Die Tanzlinden in Limmersdorf, Langenstadt und Peesten sind drei überaus inte ressante Ausflugsziele, die sich perfekt mit einem Radweg verbinden lassen. Das dachte sich auch Helga Dressel, die 2. Vorsitzende des Tourismusvereins "Die romantischen Drei". Sie war die Ideengeberin für den neuen Tanzlindenradweg.
"Ich bin die Strecke mit meinem Mann oft gefahren und hatte schon lange die Idee zu so einem Radweg", sagt die begeisterte Fahrradfahrerin. "Besonders schön ist an der Strecke der Ausblick in das Kulmbacher Land."
Helga Dressel ist erstaunt, wie schnell der Tanzlindenradweg in Zusammenarbeit mit den anderen Tanzlindenfördervereinen, den Gemeinden und dem Landratsamt verwirklicht werden konnte. "Am 20. Juni im vergangenen Jahr wurde der Antrag gestellt, und jetzt können wir den Radweg schon einweihen", freut sie sich. Etwa 100 Schilder wurden für den Radweg KU 16 angebracht, der die Tanzlinden in Peesten, Limmersdorf und Langenstadt verbindet, was den Gemeinden insgesamt 3500 Euro gekostet hat.
Knapp 31 Kilometer ist der neue Tanzlinden-Radweg lang. Und weil es zwar zwei kurze Anstiege, aber keine wirklich langen Steigungen auf der Route gibt, ist er auch von weniger trainierten Radlern gut zu bewältigen. Von Peesten aus geht es zunächst am Fuß des Görauer Angers entlang nach Kasendorf und dann hinüber nach Thurnau.
Wer es nicht eilig hat, kann einen Abstecher zum "Mittelpunkt Oberfrankens" machen: Die Metallskulptur "Tornado", die diesen errechneten Mittelpunkt markiert, liegt in nächster Nähe bei Heubsch.
Von Thurnau aus steigt die Strecke leicht an bis nach Limmersdorf, ebenfalls Standort einer Tanzlinde samt Museum und jährlich Schauplatz der legendären Limmersdorfer Kerwa. Von hier aus rollen Radfahrer mühelos hinunter ins Rotmaintal, wo es über Neuenreuth nach Langenstadt zur dritten Tanzlinde geht. Es folgt ein idyllischer Weg entlang des Mains und des Friesenbachs über Rottlersreuth und Hutschdorf. Von dort geht's über Krumme Fohre und Proß zurück nach Peesten.
Das Besondere an dem neuen Weg: Die drei Tanzlinden, die an der Strecke liegen, werden auch heute noch betanzt. Insgesamt gibt es in Deutschland nur noch sechs solcher Linden. Die drei anderen stehen samt und sonders in Thüringen und zwar in Effelder, Sachsenbrunn und Oberstadt.
Zwar gibt es in vielen Orten noch Linden oder andere mächtige Bäume, unter denen getanzt wird, und auch solche, um die herum auf einem Stein- oder Holzgerüst ein Tanzboden errichtet wurde. Einzigartig sind die fränkischen und thüringischen Tanzlinden aber, weil hier die Äste des untersten Astkranzes unter einem Gerüst aus massiven Holzbalken entlang und dann außerhalb wieder nach oben wachsen. So entsteht der Eindruck, als trügen die Äste die Balkenkonstruktion - die tatsächlich aber auch hier Unterstützung aus Holz- oder Steinsäulen erhält.
Nach der Einweihung des Radweges am Sonntag startet um 12.15 Uhr in Peesten auch eine Eröffnungsfahrt, an der jeder teilnehmen kann. Dann werden die Radfahrer den neuen Schildern, die für den Radweg angebracht wurden, folgen und den Radweg erkunden. An den Stationen in Limmersdorf und Langenstadt werden sie je nach Wetterlage auf den Tanzlinden oder in den nahegelegenen Gaststätten bewirtet.
Mehr am Dienstag in der Bayerischen Rundschau.