Der Markt Thurnau möchte sich die Vergütung für die Errichtung von Anlagen auf den nach Süden zeigenden Dachhälften des Limmersdorfer Kindergartens sowie auf den Feuerwehrhäusern in Thurnau und Lanzenreuth noch sichern. Diesen Grundsatzbeschluss fasst der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend. Allerdings ist Eile geboten, eventuell müssen die Anlagen schon bis 30. März installiert sein. Eine genaue gesetzliche Festlegung steht momentan noch aus.
Wie Verwaltungsleiter Hans-Peter Ströbel erläuterte, würden sich die drei Anlagen bei der jetzigen Einspeisungsvergütung und den von den Banken für die Finanzierung angebotenen Zinssätze von etwa zwei Prozent jeweils nach zehn Jahren amortisieren, danach könnte der Markt Geld verdienen. Die Anlagen sollten von der Kommune in Eigenregie als zweiter "Betrieb gewerblicher Art" neben der Wasserversorgung unter dem Dach der Marktwerke betrieben werden. Da der Haushalt 2012 bislang nicht verabschiedet ist, wären Kreditaufnahmen für die Photovoltaikanlagen eigentlich nicht zulässig. "Das Landratsamt Kulmbach hat uns aber eine Vorabgenehmigung in Aussicht gestellt, wenn wir für die Anlagen die Wirtschaftlichkeit nachweisen können", so Ströbel. Mehrere Angebote für die Anlagen seien bereits eingeholt, es erscheine auch möglich, dass die Anlagen tatsächlich bis Ende März installiert sind, sagte der Verwaltungsleiter.
Auf den Einwand von Jürgen Kieslich (CSU), dass seine Fraktion schon immer die verstärkte Nutzung der Photovoltaik auf Dächer öffentlicher Gebäude gefordert und man lange genug über das Thema gesprochen habe, bevor jetzt endlich etwas umgesetzt werde, verwies Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/Offene Liste) auf die seit drei Jahren bestehende Bürger-Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule: "Seit drei Jahren erzielt diese Anlage zweistellige Renditen. Als es damals darum ging, ob sich die Kommune an der Anlage beteiligen soll, wurde dies im Gemeinderat abgelehnt. So viel zum Thema."
Bürgermeister Hofmann und Verwaltungsleiter Ströbel wurden letztlich ermächtigt, den Bau der Anlagen bis 30. März oder einen späteren Termin, der noch die jetzige Einspeisungsvergütung sichert, zu realisieren. Falls nicht alle drei Anlagen machbar seien, solle bevorzugt die Anlage auf dem Dach des Limmersdorfer Kindergartens entstehen, da dort auch der meiste Eigenbedarf an Strom zu verzeichnen sei.