Kulmbach
Öffentlichkeitsarbeit

Radeln im Regen für den Weißen Ring

21 Sportler, 1000 Kilometer und über 17 Stunden Fahrtzeit: Die Radsportler des Weißen Rings fahren durch Deutschland, um auf die Opferhilfe aufmerksam zu machen.
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Trotz Regenwetter steigen die 22 Radler mit guter Laune auf ihre Räder.   Fotos: Jennifer Hauser
Trotz Regenwetter steigen die 22 Radler mit guter Laune auf ihre Räder. Fotos: Jennifer Hauser
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Der Boden im Mönchshof-Bräuhaus ist rutschig, denn rund 30 Paar nasse Füße sind in die Brauereigaststätte eingetreten. Und nicht nur die Füße der Gäste waren nass, auch die Klamotten waren komplett durchnässt. "So langsam wärmt man sich aber auf und beginnt zu trocknen", schmunzelt Dieter Skodda. Er ist der Leiter des Radsportteams des Weißen Rings, das sich am Mittwoch im Mönchshof-Bräuhaus versammelt hatte.
Das Radsportteam des Weißen Rings besteht aus 80 Mitgliedern, 21 davon hatten sich am Samstag, 14. September auf den Weg gemacht, einmal Deutschland zu durchradeln. Von Hamburg soll es nach München gehen. Eine der vielen Zwischenstationen dabei war heute auch Kulmbach. Die Ankunft hier gestaltete sich allerdings - wohl wegen des schlechten Wetters - weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, obwohl im Vorfeld für die Aktion geworben worden war.Mit ihrer Fahrt durch Deutschland wollen die Radsportler auf die Opferhilfe des Weißen Ringes aufmerksam machen.


Opferhilfe vor Ort

"Heute war ein Tag, an dem das Thema für uns ganz konkret wurde. Wir waren an der Stelle in Marktrodach, an der am 24. August eine Mutter erschossen wurde", erzählt Heino Vahldieck, der im Radsportteam für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Auch die Tochter der Getöteten war während der Kranzniederlegung am Tatort. Sie ist eine derjenigen, die aktiv von der Opferhilfe des Weißen Rings profitieren.
"Zu den Opfern gehören auch immer die Angehörigen, auch um kümmern wir uns", sagt Alfons Hrubesch, Leiter der Kulmbacher Außenstelle des Weißen Rings. Für die Familie des Opfers in Marktrodach wurde eigens ein Spendenkonto eingerichtet.
Mit einem schallenden "moin moin" wurde Oberbürgermeister Henry Schramm begrüßt, der die Radler im Mönchshof empfing. Er betonte, wie sehr er sich freue, dass Kulmbach eine Station der Tour sei und lud die Sportler ein, zur Bierwoche wieder zu kommen: "Ich schäme mich schon fast, dass wir sie mit so schlechtem Wetter empfangen, aber bei unserem Bierfest Ende Juli, Anfang August ist das Wetter sicher besser."
Und um die Nordlichter zu einer Rückkehr zu bewegen, überreichte Alfons Hrubesch auch noch Kulmbacher Bier an die Sportler - die während ihres Zwischenstopps freilich fast ausschließlich alkoholfreies Bier tranken. Schließlich war Kulmbach war nicht die Endstation der heutigen Etappe. 25 Kilometer hatten die Fahrradfahrer noch vor sich, denn erst in Bayreuth sollte das Tagesziel erreicht sein.

Die Jungen geben Windschatten

Heino Vahldieck macht sich aber keine Sorgen wegen der Weiterfahrt: "Wir haben zwar unterschiedliche Leistungsniveaus, aber die Stärksten fahren immer vorneweg und wenn sie den Berg hoch schneller sind als die Älteren, dann fahren sie eben später langsamer."
Auf der Tour durch Deutschland sind die Fahrer zwischen Anfang 30 und 58 Jahren alt. Alle Teilnehmer sind Freizeitsportler, weswegen sie bei zu starkem Regen - so wie am Mittwoch - auf den Bus umgestiegen wird: "Nasse Abfahrten sind gefährlich und heil anzukommen steht im Vordergrund", so Vahldieck. Bisher gab es drei kleinere technische Defekte, aber keine Unfälle. Das soll natürlich auch so bleiben, denn Teamleiter Dieter Skodda verrät, dass eine weitere Fahr geplant ist, sofern genügend Sponsoren zusammen kommen.

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