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Neuensorg verspricht:"Protest gegen Monsterstrassen wird nicht abflauen"

Die Neuensorger Bürgerinitiative geht am Samstag, 15. Oktober, zum zweiten Mal auf die Straße. Auch eine Kundgebung gegen die Monsterstromtrasse geplant.
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Nach dem Erfolg der ersten Demonstration wollen die Neuensorger morgen wieder auf die Straße gehen. Foto: Archiv/Werner Reißaus
Nach dem Erfolg der ersten Demonstration wollen die Neuensorger morgen wieder auf die Straße gehen. Foto: Archiv/Werner Reißaus
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Unter dem Motto "Solidarität für eure und unsere Kinder und Enkel" steht die zweite Demonstration, mit der die Bürgerinitiative Neuensorg gegen eine Strom-Monstertrasse durch den Frankenwald protestieren will. Die Kundgebung findet am Samstag, 15. Oktober, statt.


Protestzug durch den Ort


Treffpunkt ist um 15 Uhr an der unteren Bushaltestelle am Dorfteich in Neuensorg. Gegen 15.30 Uhr wird sich der Protestzug Richtung VfR-Sportheim in Bewegung setzen. Dort kommt es dann um 16 Uhr zu einer Kundgebung. Der Rückmarsch ist gegen 17 Uhr geplant.

Wie Fritz Ruppert, der Sprecher der Bürgerinitiative mitteilt, ist Neuensorg inzwischen dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz mit Sitz in Bonn beigetreten. Dies letztlich auch, um mehr Informationen und mehr Gewicht in der Argumentation zu erhalten. "Die Politik lässt uns im Regen stehen", so Ruppert.


Petition: Entscheidung steht aus


Klar sei mittlerweile, dass die Entscheidungen über die Stromtrassen nicht in München getroffen werden, meint der Sprecher. Bislang sei aber bei den Verhandlungen der Großen Koalition in Berlin kein Erfolg erzielt worden. Der Eingang der Petition der Bürgerinitiative Neuensorg an den Bayerischen Landtag sei zwar in München bestätigt worden, doch erst nach einer Stellungnahme der bayerischen Staatsregierung werde der zuständige Ausschuss über die Eingabe entscheiden.

Das Landtagsamt, so Ruppert, habe der BürgerinitiativeFolgendes mitgeteilt: "Die notwendigen Feststellungen nehmen in der Regel einige Zeit in Anspruch. Wir bitten Sie deshalb um Geduld. Über den voraussichtlichen Sitzungstermin werden wir Sie informieren."


Post aus der Staatskanzlei


Post hat die Bürgerinitiative auch aus der bayerischen Staatskanzlei erhalten, und zwar von der Ministerialrätin Dorothee Erpenstein. Darin heißt es: "Ministerpräsident Horst Seehofer lässt Ihnen für Ihre Zuschrift danken, mit der Sie sich dafür einsetzen, bei der Errichtung einer neuen Stromtrasse im Abschnitt Traindorf-Neuensorg Erdverkabelung vorzusehen. Im Auftrag des Herrn Ministerpräsidenten hat die Bayerische Staatskanzlei Ihr Schreiben dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie zugeleitet, damit Ihr Vorbringen überprüft wird. Die Bearbeitung wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Die Staatskanzlei bittet Sie daher um etwas Geduld. Weitere Mitteilung erhalten Sie demnächst vom Wirtschaftsministerium."

Fritz Ruppert bedauert vor allem, dass Tennet nach wie vor keine Informationen über die Erdverkabelung der Wechselstromtrasse mache: "Sie antworten nach dem Prinzip des Buchbinders Wanninger."


Infofahrt unnötig


Eine Informationsfahrt zur 380-kV-Pilottrasse in der Nähe von Düsseldorf hält die Bürgerinitiative für unnötig, da man bereits in Bayreuth die Erdverkabelung besichtigen konnte.

In Planung sei aber ein Gespräch mit Ministerialrat Ebelsberger, dem zuständigen Referatsleiter für Energieinfrastruktur und Netze im Wirtschaftsministerium, an dem auch Vertreter der Netzagentur und von Tennet teilnehmen werden.

Die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner wolle sich hier um einen Termin bemühen. "Wir hoffen, dass wir bei diesem Termin von Tennet endlich Aussagen über die Erdverkabelung und die Planung der Wechselstromtrassen von Tennet bekommen", sagt Ruppert. Bisher gebe es vier Varianten der Monstertrasse, "aber welche ist denn nun die richtige und welches wäre denn die Variante für die Erdverkabelung?" Es dürfte doch kein Problem sein, "zu inhaltlich belastbaren Infos zu kommen".


Gleichstromtrasse nichtg nötig


Fritz Ruppert ist nach wie vor der Meinung, dass die Gleichstromtrasse nicht notwendig ist: "Wir brauchen den Braunkohlestrom nicht." Trotz der vielen Nachbesserungen, Konsultationen, Bürgerdialoge und Gesetzesvorschläge in Bayern werde der Protest in Neuensorg nicht abflauen, eher im Gegenteil ...
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