Kulmbach
Arbeitskampf

Mit Post-Streik in Kulmbach ist zu rechnen

Laut ver.di-Sprecher Matthias Than wird der Streik in der kommenden Woche ausgeweitet. Dann wird wohl auch der hiesige Zustellstützpunkt in den Arbeitskampf einbezogen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nächste Woche ist damit zu rechnen, dass auch die Post in Kulmbach bestreikt wird. Foto: Stephan Tiroch
Nächste Woche ist damit zu rechnen, dass auch die Post in Kulmbach bestreikt wird. Foto: Stephan Tiroch
+1 Bild
Der Arbeitskampf der Post-Beschäftigten in Deutschland wirkt sich auch in Kulmbach aus, obwohl der Zustellstützpunkt hier noch gar nicht bestreikt wird. Derzeit werden bundesweit die Briefzentren - auch in Wolfsbach im Bayreuther Süden - bestreikt. Das heißt, dass insgesamt weniger Post bearbeitet und befördert wird. "Draußen kommt nicht mehr so viel an. Es ist für die Kunden bereits spürbar: Sie erhalten weniger Post", erklärt Matthias Than, stellvertretender ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender der Post Bayreuth.

Nach seinen Worten hat der Ausstand im Briefzentrum Bayreuth am Montag um 17 Uhr begonnen. Seit Dienstag würden auch die Zustellstützpunkte bestreikt. "Kulmbach war noch nicht dran. Das kann aber noch kommen, denn nächste Woche werden die Streiks ausgeweitet", so der ver.di-Sprecher.

Than zufolge ist der Ausstand unbefristet. "Wir nehmen die Arbeit erst wieder auf, wenn wir eine Entscheidung haben." Einzig die wenigen verbliebenen Beamten würden arbeiten, "die dürfen nicht streiken".

Zerschlagung des Mutterkonzerns verhindern

Worum geht es beim Post-Streik? Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent. "Aber vor allem geht es darum, die Zerschlagung des Mutterunternehmens durch die Gründung weiterer GmbHs zu verhindern - das ist die größte Angst der Post-Beschäftigten", erläutert Than.

Die Sorge der Mitarbeiter sei begründet, sagt der Gewerkschafter aus Stadtsteinach. Die Post habe die Delivery GmbH, eine Billigfirma, gegründet und auch in Bayreuth eingeführt. Dort werde deutlich weniger bezahlt als im Post-Haustarif: "Die Leute haben im übers Jahr gesehen teilweise 20 Prozent weniger in der Tasche."

Vorstand genehmigt sich Millionen-Plus

Auf der anderen Seite, so Than, verdiene die Post derzeit richtig viel Geld: "2014 wurden fast drei Milliarden Euro Gewinn gemacht, so viel wie noch nie vorher." Daher habe sich der Vorstandsvorsitzende gleich 22 Prozent Gehaltserhöhung genehmigt - jetzt 9,6 Millionen Euro im Jahr. "Wie so was bei den Beschäftigten ankommt, bei denen radikal gekürzt wird, ist doch wohl klar, oder?"
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren