Trebgast
TV-Empfang

Mitgliederschwund macht zu schaffen

Die seit 1974 bestehende Antennengemeinschaft Trebgast liefert Fernsehen in HD-Qualität. Trotz neuester Technik kämpft die Vorstandschaft mit Problemen.
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Technischer Leiter Manfred Reitmeier überprüft in der Lindauer Straße einen der insgesamt 42 Verstärker, die dafür sorgen, dass überall ein einwandfreies Bild ankommt. Foto: Dieter Hübner
Technischer Leiter Manfred Reitmeier überprüft in der Lindauer Straße einen der insgesamt 42 Verstärker, die dafür sorgen, dass überall ein einwandfreies Bild ankommt. Foto: Dieter Hübner
Die Antennengemeinschaft "Bühl" ist 1974 durch die Initiative von 24 Trebgaster Bürgern entstanden. Sie hat dafür gesorgt, dass dadurch das Fernsehangebot enorm gesteigert werden konnte. Die Leute waren damals froh, dass sie Mitglied werden konnten. Denn, bedingt durch die Lage des Ortes - eingebettet in das Trebgasttal zwischen zwei Bergrücken - konnten vorher meistens nur ARD, ZDF und das 3. Programm des BR empfangen werden.

Parallel dazu hatten bereits ein Jahr vorher die Bewohner der Lindauer Straße eine "IG Weiherhaus" gegründet, um den Fernsehempfang zu verbessern. 1990 erfolgte dann der Zusammenschluss zur Antennengemeinschaft Trebgast.

Jetzt macht der Gemeinschaft der Mitgliederschwund zu schaffen. Vorsitzender Albert Kolb richtete bei der Jahreshauptversammlung einen eindringlichen Appell an die Solidarität der Trebgaster: "Wir werden die Technik nicht aufhalten können. Aber auch wenn sich jemand für einen anderen Anbieter entscheidet, nutzt er in den meisten Fällen den bisher vorhandenen Anschluss für ein zweites, und eventuell sogar für ein drittes Fernsehgerät im Haus." An diese Haushalte appelliert der Vorsitzende, trotzdem Mitglied bei der Antennengemeinschaft zu bleiben.

Die Vorteile liegen ja auch auf der Hand: "Wenn jemand Pay-TV anschauen will, ist das kein Problem. Mit einer entsprechenden Zusatzkarte kann auch Sky empfangen werden. Was technisch angeboten wird, haben wir in der Anlage installiert." Und auch die Neubürger bittet der Vorsitzende um Verständnis für die Situation: "Selbst wenn ein neuer Hausbesitzer die Antenne nicht nutzen will, sollte er wenigstens die Durchleitung des Anschlusses weiterhin dulden, damit die nachfolgenden Häuser versorgt werden können."

"Wir bieten sehr vernünftige Qualität zu einem sehr vernünftigen Preis, nicht zuletzt wegen der mittlerweile zehnjährigen Kooperation mit der Firma Fernseh-Bauer in Kasendorf. Seit Jahrzehnten liefern wir ein konstant gutes Bild und bieten mehr HD-Programme als die meisten privaten Anbieter. Das sollte auch mal honoriert werden", wünscht sich Albert Kolb. "Leider werden wir nur gescholten, wenn mal etwas nicht funktioniert. Das ist eigentlich schade."

Dabei läuft die Anlage relativ fehlerlos und konstant. Auftretende Fehler sind in den meisten Fällen im Haus begründet, und dafür ist jeder Eigentümer selbst verantwortlich. Die meisten Störungen sind durch Kabel und Dosen im Haus bedingt, die oft so alt sind wie das Haus. "Auch nicht entstörte Haushaltsgeräte oder unsachgemäße Kabelverbindungen im Haus können die Ursache für ein unbefriedigendes Bild sein", ergänzt technischer Leiter Manfred Reitmeier. "Wir haben unser Augenmerk immer darauf gerichtet, unsere Technik auf dem neuesten Stand zu halten. Das ist uns bis heute gelungen. 42 Verstärker unterstützen dabei die Anlage.
Trotzdem bleibt ein Problem: Die Beitragseinnahmen gehen nach unten. "Selbst wenn es Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres technischen Leiters Manfred Reitmeier gelungen ist, die Kosten zu senken: Die fixen Kosten bleiben. Wenn wir mit unseren Mitgliedsbeiträgen die Kosten nicht mehr decken können, sind wir am Ende", war das Resümee des Vorsitzenden.

Nicht nur Kassier Matthias Wendler stören dabei "die Geier, die an unser Geld wollen". Damit meinte er die GEMA, BG-Media und RTL. "Keiner weiß, warum wir für die Durchleitung durch unser eigenes Netz einige hundert Euro pro Jahr zahlen müssen. Das ist für uns nicht nachvollziehbar und eigentlich eine Frechheit", konnte Vorsitzender Albert Kolb seine Verärgerung darüber nicht verbergen. "Leider wurde eine Petition, die wir deswegen an den Landtag gerichtet haben, negativ entschieden. Das ist für uns alle unverständlich."

Vom Mitgliedsbeitrag, der seit 1994 mit 6 Euro pro Monat konstant geblieben ist, werden 10 000 Euro für die Instandhaltung, 2500 Euro für Versicherungen und 1000 Euro für Strom benötigt. Das Leitungsnetz in der heutigen Zeit auf dem neuesten technischen Stand zu halten, sei eine immense finanzielle und technische Herausforderung. Trotzdem sei die Gemeinschaft gut aufgestellt und kein Mitglied wurde bisher bei der laufenden technischen Erneuerung finanziell belastet.

Bürgermeister Werner Diersch ist zuversichtlich: "Trotz unseres innovativen DSL-Ausbaus hat die Antennengemeinschaft ihre Berechtigung und ist überlebensfähig."
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