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Kulmbach
Burggeflüster

Nachts kommen die Tyrannen

Jede Nacht das gleiche Spiel: Kaum liege ich im Bett und träume friedlich, sind sie im Anflug - Mini-Monster, die nur eins wollen: mein Blut. Mit der Nachtruhe ist es schlagartig wieder vorbei.
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Stechmücken sind immer hungrig und können ihre menschlichen Opfer zur Verzweiflung reiben - vor allem nachts. Foto: dpa/Patrick Pleul
Stechmücken sind immer hungrig und können ihre menschlichen Opfer zur Verzweiflung reiben - vor allem nachts. Foto: dpa/Patrick Pleul
Stechmücken sind für mich die Plage des Sommers - alle Jahre wieder. Dabei sind die Bösewichte in diesem Fall ausschließlich weiblich. Die Blutsaugerin nähert sich mit ihrem durchdringenden "zzzzz", das mich aus süßen Träumen in den Selbstverteidigungsmodus katapultiert. Der Ton allein ist schon eine Frechheit!

Dabei ist das wirklich Fiese der Attacke nicht allein das Aufwecken. Nein! Frau Mücke ist eine Feinschmeckerin und muss probieren, ob der Mensch oben, unten, hinten und vorne gleich schmeckt. Dabei hinterlässt sie dutzende juckende Einstiche. Jede Nacht stehe ich mindestens einmal auf, hole Eiswürfel aus dem Gefrierfach, um die Schwellungen zu kühlen und den Juckreiz zu betäuben.

"Zieh Dir halt die Decke über den Kopf", murmelt meine bessere Hälfte. Der hat gut reden: Ihn stechen die Biester ja nicht.
Und bei den aktuellen Temperaturen geht mir im Versteck unter der Decke nach spätestens zwei Minuten die Luft aus.

Hier hat die Evolution eindeutig gepfuscht. Wenn sie schon Viecher erschafft, die sich von anderer Leute Blut ernähren, dann könnte sie ihnen doch etwas mehr Zielstrebigkeit mitgeben: Opfer auswählen, Anflug, Landung, einmal volltanken - fertig. Ruhe. Während die Täterin verdaut, kann das Opfer schlafen. Ist das wirklich zu viel verlangt?
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