Kulmbach
Spendenaktion

Natalie Ristic hat ein Herz für Streuner

Natalie Ristic kümmert sich mit Hingabe um herrenlose Katzen. Die Spendenaktion der BR und des Vereins "Franken helfen Franken" unterstützt sie.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Herz für Katzen hat Natalie Ristic. Wer die Kulmbacherin unterstützen möchte, kann über die Aktion "Frabken helfen Franken" an den Kulmbacher Tierschutzverein spenden. Foto: dpa
Ein Herz für Katzen hat Natalie Ristic. Wer die Kulmbacherin unterstützen möchte, kann über die Aktion "Frabken helfen Franken" an den Kulmbacher Tierschutzverein spenden. Foto: dpa
+1 Bild
Ursprünglich reagierte Natalie Ristic höchst allergisch auf Katzen. "Sobald ich mit dem Fell in Berührung kam, war bei mir alles aus: Atemnot, tränende Augen - das ganze Programm. Es war furchtbar." Dass die Kulmbacherin dennoch zu einer hoch engagierten Beschützerin der Samtpfoten wurde, liegt auch an einer hammerharten Desensibilisierung. "Vor 17 Jahren habe ich drei herrenlose Katzenbabys übernommen. Das war die Zwangsdosierung an Katzenhaar. Irgendwann hatte es sich dann mit der Allergie."


In aller Herrgottsfrühe raus

Es blieb nicht bei der rein privaten Liebe zu Katzen. "Man bekommt schnell mit, dass es wahrlich nicht allen Tieren gut geht, vor allem denen, die draußen herumstreunen." Diesen Streunern widmet die 47-Jährige seit vielen Jahren ihr Engagement, einen Großteil ihrer Freizeit - und nicht zuletzt viel Geld.

Natalie Ristic, die im Marketing bei TV Oberfranken arbeitet, startet ihren Tag damit, dass sie sich in aller Herrgottsfrühe zu verschiedenen Stellen im Stadtgebiet aufmacht, die einige ihrer Schützlinge aufsuchen, und sie dort füttert. "Bis vor kurzem hatten wir in einem Gartengrundstück in der Trendelstraße drei ältere Katzen, die dort immer zusammenkamen, um sich ihre Ration abzuholen. Allerdings musste ich nun leider eine Katze einschläfern lassen, weil sie schwer erkrankt war. Eine der beiden anderen ist mittlerweile gut vermittelt, die Älteste der drei lebt derzeit auf einer Pflegestelle und würde sich über ein dauerhaftes Zuhause wirklich sehr freuen."


Oberstes Gebot ist die Kastration

Nicht alle Samtpfoten sind derart zutraulich. "In Melkendorf etwa, einer weiteren Station, sind die Tiere sehr scheu." Auch dort deponieren die 47-Jährige und ihre Unterstützer regelmäßig Futter. Aber nicht nur das. "Es gibt zahlreiche herrenlose Katzen. Manche leiden an ernst zu nehmende Krankheiten, die sonst keiner behandeln würde."

Das Wichtigste aber ist für die Tierschützerin, der Flut Einhalt zu gebieten. "Wenn wir sie nicht bekommen und kastrieren oder sterilisieren können, dann werden es immer mehr - und die Population ufert jetzt schon aus." Etwa 120 Euro pro medizinischem Eingriff werden dafür fällig - Kosten, die letztlich der Tierschutzverein zu tragen hat.

"Ihr Einsatz ist gar nicht hoch genug zu bewerten", sagt auch Tierheimleiterin Susi Schilling. Derzeit bietet sie etwa 50 Katzen Obdach. "In Hoch-Zeiten waren es fast 80. Das ist nicht mehr zu stemmen." Insofern schätzt sie die Tätigkeit von Natalie Ristic und ihrer Unterstützerin Renate Dörfler sehr. "Wir merken auch schon, dass der Einsatz einen nachweisbaren Effekt hat."

Leider sähen nicht alle die Notwendigkeit. "Es gibt manchen Landwirt, der uns regelrecht körperlich bedroht hat, als wir mit ihm über die Kastration der Katzen auf seinem Hof sprechen wollten", erzählt Natalie Ristic. "Dabei wollen wir doch niemandem ein Tier wegnehmen, sondern nur dafür Sorge tragen, dass es nicht noch mehr Streuner werden. Es geht ja nicht zuletzt darum, vielen Katzen ein leidvolles Dasein unter teils widrigen Umständen zu ersparen."


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren