Thurnau
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Thurnauer Musiker schütten Gräben zu

Beim Musikverein gibt es eine bemerkenswerte Entwicklung - und ein erstklassiges Herbstkonzert.
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In gewohnter Weise souverän spielten die Musiker des Thurnauer Musikvereins beim Herbstkonzert auf. Foto: Katharina Müller-Sanke
In gewohnter Weise souverän spielten die Musiker des Thurnauer Musikvereins beim Herbstkonzert auf. Foto: Katharina Müller-Sanke
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Heldinnen und Helden - der Musikverein Thurnau machte bei seinem Herbstkonzert dem Jahresmotto alle Ehre. Das Programm war abwechslungsreich und spiegelte das Thema perfekt wider. Und das Orchester ernannte erstmals in seiner Geschichte einen Mann zum Ehrenvorsitzenden.


Erster Ehrenvorsitzender

Er sei kein Held, betonte Walter Hofmann in seinem Grußwort. Doch hier würden viele widersprechen. Denn der ehemalige Vorsitzende hat für den Verein Herausragendes geleistet. So war keiner vor ihm so lange im Amt. 21 Jahre stand er dem Verein vor. Nur Adam Lauterbach brachte es Anfang des letzten Jahrhunderts auf eine ähnlich lange Vorstandszeit. Doch Hofmann führte den Verein auch in die Zukunft. Dass das Orchester heute die Bühne voll ausfüllt und einen Altersdurchschnitt im zwanziger Bereich hat, ist zum großen Teil sein Verdienst.
Seit drei Jahren trägt Martin Koslowsky die Verantwortung des Vorsitzenden. Aber Hofmann mischt nach wie vor mit - mit großer Begeisterung spielt er die Tuba und ist aus dem Orchester nicht wegzudenken.

Bei dem Thurnauer Ensemble herrscht eine lockere, konzentrierte Stimmung. Das Gemeinschaftsgefühl ist besonders groß - so groß, dass ganz vorne in der ersten Reihe einer sitzt, den dort keiner vermutet hätte: Thomas Eschenbacher, der Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters Kasendorf.


Die Kasendorfer Klarinette

Warum er seit Neuestem in Thurnau Klarinette bläst? "Als Orchesterleiter steht man vorne, das ist etwas ganz anderes. Ich habe mal mit dem Instrument angefangen, weil ich spielen wollte. Hier habe ich endlich wieder die Gelegenheit, es auch zu tun", freut er sich. Er habe in Thurnau die gleiche hervorragende Atmosphäre angetroffen, wie er sie auch beim Sinfonischen Blasorchester Kasendorf schätzt. Selbst wenn sich das Niveau etwas unterscheidet: "Ich habe zugesagt, weiterhin dabeizubleiben", so Eschenbacher

Da haben sich die Richtigen gefunden. Endlich, muss man sagen. Denn die Vereine Thurnau und Kasendorf verbindet eine gegenseitige Patenschaft. Darin ist festgehalten, dass sich beide Vereine unterstützen. Eine Abmachung, die bisher kaum mit Leben gefüllt war. Nun ist ein Anfang gemacht, alte Gräben zuzuschütten.

Und so ist auch Eschenbacher so etwas wie ein kleiner Held. Natürlich nicht zu vergleichen mit der Heldenmusik im Konzert. Schon das Jugendorchester griff das Thema wunderbar auf und gab altersgemäß das Pippi- Langstrumpf-Lied, Pirates of the Caribbean, das Wallace-and-Gromit-Thema, das Titellied der Transformers und das traditionelle "When Johnny comes marching home" zum Besten.


Ein runder Abend

Davor und danach war das Hauptorchester in sinfonischer Besetzung zu sehen und zu hören. Auch hier wurde ein Schwerpunkt auf Helden aus Film und Fernsehen gelegt. Das Batman-Thema, Mission Impossible und eine Indiana-Jones-Selection ließen die Helden vor dem inneren Auge zum Leben erwachen. Wilhelm Tell, das immer wieder und auch zu Recht beliebte Pomp and Circumstance und Mary Poppins sorgten für einen runden Abend. Wagners Walkürenritt war als Klassik-Stück dabei.

In gewohnter Weise souverän spielten die Musiker beim Herbstkonzert auf. Die klassische Konzertbestuhlung - nach langen Tafeln in den letzten Jahren - sorgte für eine ruhige Atmosphäre, die den interessierten Zuhörern guttat.
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