Ziegelhütten
Theater

Lufig-leichtes Theater in Kulmbach: Pinguine tricksen Noah aus

"Das Baumann": Ulrich Hubs Stück "An der Arche um acht" feierte Premiere auf der Ziegelhüttener Bühne.
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Die drei Pinguine Frank Schott, Nadine Dörfler und Anja Weith (von links) tricksen Noah aus. Foto: Klaus Klaschka
Die drei Pinguine Frank Schott, Nadine Dörfler und Anja Weith (von links) tricksen Noah aus. Foto: Klaus Klaschka
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Drei Pinguine streiten sich über Gott und die Welt - nicht, weil sie gerade ihre philosophischen fünf Minuten haben. Sondern weil es so üblich ist, weil alle Tiere, inklusive der Menschen einen Gen-Defekt haben. Gott ist davon genervt und beschließt, die ganze Schöpfung in einer Sintflut zu ersäufen. Damit seine Arbeit aber nicht ganz umsonst war, soll Noah von jeder Sorte zwei Streithammel in seinem Schiff über die Runden, sprich über die Flutwellen bringen.

Und Noah entsendet eine Taube, auf dass sie Gottes Ratschluss aller Welt verkünde. Sie flattert gestresst um die ganze Welt, um die Tickets für die Reise mit unbestimmtem Ziel und unbestimmter Dauer zu verteilen. "Um acht geht's los. Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt."


Die Pinguine sind zu dritt

Nun haben die Pinguine ein Problem: Sie sind zu dritt. Trotz aller Streiterei wollen sie nicht einfach so einen zurücklassen. Sie schmuggeln Pinguin Nummer drei in einer Kiste auf die Arche und schaffen es fast bis zum Ende der Reise, den blinden Passagier zu verbergen.

Tiefgründiger wird Ulrich Hubs Stück "An der Arche um acht" nicht. Aber tiefgründig ist die Erkenntnis am Schluss: Es ist alles so, wie es ist. Und so bleibt es auch. Gott sieht ein, dass er mit der Sintflut überreagiert hat.
Der Theatertruppe "Schauhaufen" ist es ganz köstlich gelungen, das Stück auf die Bühne des Theaters "Das Baumann" in Ziegelhütten zu bringen. Frank Schott und Anja Weith mimen zwei oberflächliche Pinguine, die sich aber mit ihren Arche-Tickets als Auserwählte fühlen.


Die Entdeckung

Eine Entdeckung ist der dritte Pinguin: Nadine Dörfler. Sie hat Impresario Rüdiger Baumann erst im Sommer bei einem Schauspielkurs von sich überzeugt - zu Recht. Sie gibt den pubertären Teenager-Pinguin, der alles besser weiß als die beiden Alten. Sie freuen sich darüber, dass sie sich freuen - und sie halten dann zusammen, wenn es brenzlig wird.

Und brenzlig wird es, wenn die Taube nach dem Rechten sieht - eine Paraderolle für Vanessa Schramm: Sie lässt innerhalb weniger Sekunden fast sämtliche Gefühlsregungen der Welt erkennen. Dabei genügt manchmal eine Augenbewegung.

Cheftrainer Rüdiger Baumann (Regie) hat das Stück luftig-leicht inszeniert. Das minimalistische Bühnenbild hat Sabine Battistella schlau gelöst. Mit den Requisiten (Sina Stöcker, Rüdiger Baumann) haben die vier Schauspieler kein großes Gefummel, und die Technik (Luca Lauterbach) funktioniert auf den Punkt.


Der schwerste Job

Bei der Premiere am Samstag hatte Regieassistentin Birgit Baumann sicher den schwersten Job: Sie musste das Textbuch tragen - für den Fall, dass einer der Schauspieler einen Hänger hätte. Dem war aber nicht so.



Programminformation

"An der Arche um acht" Das Stück wird noch bis 15. Januar im Theater "Das Baumann" gespielt. Die Plätze im Ziegelhüttener Wohnzimmer sind rar.
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