Trebgast
Theater

Miss Marple: Jeder ist des Mordes verdächtig

Erfolgreiche erste Premiere auf der Naturbühne Trebgast: Miss Marple klärt den Mord im Pfarrhaus auf.
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Vor Miss Marple (Sonja Bayer), Dennis (Fabian Bütterich), Pfarrersfrau Griselda (Andrea Vießmann), Pfarrer Len Clement (Rainer Dohlus), und Dr. John Haycock (Horst Thor) liegt plötzlich eine zweite Leiche (Patricia Wagner). Foto: Dieter Hübner
Vor Miss Marple (Sonja Bayer), Dennis (Fabian Bütterich), Pfarrersfrau Griselda (Andrea Vießmann), Pfarrer Len Clement (Rainer Dohlus), und Dr. John Haycock (Horst Thor) liegt plötzlich eine zweite Leiche (Patricia Wagner). Foto: Dieter Hübner
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Die Aufgabe für Inspektor Slack (Walter Richter) verspricht dem ersten Anschein nach schwierig zu werden, als er ins Pfarrhaus gerufen wird, wo Pfarrer Len Clement (Rainer Dohlus) in seinem Arbeitszimmer den leblosen Oberst Hampton gefunden und Doktor John Haycock (Horst Thor) soeben dessen Tod amtlich testiert hat.
Schwierig deshalb, weil der Oberst in dem kleinen englischen Dorf ob seiner Dominanz sehr unbeliebt war, ja eigentlich von allen gehasst wurde.


Maler malt Bikini-Bilder

Jeder erscheint deshalb irgendwie verdächtig: der Maler Lawrence Redding (Gerd Kammerer), weil er Virginia (Sabrina Schmitt), die Tochter des Oberst, im Bikini porträtiert. Virginia selbst, weil sie in den Maler verknallt ist. Anne, die Frau des Oberst (Patricia Wagner), weil sie ein Verhältnis mit dem Maler hat.
Der Hilfsgeistliche Ronny Hawes (Walter Lattner), der es mit der Abrechnung der Kirchengelder nicht so genau nimmt.

Selbst Pfarrer Len Clement, bei dem sich der Oberst zur Prüfung der Buchhaltung angemeldet hatte, ist vom Verdacht nicht ausgeschlossen.

Der Inspektor beginnt gerade erst mit seinen Ermittlungen, als der Fall auch schon gelöst scheint: Der Maler, der sich im Pfarrhaus eingemietet hat, outet sich offen als der Mörder.

Aber so einfach ist es dann doch nicht. Vor allem Miss Marple (Sonja Bayer) nimmt ihm das nicht so richtig ab. Denn von ihrem Beobachtungsposten in unmittelbarer Nachbarschaft aus entgeht ihr nichts und niemand, der im Pfarrhaus ein und aus geht. Ein zweites freiwilliges Geständnis von Mrs. Hampton kurz darauf scheint ihr Recht zu geben, und der Inspektor steht wieder am Anfang mit seinen Ermittlungen.

So dauert es dann doch noch eine ganze Weile, bis Miss Marple schließlich herausfindet, wie und wer wirklich der Täter war. Nur gut, dass die "Arbeitsweise" von Dienstmädchen Mary (Patricia Lerner), die der im Haushalt etwas unbeholfenen Pfarrersfrau Griselda (Andrea Vießmann) zur Hand geht, dagegen kurz und bündig ist.

Die Zuschauer warten praktisch schon darauf, dass sie aus ihrer Küche kommt und allen in bestem "Fränkisch" geradeheraus und unverblümt ihre Meinung sagt. Mit ihrer Mimik bringt sie eine gewisse Leichtigkeit auf die Bühne und hat die Lacher auf ihre Seite.


Knapp und zackig

Ebenso knapp und zackig agiert Mrs. Price-Ridley (Hilde Volkmann), die mit ihrem Armee-Befehlston und Schreckschuss-Anlagen die Vögel von den Früchten ihres Gartens fernhält.

Der Applaus des Publikums für die Premiere von "Miss Marple - Mord im Pfarrhaus" ist der verdiente Lohn für die schauspielerische Leistung aller Akteure. Vorsitzender Siegfried Küspert sieht den Erfolg der Kriminalkomödie als Rückenwind für die nächste Premiere. Und das ist am kommenden Freitag um 20.30 Uhr "Ronja Räubertochter".

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