Kulmbach
Glosse

Nicht wundern: Andere Länder, andere Puppen!

Früher waren es die Römer, von denen man sagte: Die spinnen! Heute sind es offenbar die Thailänder.
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Der letzte Schrei in Thailand: lebensecht wirkende Puppen, die wie Kinder behandelt werden. Foto: Cod Satrusayang/dpa
Der letzte Schrei in Thailand: lebensecht wirkende Puppen, die wie Kinder behandelt werden. Foto: Cod Satrusayang/dpa
Es gibt viele fremde Länder und fremde Kulturen mit Sitten und Gebräuchen, die uns seltsam erscheinen. Aber der Respekt verbietet es, sich darüber lustig zu machen.

So gilt in arabischen Ländern die linke Hand als unrein. Sie wird mit der Toilettenhygiene in Verbindung gebracht (was sich für den Rechtshänder nicht so recht erschließen will). Und eine Begrüßung mit der linken Hand wird als Beleidigung ausgelegt. Oder Japan: Hier muss man sich bei der Begrüßung genauso tief verbeugen wie der Gastgeber. Sonst wäre es eine Demütigung. Oder China, wo es kein schlechtes Benehmen ist, in der Öffentlichkeit auf den Boden zu spucken. Denn es soll gesund sein.


Extra Ticket für die Flugreise

Nun gut, mit Arabern, Chinesen und Japanern könnten wir uns arrangieren. Doch den neuesten Trend in Thailand muss man nicht mögen. Dort ist es der letzte Schrei, lebensecht wirkende Plastikpuppen als Kind-Ersatz herzunehmen. Die mehrere hundert Euro teuren Attrappen schlafen mit im Bett, bekommen Milch zum Frühstück und haben im Flugzeug einen eigenen Sitzplatz. Jawohl, und das Ticket bei Bangkok Airways kostet richtig Geld. Die Puppen werden wie Lebewesen behandelt, weil sie angeblich den Geist eines Kindes in sich tragen.

Was würde ein Experte für Aberglaube aus der Gallierzeit zu diesem Puppenwahn sagen? Die spinnen, die Thailänder. Beim Teutates!
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