Kulmbach
Konzert

Musikalisches Mai-Feuerwerk

Das Sinfonische Blasorchester Kasendorf zeigte in der Dr. Stammberger-Halle, wie vielfältig und facettenreich Blasmusik sein kann.
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Mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterten die Musiker des Sinfonischen Blasorchesters Kasendorf unter der Leitung von Thomas Eschenbacher. Foto: Sonny Adam
Mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterten die Musiker des Sinfonischen Blasorchesters Kasendorf unter der Leitung von Thomas Eschenbacher. Foto: Sonny Adam
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Einfach nur aus Spaß zu musizieren und die Menschen zu erfreuen, ist dem Sinfonischen Blasorchester Kasendorf nicht genug. Bei der "Mai Musica" möchte Dirigent Thomas Eschenbacher die Zuhörer immer wieder auf eine abwechslungsreiche Überraschungs-Reise durch die Welt der Musik mitnehmen. Auch in diesem Jahr hatte er für die zahlreichen Zuhörer so manchen musikalischen Leckerbissen parat. Die Musiker des Sinfonischen Blasorchesters Kasendorf präsentierten sich in Höchstform, meisterten auch äußerst anspruchsvolle Werke hervorragend.

Eröffnet wurde das Konzert mit einem festlich-feierlichen Jubiläumsmarsch aus dem Jahr 1996: "Arsenal" stammt aus der Feder Jan van der Roosts und wurde anlässlich des 50. Jubiläums der "Harmonie van het Spoorwegarsenaal" komponiert, bei dieser Gelegenheit in Belgien uraufgeführt.

"Juana de Arco" von Ferrer Ferran erinnerte in einer Art Tondichtung an die Jungfrau von Orleans, die im 15. Jahrhundert in den Krieg zog und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Das Werk schwankte zwischen den aufgeregten, bewegten Kampfszenen und traurig-melancholischen, dichterischen, ja geradezu lyrischen Passagen.


Moderation mit Charme


Als Moderator des Abends konnte das Sinfonische Blasorchester Henrik Vorbröcker aus Bayreuth gewinnen. Mit viel Charme führte der Radiomoderator von Kultradio durch den Abend. Seine Moderationen wurden durch Klang-Einspielungen und Bild-Einblendungen verstärkt. So erschien bei "The Rise of the Firebird" von Steven Reinecke ein Phönix in gigantischer Größe auf der Leinwand.

Und ehe das Sinfonische Blasorchester das legendäre "Take the A-Train" anstimmte, versetzte der Moderator die Zuhörer in das New York der vierziger Jahre, in Jazz-Kneipen-Atmosphäre. Gläser klangen, die kleine Jazz-Kneipe war schon fast leer, nur noch ein Pärchen versank in der jazzigen Stimmung - und dann legten die Musiker los. Souverän und beschwingt musizierten sie das Werk, das zum Symbol einer ganzen Ära und zur Erkennungsmelodie des legendären Duke-Ellington-Orchestras geworden ist.

Als Solist überzeugte Trompeter Felix Biedermann. Und passagenweise tauschte Dirigent Thomas Eschenbacher seinen Taktstock mit der Klarinette und setzte auf diese Art und Weise selbst beschwingte Akzente. Ein absoluter Höhepunkt des Abends war "Gabriellas Song". Marion Schmidt übernahm mit ihrem glockenreinen Sopran das Gesangssolo, das Orchester bewies Zurückhaltung und zauberte mit Tönen.


Musik für Filmfans


Für all diejenigen Konzertbesucher, die eher coole Musik mögen, hatte das sinfonische Blasorchester "Blood, sweat and their best", besser bekannt als "Spinning wheel", ins Programm aufgenommen. Natürlich durfte auch Filmmusik der schönsten Art nicht fehlen. Bei dem Werk "Symphonic Soundtracks" erklangen Melodien aus Harry Potter, aus A.I. - Künstliche Intelligenz und dem Film "Der Patriot". Und auch "Canadian Air Force" gelang bestens.

Zu einer echten "Mai musica" gehört auch ein Quentchen Liebe: Das Blasorchester musizierte 13 Variationen über ein niederdeutsches Liebeslied. Das Werk entpuppte sich als äußerst diffizil, verlangte von den Bläsern Präzision und außerordentliche Musikalität. Die Zuhörer genossen den Facettenreichtum und die immer neuen Klangfarben, die aus der bekannten Melodie entsprangen. Der Komponist ist übrigens kein Unbekannter. Er leitete in den sechziger Jahren das Polizeimusikcorps Schwerin, später das Rundfunkblasorchester Leipzig und das Zentrale Orchester der Nationalen Volksarmee. Bis heute gilt Baumann als Erneuerer der Blasmusik.


Das Publikum war vom Konzertprogramm begeistert, hätte noch stundenlang zuhören können. Und das Sinfonische Blasorchester Kasendorf gab als Zugaben noch den Radetzky- Marsch und den Fliegermarsch aus der Feder des österreichischen Komponisten Hermann Dostal zum Besten.
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