wurzeln des Blues, über Heavy Metal, klärten über die schwierige umweltfreundliche Entsorgung von Rauchern auf, gaben Tipps, wie man mit wenig Geld an der Pieps-Kasse viel einkaufen kann, machten vor allem mit ihrer Reimkunst bestes Kabarett. Das unter dem Namen "Schwarze Grütze" firmierende Duo Stefan Klucke und Dirk Pursche, zum zweiten Mal in Langenstadt, hatte aus Potsdam all das mit gebracht, was man sich in diesem Genre wünscht: Gute niveauvolle Unterhaltung, Wortspiele mit Tiefgang und erfreulicherweise nicht den oft gehörten Nonsens, nur ein bisschen davon als Garnierung. Und vor allem eine Menge an Musik, sie jonglierten nicht nur gekonnt mit der Sprache, sondern ebenso gekonnt auf ihren E-Gitarren, wenn nötig auch mal über Kopf.

Was beide besonders auszeichnet ist die Silbengeschwindigkeitsmalerei. Sie reihten noch so schwierige Stabreime, Schüttelreime und Echoreime blitzschnell und nahtlos aneinander, dass das Erfassen der Texte beim Zuhörer nachhinkte und die Pointen bewusst mit Verzögerung ankamen. Köstlich auch die Szenen beim Arzt, als der Patient wegen Tinnitus Hilfe sucht und ihn der Doktor auffordert: "Bitte sprechen Sie nach dem Pfeifton."

Eine bitterböse Schelte galt der Jugend, der Organspender-Song mündete in der Erkenntnis, man könne auf alles verzichten, nicht nur auf Geld. Die zwei Kabarettisten wiesen auf die ähnlichen Gene bei Menschen und Schweinen hin: "Schweinefleisch macht aggressiv, wer in ein Schnitzel beißt, das ist wie Kannibalismus."

Voll aus sich heraus ging das Publikum während der Aufklärung über die uns bedrohenden Krisen, sei es in der Bankenwelt, beim Kinderkriegen oder beim Fußball, alle skandierten den Refrain "Am Besten, wenn man alles staatlich reguliert" aus voller Brust mit.

Herrlich karikiert, mit viel Witz und komödiantischer Gabe serviert waren die Anfangstexte trivialer Schlagerkost, die schließlich langsam, zeitlupenhaft verendeten. Und der Zungenbrecher zu dem Test, wie hoch der Alkoholspiegel eigentlich ist, um noch Autofahren zu können.

Das Kabarett "Schwarze Grütze"brachte auch mit Hintersinn die Ost-West-Denkweise zum Ausdruck, mengte seinen Ideen typisch berlinerische oder sächsische Wortkapriolen bei, hier wirkte nichts angestaubt oder abgekupfert. Sie schöpften aus einem reichen Erfahrungsschatz, man darf sich schon auf ihr neues Programm freuen, mit dem sie Weihnachten auf deutschlandweite Tournee gehen. In Langenstadt jedenfalls boten sie einen kurzweiligen Abend. Dem Kulturverein Neudrossenfeld kann man zur Verpflichtung der beiden Kabarettisten nur gratulieren.