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Kulmbach
Auftakt

Kulmbacher Bierwoche: Nach einem Schlag fließt das Bier

Die 67. Kulmbacher Bierwoche ist eröffnet. Tausende feiern im und um den Stadel auf dem Zentralparkplatz. Die Sicherheitskräfte sind dabei überall präsent.
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Die Kulmbacher halten die Traditionen hoch. Der Büttnertanz vor dem Rathaus gehörte auch in diesem Jahr zur Bierfesteröffnung. Foto: Barbara Herbst
Die Kulmbacher halten die Traditionen hoch. Der Büttnertanz vor dem Rathaus gehörte auch in diesem Jahr zur Bierfesteröffnung. Foto: Barbara Herbst
Dicht gedrängt stehen die Menschen auf dem Marktplatz, auf der Rathaustreppe versammelt sich die Prominenz, gespannte Erwartung und Vorfreude liegen in der Luft. Es ist soweit: Die 67. Kulmbacher Bierwoche beginnt, lang ersehnt von Tausenden Fans.

Es ist eigentlich alles wie immer: Die Gäste haben sich mit Dirndl, Tracht und Lederhosen festlich für das Ereignis herausgeputzt, applaudieren, als zu den Klängen der Stadtkapelle das Pferdegespann mit dem Fasswagen eintrifft. Und doch hat sich etwas verändert. Nach der Welle von Gewalttaten in Bayern in den vergangenen Wochen wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt, alle paar Meter stehen Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten, die das Geschehen aufmerksam im Blick haben. Die deutliche Präsenz erinnert daran, dass die Zeiten völlig unbeschwerten Feierns vorbei sind.

Doch deutlich wird am Samstagvormittag auch: Die Kulmbacher lassen sich dadurch die Freude an ihrem Fest nicht nehmen. Oberbürgermeister Henry Schramm heißt auf der Rathaustreppe nicht nur die vielen Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft willkommen, sondern auch alle, die zum Gelingen der Bierwoche beitragen - von den Organisatoren über die Musiker der Stadtkapelle und die Tänzer der Büttner bis hin zu den Sicherheitskräften und den Helfern von Maltesern und Rotem Kreuz.

Die Bierwoche ist ein Fest, bei dem die Traditionen hochgehalten werden, und so gehören die zünftigen Klänge der Stadtkapelle unter der Leitung von Thomas Besand ebenso dazu wie der von den Musikern begleitete Büttnertanz, der vom Publikum mit viel Beifall bedacht wird.

In einem kleinen Umzug geht es dann zum bereits proppenvollen Stadel, in dem alle auf den offiziellen Bieranstich warten. Diese Aufgabe fällt Oberbürgermeister Henry Schramm zu, bereits zum zehnten Mal in seiner Amtszeit. Markus Stodden, Vorstands-Sprecher der Kulmbacher Brauerei, der "alle Freunde des Kulmbacher Bieres" im Stadel begrüßt, hat deshalb ein Überraschungsgeschenk vorbereitet: Henry Schramms ganz persönlichen Schlegel mit Widmung. Da kann nichts mehr schiefgehen - ein gezielter Schlag, und der Gerstensaft fließt in die Krüge. Tosender Beifall im Stadel, ein erstes "Prosit der Gemütlichkeit" erklingt.


Das Bierfestgedicht


Zuvor hat der Oberbürgermeister die Besucher mit einem Gedicht auf das Fest eingestimmt. Er findet dabei die richtigen Worte fürs Feiern in Zeiten von Terror und Gewalt:

"Es ist schon komisch, dieses Jahr, nach alledem, was kürzlich war. Die letzten Tage so viel Leid, wir leb'n in einer schlimmen Zeit.

Und dann hier oben Sprüche machen, nach dem Motto: ,Lasst es krachen.' Das wäre nicht ganz angebracht, und trotzdem: Schön, wenn ihr weng lacht.

Denn glaubt mir, das sind keine Phrasen, es nützt nichts, wenn wir Trübsal blasen. Wenn böse Triebe sich entfalten, grad dann muss auch mal Frohsinn walten.

Ein schöner Abend mit ner Maß, mit netta Leut', Musik und Spaß. Nehmt Euch nei'n Arm, steigt auf die Bank, und trinkt an Schluck vom Zaubertrank.

Die Brauer ham ihr Arbeit gmacht, es schmeckt, dass eim' die Seele lacht. Drei Sorten Festbier wern kredenzt, a Fachmann bist, wennst alla kennst..."


Anschließend wurde gefeiert. Unter die Besucher mischten sich auch die Bayerische Bierkönigin Sabine-Anna Ullrich aus dem unterfränkischen Bürgstadt, der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), MdB Emmi Zeulner (CSU), Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD), MdL Martin Schöffel (CSU), Landrat Klaus Peter Söllner (FW) und Ehrenbürger Hans-Albert Ruckdeschel.

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