Laden...
Neuenmarkt
Osterkonzert

Musikverein Ludwigschorgast zeigte sein Können

Der Musikverein Ludwigschorgast trat vor knapp 400 Besuchern in der ausverkauften Dreifachturnhalle in Neuenmarkt auf. Mit Temperament, Fröhlichkeit und etwas Melancholie spielten die Aktiven bis tief in die Nacht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Aktiven aus Ludwigschorgast. Fotos: Horst Wunner
Die Aktiven aus Ludwigschorgast. Fotos: Horst Wunner
+9 Bilder
Vor knapp 400 Besuchern, ausverkauft war es, brannte der Musikverein Ludwigschorgast zusammen mit der StadtkapelleKupferberg ein klingendes Osterfeuer ab. So schön kann Blasmusik sein, wenn überzeugte Laieninterpreten zu ihren Instrumenten greifen und bis weit in die Nacht für swingendes Temperament, Fröhlichkeit und ein bisschen Melancholie sorgen.

Nachbarn und Freunde

Breitgefächert war das Programm, das die Gastgeber, wegen der räumlichen Enge daheim in den Nachbarort gewechselt, und die Kupferberger darboten. Von Märschen, Polkas und Walzer, bis zu Filmmusik und Musicals reichte das Repertoire.
Und diese nachbarliche Freundschaft wirkte sich positiv auf den Abend aus, hier die Ludwigsschorgaster als eloquentes, über alle Zweifel erhabenes Ensemble und dort ihre Kollegen aus Kupferberg, die einen gewaltigen Sprung nach vorne getan und noch eine weitere gute Entwicklung vor sich haben.

Schon ihr Einstieg ins Konzert mit einem Marsch zündete, schmissig zum Warmwerden, instrumental den Punkt treffend und schließlich wuchtig aufrauschend wie ein Tornado im positiven Sinne. Blues-Feeling löste ein Walzermedley ab, Balladen kamen mit verinnerlichter Dichte zum Tragen, der Klangkörper wusste selbst in schwierigen Passagen stilsicher zu agieren.

Und dann die Soli, sehr hörenswert. Der umsichtige Dirigent Valerij Efremov spielte die Tuba meisterlich, die kurzen, kraftvollen Stöße kamen wie aus der Unterwelt, sie erinnerten an die Bässe einer Orgel. Er zauberte Variabilität. Daniel Seidel (Trompete) lotete in brillanter Form alle Tonintervalle aus bis zur letzten Konsequenz, fehlerfrei und in strahlendem Blech.

Als dann der erst 16-jährige Fabian Ramming am Schlagzeug im fliegenden Wechsel mit Roland Jonak einen alles hinwegfegenden Trommelwirbel hämmernd und in hohen Dezibels auslöste, sprang der Funke elektrisierend ins Publikum über, das dann noch ergriffen der mutigen und mit einer bemerkenswerten Stimme ausgestatteten Sängerin Gabi Bunzel lauschte, die "Time to say goodbye" einfühlsam intonierte.

30 Enthusiasten am Werk

Dann die Schorgasttaler Musikanten, über 30 gut ausgebildete und routinierte Enthusiasten, die unter dem beeindruckenden Dirigat des Profis Rainer Streit musikalische Akzente par excellence setzten: Präzise, mit gehaltvollen, konzertanten Zwischenspielen oder träumerische Sequenzen.

So im Medley "Wo die Wolga fließt": Schlussakkorde mit dem Lineal schraffiert, ungemein melodiös, nahtlose Übergänge, frappierende Tonbilder. Improvisationstalent paarte sich mit Spiel wie aus einem Guss. Dazu eine Leichtigkeit, die aus der Sicherheit des Wissens um das eigene Können resultiert. Saxophonale Intermezzi und gut besetztes Blech mit weichem Hörnerklang rundeten die Reife des homogenen Orchesters ab. Es gehört mit zur musikalischen Spitze im Landkreis Kulmbach.

Solistentum hat bei den Ludwigschorgastern einen festen Platz. Siehe den 14-jährigen Posaunisten Maximilian Wendicke, dem erstaunliche Tricks im Stück "T-Bone" gelangen, so jung und schon so ausstaffiert mit locker fließenden Akkorden.

Während Rüdiger Alt an der Piccolo-Flöte vogelgleiches Trillieren, herrliches Zwitschern in stufenreicher Präsenz beherrschte. In sentimentaler Zartheit und Behutsamkeit glitten seine Töne dahin, man wollte nicht einen versäumen, hörte fasziniert zu.

Ein Marsch, konzertant untermalt als finales Glanzstück, entließ das laut mit klatschende Publikum in den Ostermontag. Nicht vergessen wolle wir aber den Ludwigschorgaster Nachwuchs "Die jungen Wilden", Co-Dirigentin Claudia Goller lässt hier eine hoffnungsvolle Talentschmiede heranwachsen.
Durch das Programm führten auf Kupferberger Seite Reinhard Holhut und bei den Ludwigschorgastern Karin Wamser.

Der gastgebende Vorsitzende Marco Heuschmann in seinem Schlusswort: "Dass wir alle erstmals in Neuenmarkt aufgetreten sind, war eine gute Entscheidung. Wir wollen daher auch 2015, wenn gewünscht, unser Osterkonzert an gleicher Stelle präsentieren.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren